Ein Lichtlein namens Eller

, , Kommentar schreiben

Abstiegskampf spitzt sich auf Zweikampf um Platz 15 zu

Vielleicht gerade noch rechtzeitig hat sich die Wormatia mit zwei Siegen in Folge im Abstiegskampf zurückgemeldet. Dieser konzentriert sich auf einen Zweikampf mit SSV Ulm um Platz 15, der die Chancen erhöht, dass der Verein doch noch in der Regionalliga bleiben kann. Der Klassenerhalt liegt nun wieder in greifbarer Nähe. Das hätte vor Wochen keiner mehr für möglich gehalten. Aber wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Eller her…

Sascha Ellers Bilanz als dritter Trainer in dieser Saison nach Emmerling und Boysen kann sich sehen lassen – mit 13 Punkten aus 9 Spielen. Seine beiden hochkarätigen Vorgänger hatten zusammen in 21 Spielen lediglich 14 Punkte zustande gebracht. Wichtiger jedoch: Seit der ehemalige U-23-Coach das Zepter schwingt, hat sich ein neues, hungriges Team herauskristallisiert. Eller schert sich nicht um große Namen und setzt mit Weisenborn, Hiemeleers, Feucht oder Zinnram konsequent auf die Jugend. Vor allem aber ist Eller schon mehrfach geglückt, einen Überraschungsakzent zu setzen, der Punkte eingebracht hat. Das war Hans-Jürgen Boysen kein einziges Mal gelungen. In Hoffenheim waren Eller die Innenverteidiger ausgegangen, da setzte er überraschend auf Kevin Wölk und Marcel Abele, die mit einer starken Defensivleistung den Grundstein für den Auswärtssieg legten. Als das Spiel auf Messers Schneide stand, wechselte er mit Weisenborn den Schützen des 2:0-Siegtreffers ein. Im gleichen Spiel musste der erkrankte Stammkeeper Carsten Nulle pausieren, Ersatzmann Lucas Menz hielt stark und durfte, obwohl Nulle wieder fit war, auch gegen Baunatal im Tor bleiben. Der zeigte erneut eine starke Leistung und vereitelte, beim Stand von 1:0 für die Wormatia, eine „Hundertprozentige“, als er den Ball aus kürzester Entfernung sensationell um den Pfosten lenkte. Ebenfalls gegen Baunatal brachte Eller in der zweiten Hälfte Bauer und Celik. Kurz vor Schluss scheiterte Celik am Baunataler Schlussmann, Tim Bauer staubte klassisch ab. Erneut hatte Eller ein glückliches Händchen bewiesen.

Das Schicksal schlägt sich auf Wormatias Seite

Außerdem hat, wie bereits berichtet, erneut das Schicksal im Sinne der Wormatia zugeschlagen, als Eintracht Frankfurt angekündigt hat, seine zweite Mannschaft abzumelden, wodurch bereits ein Absteiger feststeht. Trotzdem wird man auf jeden Fall vor dem SSV Ulm auf Platz 15 landen müssen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, in der Liga zu verbleiben. Derweil sind aus Ulm Berichte zu vernehmen, dass die Spieler wegen ausbleibender Zahlungen in einen Trainingsstreik getreten waren. Freilich auf die Leistungen der finanziell angeschlagenen Ulmer hatte dies zuletzt wenig Einfluss. Obwohl die äußeren Umstände also für die Wormatia arbeiten, konnte man die Vorlagen aus sportlicher Sicht nur unzureichend nutzen. Ein Knackpunkt könnte in der Endabrechnung sein, dass aus den Spielen in Pfullendorf (1:1 – spät erzielter Punkt dank zuvor pomadiger Leistung) sowie gegen Koblenz (0:2 – nach starker erster Halbzeit) und Zweibrücken (3:4 – zu spät aufgewacht) nur ein Punkt geholt wurde. In diesen drei aufeinanderfolgenden Spielen, darunter zwei Heimspielen, hätte man sich ein kleines Polster im Abstiegskampf verschaffen können. Da dies nicht geglückt ist, wollten einige schon den Abgesang auf Ellers Team anstimmen, als der überraschende 2:0-Auswärtssieg bei TSG Hoffenheim II. für ein wichtiges Lebenszeichen sorgte. Dass man danach dank einer kämpferisch überzeugenden Leistung zuhause gegen Baunatal nachlegen konnte, nährt die Hoffnung, die Ulmer noch einholen zu können, weil Mannschaft und Fans rechtzeitig vor den entscheidenden Spielen noch den Schulterschluss geschafft haben. Das 3:1 gegen den KSV war auch der glänzenden Unterstützung der 1.400 Zuschauer geschuldet, die gemerkt haben, dass da wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht, mit der man sich identifizieren kann.

Restprogramm spricht für Ulm

Die letzten vier Spiele werden darüber entscheiden, ob die Wormatia in der nächsten Saison Regionalliga oder Oberliga spielt. Aufgrund der aktuellen Tabellenkonstellation würde es nicht verwundern, wenn die Entscheidung erst am allerletzten Spieltag fällt. Sollte es in der 3. Liga bei einem Absteiger in den Südwesten bleiben (1. FC Saarbrücken steht bereits fest, Elversberg steht aktuell auf einem Abstiegsplatz) und sowohl der Erste (z.Zt. Sonnenhof-Großaspach) als auch der Zweite (z.Zt. FSV Mainz 05 II) aus der Regionalliga Südwest in die 3. Liga aufsteigen, würde sogar der derzeitige 16. Platz reichen (nur 3 Absteiger inkl. Eintracht Frankfurt II.). Im schlimmsten Falle könnte aber nur Platz 14 den sicheren Abstieg verhindern und der liegt derzeit mit 9 Punkten Abstand in weiter Ferne. Von daher gilt die Konzentration Platz 15, was schon schwer genug wird, da der SSV Ulm nach 30. Spieltagen einen Punkt vorne liegt, das bessere Torverhältnis sowie das auf dem Papier weitaus leichtere Restprogramm hat. Dagegen sind die Gegner der Wormatia von anderem Kaliber und allesamt im oberen Drittel zu finden.

„Abstiegsendspiele“

Dafür findet das Abstiegsduell gegen SSV Ulm am 11. Mai im heimischen Wormatia Stadion statt. Da ist ein Dreier Pflicht für Sascha Ellers Team. Eine Woche später wird im Auswärtsspiel gegen den voraussichtlichen Meister Sonnenhof-Großaspach entscheidend sein, wie ernst die SG dieses Spiel noch nimmt. Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt es am letzten Spieltag, am 24. Mai, zum absoluten Showdown, wenn die U23 von Mainz 05 nach Worms kommt und vermutlich punkten muss, um sich als Zweiter für die Aufstiegsspiele zu qualifizieren. Auch die Wormatia wird die Punkte dringend brauchen, um in der Endabrechnung vor Ulm zu stehen, die an diesem Tag beim vermutlich bereits als Absteiger feststehenden KSV Baunatal antreten müssen. Obwohl die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, klingt das nach einem ziemlich schwierigen Unterfangen für den VFR. Aber wie bereits eingangs erwähnt: Und wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Eller her…

Wormatias Restprogramm:
5. Mai (MO): Waldhof Mannheim (A)
11. Mai (SO): SSV Ulm (H)
17. Mai (SA): Großaspach (A)
24. Mai (SA): Mainz 05 (H)

SS V Ulm Restprogramm:
2. Mai (FR): TUS Koblenz (H)
11. Mai (SO): Wormatia Worms (A)
17. Mai (SA): Hoffenheim II (H)
24. Mai (SA): Baunatal (A)