Ein Verein wächst

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Wormatia nutzt Sommerpause, um in Infrastruktur zu investieren

Während bei den Spielern wieder der Schweiß fließt, wird im Hintergrund kräftig an der Infrastruktur des Vereins gearbeitet. Ein neuer Rasen, ein neues Funktionsgebäude, die Umwandlung des Trainingsplatzes in einen Naturrasen – es geht zweifellos voran bei der Wormatia, bevor es ab August wieder um Punkte in der Regionalliga geht.

Man könnte aber nun wahrlich nicht sagen, dass es in der Sommerpause ruhig bei der Wormatia zugehen würde. Nach dem letzten Saisonspiel gegen den 1. C Saarbrücken fand noch eine zünftige Grillparty der Regionalliga und der Frauenmannschaft auf dem Rasen statt, dann wurde nach 65 Jahren endlich Abschied genommen von einem Platz, der aufgrund seines desolaten Zustandes in den letzten Jahren immer wieder Bestandteil heftiger Diskussionen war, galt der Wormser Platz doch als einer der schlechtesten der Liga. Am Dienstag nach Pfingsten wurde der alte Rasen von der Firma Heinrich Schmidt KG Tiefbau abgetragen. Vorher durften aber noch Fans im Stadion vorbei schauen und sich einen Stück von dem heiligen Rasen ausschneiden, der in den letzten 65 Jahren so viel miterleben durfte. Anschließend wird das Spielfeld grundlegend saniert, erhält Drainage, Bewässerungsanlage und ein Hybridrasen-System. Besonderheit ist hier der kunstfaserverstärkte Untergrund. Dadurch wird das Spielfeld wesentlich belastbarer und die Regenwurmproblematik gelöst. Außerdem wird die für den Schulsport notwendige Rundlaufbahn saniert, wie bisher mit einem für diese Zwecke ausreichenden Tennenbelag („Asche“). Was die Kosten angeht, plant die Stadt mit Gesamtkosten in Höhe von rund 650.000.- Euro. Davon entfallen etwa 470.000 Euro auf die Rasensanierung samt Beregnungsanlage und 180.000 Euro auf die Laufbahn. Der VfR Wormatia muss sich an der Finanzierung beteiligen und 20% der Kosten der Rasensanierung übernehmen. Die Sanierung selbst wird einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass der Rasen frühestens im Oktober bespielbar sein wird, was jedoch nicht zuletzt abhängig ist von den Witterungsverhältnissen. Wo während der Sanierungsphase gespielt wird, steht übrigens noch nicht fest. Als Ausweichort wird immer wieder das Ludwigshafener Südweststadion genannt, jedoch scheint auch ein Ausweichen auf den Platz der TSG Pfeddersheim durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen. Immerhin ist man auf der Suche nach einem Ausweichtrainingsplatz beim TUS Neuhausen fündig geworden, der sein Gelände zum Training zur Verfügung stellt.

Wormatia Worms investiert noch weiter in die Infrastruktur

Das ist aber noch nicht alles an Baumaßnahmen, denn auch ein neues Funktionsgebäude wird im hinteren Stadionbereich entstehen. Zudem wird der bisherige Trainingsplatz in einen Kunstrasen umgewandelt. Hintergrund für diese Maßnahmen ist die hohe Auslastung der Trainingsplätze und der vorhandenen Umkleidekabinen sowie nicht zuletzt die erfreuliche Entwicklung in der Frauenabteilung des VfR Wormatia 08 Worms. Rund 40 neue Spielerinnen haben sich im Jugend- und Aktivenbereich Wormatia angeschlossen. Deshalb war es unerlässlich, eine Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten und der Umkleidekabinen herbeizuführen. Mit dem neuen, zweiten Kunstrasen, der gegenüber dem bisherigen Naturrasen einen Trainingsbetrieb nahezu das ganze Jahr zulässt, werden zusätzliche Trainingskapazitäten geschaffen. Durch das neue Funktionsgebäude im hinteren Stadionbereich bei den Trainingsplätzen mit Umkleideräumen, Duschen und Besprechungsraum, erfolgt auch hier die zwingend notwendige Erweiterung. Der 1. Vorsitzende Tim Brauer erklärt hierzu: „Ohne die Durchführung der beiden Maßnahmen, deren Kosten zusammen rund 400.000 Euro betragen, wäre es nicht möglich gewesen, die außerordentlich positive Entwicklung unserer Frauenabteilung zu realisieren. Trotz der bereits laufenden Maßnahmen am Rasen des Hauptspielfeldes in der EWR-Arena, bei dem wir schon 100.000 Euro an Eigenleistung aufbringen müssen, kann der Verein diese beiden Großprojekte durchführen. Hierzu in die Lage versetzt uns eine zweckgebundene Erbschaft von einem viele Jahre der Wormatia treuen Mitglied. Daneben haben sich dankenswerter Weise kurzfristig weitere Gönner und Sponsoren sowie der Landessportbund Rheinland-Pfalz an der Finanzierung beteiligt. Insgesamt ist auch dies wieder ein bedeutsamer Schritt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des Vereins“. Mit der Umgestaltung des Trainingsplatzes von Natur- auf Kunstrasen wurde bereits begonnen, der Bau des neuen Funktionsgebäudes soll baldmöglichst folgen.

Aus sportlicher Sicht

Wie schon in unserer letzten Ausgabe ausführlich berichtet, werden einige Spieler den Verein verlassen, die man gerne noch behalten hätte (Sascha Wolfert zu Viktoria Aschaffenburg, Kristian Maslanka zu Kickers Offenbach, Ali Özgün geht voraussichtlich in die Türkei), dafür wurde mit Patrick Auracher, der von Holstein Kiel kommt, die Lücke in die Innenverteidigung bereits wieder geschlossen. Immerhin hat Trainer Sascha Eller mit den beiden Torhütern Paterok und Utecht, in der Abwehr mit Gopko (fällt leider in der Vorrunde wegen Kreuzbandriss aus), Maas, Auracher, Karwort, Stulin, im Mittelfeld mit Loechelt, Himmel, Hiemeleers und Antonaci sowie im Sturm mit Saiti und Torjäger Florian Treske eine schlagkräftige Elf beisammen, die im letzten Jahr immerhin auf Platz 5 landete. Da jedoch die Abgänge hauptsächlich mit Jugend- oder Perspektivspielern aufgefüllt werden, aus der eigenen Jugend stoßen Fabian Eck und Sebastian Schmitt zum Regionalligakader, ist nicht zu erwarten, dass der Verein noch einen „Kracher“ verpflichten wird, weshalb das Saisonziel erneut nur „Klassenerhalt“ lauten wird. Während der Vorstand also im Hintergrund in die Infrastruktur investiert und den Verein langsam wachsen lässt, hält man in Sachen Regionalligakader an der Marschroute fest, dass man auf junge, hungrige Spieler vertraut, die von Trainer Sascha Eller in der Vorbereitung und im Rundenverlauf hoffentlich genauso geformt werden, wie ihm das bereits in der letzten Saison vorzüglich gelungen war. Eller will zunächst die nötigen Punkte gegen den Abstieg sammeln, bevor man eventuell wieder etwas weiter nach oben schielt. Da im Moment jede Menge Testspieler bei der Wormatia im Einsatz sind und nahezu täglich Veränderungen am Kader stattfinden können, müssen wir, was Neuzugänge angeht, als Monatsmagazin nur auf die Tageszeitungen oder die sehr informative Internetseite des Vereins verweisen: www.wormatia.de.