EIN LAND STEHT STILL

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Corona und die Auswirkungen auf die Wirtschaft

Abgesehen von denen, die die Grundversorgung und die medizinische Versorgung aufrechterhalten, sind die restlichen Arbeitnehmer in Schockstarre. Wer aktuell in Deutschland Home-Office machen kann, tut das. Die restlichen Arbeitnehmer leisten Kurzarbeit, sind krankgeschrieben oder bereits entlassen. Klar ist schon jetzt, dass die Corona-Krise eine der größten Wirtschaftskrisen der Nachkriegsgeschichte auslösen wird.

Nachdem zuerst die Unterhaltungsbranche zum Erliegen kam, folgten kurz danach Einzelhandelsgeschäfte, der Dienstleistungssektor und Teile der Industrie und des produzierenden Gewerbes. Langsam fraß sich das Virus im weiteren Verlauf durch weitere Teile der Wirtschaft. Für Gastronomen und Hotels, die traditionell im Januar und Februar schwache Umsätze einfahren, hätte die Saison gerade erst richtig losgehen sollen. Ohne Hotelbuchungen und ohne Reiseverkehr ist natürlich auch die ohnehin gebeutelte Reisebranche schwer getroffen. Nach dem Wegfall des Frühjahresgeschäftes dürfte die Pleite von Thomas Cook 2019 nicht die letzte unter den Reiseveranstaltern gewesen sein, zumal viele Bürger derzeit fleißig ihren bereits gebuchten Sommerurlaub stornieren. Unter den Fluggesellschaften hat die Lufthansa schon frühzeitig Kurzarbeit angeordnet, aber auch kleinere Airlines haben schwer zu kämpfen mit dem Flugverbot. Der Einzelhandel hat zur besten Jahreszeit nur Fixkosten, aber keinerlei Einnahmen. Fitnessstudiobetreiber müssen sich auf Rückforderungen von Mitgliedsbeiträgen einstellen, wenn ihre Mitglieder nicht trainieren können – die horrende Miete für den Bunker läuft derweil normal weiter. Zu den Leidtragenden gehören natürlich auch zahllose Sportvereine in ganz Deutschland, die derzeit zur trainings- und spielfreien Zeit verurteilt sind. Man könnte noch endlos viele Branchen aufzählen, die durch das Coronavirus stark gebeutelt sind. Das Tröstende an der Sache ist, dass es eben fast alle trifft.

DIE WAHREN HELDEN DER CORONA-KRISE
Post und Paketdienste, Müllabfuhr, Polizei – sie alle halten das öffentliche Leben am Laufen. Natürlich auch die Kassiererin im Supermarkt, die jeden Tag ihre Gesundheit riskiert und nun immerhin durch eine Glaswand geschützt wird. Bezeichnenderweise sind die Helden dieser Tage ausgerechnet die Berufsgruppen, die gemeinhin zu den am schlechtesten bezahlten gehören. Dazu gehören natürlich auch Ärzte und Pflegekräfte, die in dieser Zeit Unmenschliches leisten. Gleichzeitig haben sie darunter zu leiden, dass auch das deutsche Gesundheitssystem in den letzten beiden Jahrzehnten systematisch kaputtgespart wurde. Die Schließung kommunaler Kliniken, die chronische Unterversorgung mit Pflegepersonal, die klägliche technische Ausrüstung oder der zunehmende Krankenhausbettenabbau rächen sich nun in der Krise. Auch die zunehmende Privatisierung von Kliniken war ein Fehler der Politik. Gesundheit ist ein zu wichtiges Gut, um dieses Feld Spekulanten zu überlassen. Das hat auch Spanien erkannt und nach Ausbruch der Corona-Krise kurzerhand alle privaten Kliniken und Gesundheitsdienste verstaatlicht. Corona sollte uns lehren, dass das Gemeinwohl über dem Profitinteresse Einzelner stehen sollte. Auch in Deutschland müssen die Krankenhäuser in Zukunft wieder verstaatlicht werden.

EINE KRISE BIRGT AUCH CHANCEN
Die bisher angebotenen Hilfsprogramme des Bundes können die Verluste der meisten Unternehmer allenfalls abfedern, aber keinesfalls auffangen. Je nachdem, wie lange die Corona-Krise mit ihren aktuell sehr restriktiven Maßnahmen noch anhält, wird sich das Wirtschaftsleben, so wie wir es bisher kannten, mitunter massiv verändern. Wenn das Wirtschaftsleben auch über den Sommer stillsteht, wird das eine weltweite Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes auslösen. Wenn (fast) alle betroffen sind, wäre das allerdings eine gute Gelegenheit, um die freie Zeit zu nutzen, einige Entwicklungen der letzten Jahre noch einmal zu überdenken und die Weichen neu zu stellen. Solange beispielsweise Arbeitslohn höher besteuert wird als Kapitalerträge, ist das eine gefährliche Entwicklung, die es zu stoppen gilt. Man sieht das aktuell schmerzlich im Gesundheitswesen, wo Personal fehlt, weil Gewinne und die damit verbundenen Dividenden wichtiger waren als Menschenleben.

