Die kleine Lügenwelt der AfD

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Wie die Partei mit Halbwahrheiten Stimmung macht

Die Spaltung der Gesellschaft hat inzwischen ein bedenkliches Maß angenommen und die AfD und ihre Anhänger tragen einen großen Teil dazu bei. Das Jahr 2019 hat uns gelehrt, dass wir nicht länger wegsehen dürfen, wie eine Partei durch Lügen, Leugnen und Falschmeldungen einen Keil in die Gesellschaft treibt. Demokraten des Landes, vereinigt euch gegen die AfD!!

„Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft
werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten,
bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten,
bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss
den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf.“
Erich Kästner

Dabei ist der Erfolg der AfD in erster Linie der Angst ihrer Wähler geschuldet. Angst ist der Ursprung aller negativen Gedanken und Gefühle. Bei den einen ist es die Angst vor einem fremden Kulturkreis, bei anderen einfach nur die Angst, sozial noch tiefer abzustürzen. Dann sucht man sich eben jemanden, der noch schwächer ist und bestenfalls keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Zugegeben: Es ist nur ein sehr schmaler Grat zwischen echter Angst vor etwas Fremdem und blankem Rassismus, wenn ausgerechnet dort die Angst am größten ist, wo der Ausländeranteil am niedrigsten ist. Und die AfD ist die Partei, die diese Ängste weiter schürt, wenn ihre Pressemaschinerie hauptsächlich nach Straftaten von Ausländern auf Hochtouren läuft oder bewusst Falschmeldungen in die Welt gesetzt werden. Standhaft leugnet die AfD weiterhin als einzige im deutschen Bundestag vertretene Partei die menschengemachte globale Erwärmung und führt damit die Arbeit von Wissenschaftlern ad absurdum. Bei ihrer Gründung im Jahr 2013 unter Parteichef Bernd Lucke war die Partei in erster Linie eine Euro-kritische Partei und traf damit einen Nerv bei den Wählern, die Angst hatten, bei einschneidenden Veränderungen hinten runter zu fallen. Dann gab es im Jahr 2015 einen Putsch innerhalb der Partei – es sollte nicht der letzte bleiben – und plötzlich waren andere Leute am Ruder, die sich in erster Linie auf das Thema „Flüchtlinge“ stürzten. Konnte man anfangs noch von typischen Protestwählern sprechen, so hat die AfD mittlerweile eine feste Stammwählerschaft, die vor allem der Wunsch nach einer restriktiven Zuwanderungspolitik eint. Derweil trug die Propagandaarbeit der Partei immer mehr Früchte. Im Laufe der Jahre wurde die AfD zunehmend zum Auffangbecken für den kleinen Mann, der früher die SPD gewählt hat, und sich dort nicht mehr wahrgenommen fühlt. Dass die vermeintlich „Abgehängten“ ausgerechnet eine Partei wählen, deren Parteiprogramm nun überhaupt nichts mit sozialer Gerechtigkeit zu tun hat, macht die Sache noch bitterer. Aber auch frustrierte Ex-CDU/CSU-Wähler, denen ihre Partei nicht mehr radikal genug ist, fanden hier eine neue Heimat. Die Parolen, mit denen die AfD heute wirbt, waren schließlich in den Achtzigern griffige Wahlslogans der Christdemokraten. Von daher ist nicht jeder, der die AfD wählt, ein Nazi. Aber jeder, der die AfD wählt, wählt Nazis. Denn heute ist die Partei ein Sammelbecken für Altnazis, ehemalige NPD Leute und Rechtsradikale aus dem ganzen Land und bringt skurrile Führungspersonen wie Alexander Gauland, Björn Höcke oder Beatrix von Storch hervor. Teile der Partei unterhalten Verbindungen zu neurechten Gruppierungen, beispielsweise zur rechtsextremen Identitären Bewegung und der islamfeindlichen Organisation Pegida.

Wer jetzt noch AfD wählt, der will nicht mehr protestieren, sondern Verhältnisse wie in Deutschland von 1933 bis 1945. Es ist jedoch ein Irrglaube, zu denken, ohne Flüchtlinge wären die eigenen Probleme gelöst. Der nächste in der Kette sind die Schwachen und Unproduktiven – also vermutlich ein Großteil derer, die heute AfD wählen und sich davon Besserung versprechen.