Ein mahnendes Kunstprojekt mit Plastikmüll

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Eröffnung „Pop Up-Festival“ mit der Ausstellung des Clean River Projects

20. September 2019 | Regionalladen Lotte – Innenstadt Worms:

Entgegen der Tradition, dass das Festival in leerstehenden Geschäftsräumen eröffnet wird, startete die diesjährige Auflage in einer Räumlichkeit, die gerade umgebaut wird, um am 16. November im neuen Design zu erstrahlen – nämlich der alten Pferdemetzgerei, die zuletzt als Regionalladen Lotte heimische Produkte anbot.

Wie unlängst bekannt ist, begann im Sommer dieses Jahres eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit Tante Klara, dem ehrgeizigen Vorhaben einer Gruppe junger Wormser, die den ersten Unverpacktladen in unserer Stadt eröffnen wollen. Unter dem Namen „Lotte und Klara – regional und unverpackt“ feiert dieses Projekt Mitte November seine Neueröffnung an diesem Ort. Dass das Pop Up-Festival diese Räume für die Eröffnung wählte, dürfte kein Zufall gewesen sein. Denn parallel zum Start des einwöchigen Festivals wurde dort auch zugleich eine Ausstellung eröffnet, die sich mit Plastikmüll in deutschen Gewässern beschäftigte. Unter dem Müll, der im Wasser und am Ufer rumtreibt, dürfte auch der ein oder andere Verpackungsmüll gewesen sein. Allein auf einer Tour von der Mosel bis nach Berlin hatte er gemeinsam mit seinen Helfern rund 45.000 Liter Plastikmüll aus den Flüssen geholt; eine erschreckende Zahl. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Projekt kam dem leidenschaftlichen Kanufahrer und Fotodesigner Stephan Horch, als er auf einer seiner Paddeltouren Schrott aus Plastik und anderen Materialien aus dem Wasser fischte. Im Anschluss machte er daraus bizarre Kunstobjekte. Sein Anliegen ist, ein Bewusstsein für die dramatisch zunehmende Vermüllung von Flüssen und Meeren zu schaffen. Unter dem Namen „Clean River Project“, das 2012 von Horch gegründet wurde, tourt er mit den ungewöhnlichen und erschreckenden Bildern seitdem durch Deutschland. Für sein Engagement erhielt er diverse Preise, u.a. den SWR Ehrenamtspreis „Ehrensache“, mit dem im vergangenen Jahr auch das Pop-Up-Festival ausgezeichnet wurde.

Fazit: Eine ungewöhnliche Ausstellung an einem ebenso ungewöhnlichen Ort, präsentiert von einem nicht ganz gewöhnlichen Festival. Kurzum: Eine runde Sache.