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Na Beef? WER STOPPT DEN VERDAMMTEN REGEN?

 „Long as I remember the rain been comin‘ down Clouds of mystery pourin‘ confusion on the ground Good men through the ages tryin‘ to find the sun And I wonder, still I wonder, who‘ll stop the rain?“ Creedence Clearwater Revival (1970)

Liebe Leser, 

gerade laufe ich vom Kino nach Hause, schaue mir wilde SneakFilme an, die von grausamen KIUtopien und einem Ende der intelligenten menschlichen Zivilisation handeln (was halt gerade so läuft in diesen Kinos), mache mir Gedanken, was ich denn noch so schnell in diese Kolumne packen könnte – da beobachte ich folgende Szene: Vier bis fünf halbstarke Jugendliche rasen auf Elektrorollern über den nassen Parmaplatz, steigen kurz von ihren MadeinChinaGefährten, schmeißen einen Stehtisch vor der Vinothek um, brüllen irgendetwas Unverständliches, steigen wieder auf und verschwinden mit Getöse in der ewigen Nacht der Hardtgasse. In meinem Kopfkino hoffe ich insgeheim, dass es wenigstens einen von ihnen auf der nassen Fahrbahn richtig schön auf die Fresse haut, aber leider meint es die Matrix nicht gut mit mir und das InstantKarma lässt in diesem Augenblick zu wünschen übrig.

UND WISSEN SIE, WIE ICH MICH FÜHLE?

Wie der hölzerne Klapptisch, der halb in der Pfütze im Dreck liegt und sich fragt, wann dieser elende Regen endlich aufhört. Ich weiß, Regen ist gut für die Natur. Es regnet eigentlich seit Jahren viel zu wenig – das arme Grundwasser. Gut für die Allergiker wegen dieser Pollen und natürlich für den armen Regenwurm, sonst wäre es ja der „GutesWetterichchillfettamStrand“Wurm. (Nicht zu verwechseln mit dem „Wat?!“Wurm). Aber ich ertrage dieses ewige grautrübe Wetter einfach nicht mehr. Ich will Sonne, ich will Menschen sehen, die bis abends draußen vor den Cafés und Vinotheken dieser Welt sitzen und mit zarten Fingern die Holzstehtische dieser Welt streicheln und hier und da mit einer umgekippten Weinschorle füttern – und die vor allem komischen Kids auf Klapprollern gehörig den Marsch blasen. Wobei das im Sommer gar nicht nötig sein wird, da die Kids im Park Fußball spielen (oder das machen, was die halt so machen im Sommer: auf der Parkbank kiffen und im Schwimmbad die Muckis zeigen). Das wäre einfach ein Traum!

Endlich habe ich auch den Sinn der Fastnacht für mich erfasst. Es geht mehr oder minder darum, die triste Zeit des Jahres mit Glitzerkonfetti und jeder Menge Alkohol zu überbrücken, bis wenigstens irgendwo Sonne zu sehen ist. Geiler Plan! Aber mal ehrlich: Wird es bei aller Negativität nicht endlich Zeit, dass wir uns um die wirklich guten Nachrichten kümmern und uns des Lebens freuen? Ich fange mal an: Der Nutzkauf ist wieder da! Sie wissen schon, dieses alte, ranzige Ding, das nach 90erJahreSupermarkt ausgesehen hat und es geschafft hat, den KWPenny regelmäßig in den Schatten zu stellen – und er wurde sogar modernisiert und sieht ordentlich aus. Wunder gibt es eben immer wieder!! Dieses Wunder beruht allerdings darauf, dass die Starnberger Firma Ehret und Klein neben dem Umbau von Großbahnhöfen und der Errichtung von Flughäfen nun also auch noch Supermärkte baut. Aber gut Ding braucht eben Weile – oder eben einen Nutzkauf nebenan. Die Eismanufakturen haben auch wieder alle geöffnet und seit dieser Saison haben mehrere Anbieter mein Lieblingseis „Kinderriegel“ im Sortiment, und auch hier bin ich mir sehr sicher, dass ich als Eisfluencer eine wunderbare (runde) Figur abgeben würde. Das Zeug schmeckt aber auch gut!

Aber jetzt mal zu den richtig guten Nachrichten: Die Stadt Worms bekommt ganze 81 Millionen Euro aus einem Sondervermögen des Bundes (Sie wissen schon, Sondervermögen sind diese Dinger mit Geld drin, bei denen keiner weiß, wo sie herkommen und die für die echten Probleme eh nicht reichen und eigentlich „Sonderschulden“ heißen müssten). Dr. Bims hat mich natürlich direkt an der Marktplatzampel in meinem neuen Dienstferrari (dem weißen Testarossa) abgepasst und mich gefragt, was die Stadt eigentlich mit der ganzen Kohle macht? Helge Schneider hätte damit natürlich die Würstchenbude finanziert, die in seinem Zimmer steht und an die Wandelhalle angrenzt.

Aber mal Spaß beiseite: Ich hoffe, die Stadt kann endlich mit einem kleinen Teil des Geldes ein neues Jugendzentrum umsetzen, und vielleicht haben dann auch halbstarke Jungs auf Elektrorollern einen sinnvollen Ort, um ihre Energie anderweitig auszuleben. Alleine schon für meinen Freund, den Tisch.

Bis nächsten Monat. Jim Walker Jr.