Lasst die Spiele wieder beginnen

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Wormatia Worms kann optimistisch in die Rückrunde gehen

Da ein Aufstieg der Wormatia in absehbarer Zeit eher utopisch erscheint, sehnen sich die Fans Jahr für Jahr nach dem Gewinn des Südwestpokals, der zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt. Im Jahr 2017 sollte es nun endlich wieder klappen mit dem Titel. Der Gegner im Finale am 24. Mai 2017 in Pirmasens war der Oberligist SV Morlautern.

Wenn es für Wormatia Worms ab 9. Februar wieder losgeht in der Regionalliga Südwest, können die Verantwortlichen des Vereins die restlichen Spiele der Saison deutlich entspannter angehen, als noch zu Rundenbeginn im Sommer. In der Liga mit einem ordentlichen Polster zu den Abstiegsrängen ausgestattet und einem möglichen Pokalfinale im heimischen Stadion vor der Brust, macht sich auch langsam wieder so etwas wie dezente Euphorie an der Alzeyer Straße breit. Da sich die Wormaten in den bisher ausgetragenen drei Rückrundenspielen, die noch vor der Winterpause stattfanden, schadlos hielten, ist der Abstand zu den Abstiegsrängen spürbar angewachsen. Aktuell liegt Wormatia Worms fünf Punkte vor dem ersten möglichen Abstiegsplatz 14 (z.Z. Stuttgarter Kickers). In dieser Saison sieht es sogar danach aus, dass auch Platz 15 noch für den Klassenerhalt reichen dürfte. Auf den derzeitigen Sechzehnten, TUS Koblenz, beträgt der Vorsprung sogar neun Punkte. Dank zuletzt drei Siegen in Folge (bei 8:1 Toren) belegt man aktuell einen stabilen 11. Platz in der Tabelle mit 26 Punkten, in der Rückrundentabelle steht nach drei Spielen aktuell der Spitzenplatz zu Buche. Das kann gerne so bleiben. Geblieben ist auch der Kader, mit Koki Matsumoto ist lediglich ein Offensivspieler aus der U23 zum Regionalligakader gestoßen, der, ebenso wie Perric Afari, Felix Reißmann oder Henrik Nagel, als Perspektivspieler zu sehen ist, den allenfalls Kurzeinsätze erwarten dürften. Von den Neuzugängen sind Johnathan Zinram, Ömer Yildirim und Morris Nag bisher den Nachweis ihrer Regionalligatauglichkeit schuldig geblieben und dürften ebenfalls vorerst nicht zur ersten Garnitur zählen. Der restliche Kader besteht aus 16 gestandenen Regionalligaspielern (inklusive zwei nahezu gleichwertigen Torhütern mit aktuellen Vorteilen für Kroll), die sich um die Plätze in der Startelf streiten werden. Bis auf Jan-Lucas Dorow, der im ersten Spiel in Walldorf noch pausieren muss, waren zuletzt alle Mann an Bord, von langwierigen Verletzungen ist man in der Wintervorbereitung verschont geblieben. Patrick Auracher hat sich im Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg II. erneut die Nase gebrochen. Wer den Kapitän der Wormatia kennt, weiß aber, dass der ein harter Bursche ist, der zur Not auch mit Maske aufläuft. Personell dürften also wenig Überraschungen für das erste Spiel nach der Winterpause zu erwarten sein, zumal sich zuletzt so etwas wie eine Stamm-Elf herauskristallisiert hat. Vor dem ersten Saisonspiel dürften ungefähr 8 – 9 Plätze fest besetzt sein. Um die restlichen Plätze streiten sich ein halbes Dutzend Spieler. Trainer Steven Jones hat aber bereits durchblicken lassen, dass die elf Spieler, die sich vor der Winterpause in drei Spielen erfolgreich präsentiert hatten, vermutlich die Nase vorne haben werden.