Deswegen müssen wir uns mit Fragen beschäftigen wie:

  1. Sollte jemand für seinen unbezahlbaren Einsatz für die Gesellschaft nicht auch ordentlich bezahlt werden? 
  2. Wer ist wirklich systemrelevant und schafft einen gesellschaftlichen Mehrwert?

WER PROFITIERT VON DER KRISE?

„Wir stehen am Rande einer weltweiten Umbildung, alles was wir brauchen, ist die richtige allumfassende Krise und die Nationen werden
in die neue Weltordnung einwilligen.“ David Rockefeller (Juni 1991)

Sieht man vielleicht ab von Investmentbankern, die – bequem von ihrem Home-Office aus – aktuell auf fallende Kurse an der Börse setzen und damit die durch die Corona-Krise entstandenen Kursverluste locker wieder kompensieren, sind es in erster Linie die Global Player, die von der Corona-Krise profitieren. Zum Beispiel US-Großinvestor und Unternehmer Warren Buffet, der den Crash an den Börsen durch Verkäufe selbst ausgelöst hatte und danach mit seinem Investment-Unternehmen BERKSHIRE HATHAWAY, das über finanzielle Mittel im Wert von 128 Milliarden Euro verfügt, auf Einkaufstour ging – stets auf der Suche nach langfristig attraktiven Schnäppchen, sprich: Aktien, die stark im Kurs eingebrochen waren. Auch Jeff Bezos dürfte von der Krise ordentlich profitiert haben. Während alle Geschäfte geschlossen sind, läuft sein Onlinehandel wie am Schnürchen. Wenn die Menschen über Wochen hinweg in Isolation in ihrem Zuhause leben, bestellen sie aber nicht nur fleißig bei Jeff Bezos‘ AMAZON, sondern surfen auch im Internet über das Betriebssystem von MICROSOFT von Bill Gates. Das sind immerhin drei der vier reichsten Menschen der Welt, die zusammen über unfassbare 275 Milliarden Euro verfügen und deren Business auch in Krisenzeiten bestens floriert. Ausgerufen wurde die Corona-Pandemie von der Weltgesundheitsorganisation WHO, deren heimlicher Chef Bill Gates ist. Insgesamt hat die „Bill und Melinda Gates Stiftung“ der finanziell klammen WHO seit der Jahrtausendwende 2,5 Milliarden Dollar gespendet. Der Deutschlandfunk schrieb dazu bereits im Juli 2018: „Was gesund ist, bestimmt Bill Gates“. Wer jetzt noch die Verflechtungen von Bill Gates in verschiedene Pharmafirmen kennt, kann durchaus ins Grübeln kommen, ob die restriktiven Maßnahmen der Staaten, ihre Länder wirtschaftlich lahm zu legen, wirklich nötig waren. Und wer tatsächlich davon profitiert.

GELEBTE SOLIDARITÄT
In Deutschland wird derweil in den Sozialen Medien nach Solidarität mit denen aufgerufen, die von der Corona-Krise am härtesten getroffen wurden. Auch Pflegekräfte erhalten in diesen Tagen häufig ein virtuelles „Dankeschön“, von dem sie allerdings auch nicht ihre Miete zahlen können. Man darf also hoffen, dass die Solidarität auch noch nach Corona anhält, wenn die Pflegekräfte mehr Geld fordern.

Gelebte Solidarität sollte man in Deutschland allerdings auch von denen erwarten, die von der Corona-Krise profitieren. Mir fielen spontan drei Namen ein, z.B. Beate Heister (ALDI Süd), die Familie Theo Albrecht (ALDI Nord) und Dieter Schwarz (LIDL, KAUFLAND) die zusammen über ein Privatvermögen von mehr als 60 Milliarden Euro verfügen, das trotz Corona-Krise sogar noch weiter gewachsen sein dürfte. Hier kann man durchaus erwarten, dass diese Leute der Gesellschaft einen Teil davon zurückgeben. Es geht gewiss nicht darum, Arm und Reich gegeneinander aufzuhetzen. Aber warum sollen diese unfassbaren Vermögen über Generationen weitervererbt werden, wenn es die Menschen in Deutschland aktuell dringender denn je gebrauchen könnten?