Unklarheiten beseitigt

Rechtzeitig vor Beendigung der Winterpause fand auch ein öffentliches Gespräch zwischen Fans und Verantwortlichen von Wormatia Worms statt, in dem einige Unklarheiten aus der jüngsten Vergangenheit beseitigt wurden. Die Vorstandsmitglieder Tim Brauer und Jochen Schneider berichteten offen und ehrlich über einen Verein, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist und mit einem Bruchteil des Spieleretats anderer Vereine auskommen muss, aber trotzdem seit zehn Jahren eine ordentliche Rolle in der Regionalliga Südwest spielt. Da bereits vor dem offiziellen Fantreffen Vorgespräche zwischen Vorstand und Fanvertretern stattgefunden hatten, konnten einige Neuerungen beschlossen werden, die den Fans zugutekommen. So wird für die restlichen Auswärtsspiele regelmäßig ein Fanbus eingesetzt, mit festen Preisen, unabhängig von der Entfernung (10.- Euro / Mitglieder, 12.- Euro / Nicht-Mitglieder), so dass die Mitfahrt nicht am Geldbeutel scheitert. Auch für das Pokalspiel in Kandel am 21. März wird es einen Fanbus geben (Sonderpreis: 9 Euro / 10.- Euro). Zudem wird in absehbarer Zeit, in Abstimmung mit den Fans, eine neue „Vortribünenkollektion“ erstellt. Eine bessere Einbindung der Gegengerade ins Vereinsleben und die Erhöhung des Komforts ist grundsätzlich ein Anliegen von Fans und Vorstand. Dazu gehören kleine Lösungen, wie die bereits bevorstehende Anschaffung von Fässern als Abstellgelegenheit fürs Bier zum unfallfreien Biss in die Bratwurst (gilt auch für die Haupttribünenseite), als auch größere, die mehr oder weniger ins Geld gehen. Es werden Lösungen gesucht, damit Stadiondurchsagen auch hier gut verständlich sind, denn derzeit kann die Lautstärke von Haupttribüne und Gegengerade nicht getrennt voneinander geregelt werden. Auch eine Überdachung ist seit Jahren im Gespräch, was laut dem letzten Angebot allerdings mit rund 80.000 Euro Kosten für die gesamte Länge eine Idee ist, die eher langfristig umgesetzt werden soll. Konkreter sind die Planungen des Vorstandes, eine Videoleinwand anzuschaffen. Es werden derzeit verschiedene Möglichkeiten geprüft mit unterschiedlichen Ansprüchen zu Finanzierung, Qualität, Gestaltung und Bedienbarkeit. Eine Realisierung zur neuen Saison liegt hier im Bereich des Möglichen. Weitere kleinere Maßnahmen, die bereits in der Restrunde umgesetzt sein sollen, sind die Übertragung der Pressekonferenz in die Kneipe, die Anbringung eines „Kummerkastens“ für Vorschläge oder die Herrichtung des Raums in der Nebentribüne Nord als Fanraum. Für den guten Zweck wird es eine „Becherspende“ geben. Bis Saisonende kann man seinen Getränkebecher in dafür vorgesehene Behälter werfen und damit sein Pfand für die DKMS spenden. Künftig soll pro Halbserie dann für andere soziale Projekte oder Einrichtungen in Worms gesammelt werden.

Die Vorfreude wächst

Die Winterpause wurde also von allen Seiten sinnvoll genutzt, so langsam können die Spiele wieder beginnen. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen kann man durchaus optimistisch gestimmt in die restlichen Spiele gehen. Bis zur 40-Punkte-Marke, die gemeinhin für den Klassenerhalt reichen sollte, fehlen noch 14 Punkte bei noch 15 ausstehenden Spielen. Das klingt machbar. Wenn in der Rückrunde manche Mechanismen besser greifen, sollte sogar ein einstelliger Tabellenplatz drin sein. Zu wünschen wäre auch, dass die Mannschaft von Trainer Steven Jones die zuletzt gezeigte Heimstärke beibehält, schließlich mussten die Wormser Fans in der Vorrunde nach sieben Heimniederlagen enttäuscht den Nachhauseweg antreten. Das soll sich in der Rückrunde ebenfalls ändern. Mit zuletzt zwei Heimsiegen in Folge ist bereits ein Anfang gemacht. Außerdem steht die Wormatia, wie bereits in der Vorrunde, bei zwei Spielen, die live im Free-TV bei SPORT 1 übertragen werden, bundesweit im Fokus. Zunächst das Heimspiel am 05. März um 20.15 Uhr gegen den Nachbarn SV Waldhof Mannheim, drei Wochen später das Auswärtsspiel am 25. März um 13 Uhr bei Kickers Offenbach. In der Vorrunde verlief die live übertragene Heimpartie gegen den 1. FC Saarbrücken weniger erfolgreich (1:4), im Montagabend-Live-Spiel gegen den SV Elversberg sprang dagegen ein wichtiger 1:0-Sieg heraus. Auch am 21. Mai 2018 werden beim „Tag der Amateure“ (ARD) Fernsehkameras nach Worms kommen, denn das Finale des Südwest-Verbandspokals findet auf jeden Fall in der EWR Arena statt. Ob die Wormatia das „Finale dehääm“ überhaupt erreicht, hängt vom wichtigsten Spiel des Jahres ab, denn am 21. März 2018 steht das Halbfinale beim FC Bienwald-Kandel auf dem Programm. Sollte der VfR dieses Spiel gewinnen, warten als mögliche Gegner im Endspiel Alemannia Waldalgesheim oder SV Gau-Odernheim. Als Erinnerung sei noch einmal gesagt: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!“ Aber wer wüsste das besser als unsere Wormatia?