Stadt sucht nach Lösungen im Kampf gegen den Zigarettenmüll

Längst hat man sich an das Bild arglos weg- geworfener Zigarettenstummel gewöhnt, die die Wormser Fußgängerzone säumen. Dennoch ist es ein lästiges Ärgernis. Abgesehen davon, dass Rauchen ein Gesundheitsrisiko ist, ist der Abfall zudem giftiger Sondermüll. Verschiedene Verbände nahmen sich nun des Themas an und initiierten die erste „Kippenwoche“.

Die Mengen sind gewaltig und das nicht nur in der Fußgängerzone. Als der BUND eine Säuberungsaktion rund um das Bildungszentrum veranstaltete, kamen rund 1,5 kg Zigarettenstummel zusammen. Für die Wormser Entsorgungsbetriebe sind die Stummel wiederum ein logistisches Problem. Bei den allgemeinen Säuberungen bleiben die kleinteiligen Zigaretten oft liegen, da sich die Helfer/innen auf den groben Schmutz konzentrieren. Um auf das Problem medienwirksam aufmerksam zu machen, beschlossen die ebwo AöR, die Mobile Jugendarbeit des Diakonischen Werkes Rheinhessen, das Kinder- und Jugendbüro sowie der Naturschutzbund Worms-Wonnegau, eine gemeinsame Aktionswoche speziell gegen das „Zigaretten-Littering“ (so der neuenglische Begriff) zu organisieren. An der Aktion beteiligten sich überwiegend Schulklassen. In den Sozialen Netzwerken zeigten sich viele Kommentatoren darüber empört, dass man Kinder den Dreck anderer wegmachen lässt. Der Gedanke dahinter ist jedoch nachvollziehbar. So möchte man bereits frühestmöglich Menschen auf die Auswirkungen ihres Handelns aufmerksam machen.

Die Zahlen dieses Handelns sind indes traurig beeindruckend. Alleine in der KW sammelte man rund um die Bäume 6.000 Stummel ein. Belohnt wurden die Schulklassen wiederum mit Geldbeträgen. Um das Problem zukünftig in der Innenstadt weiter zu verdeutlichen, hängen aktuell „Abstimmungsaschenbecher“ im Stadtgebiet. Raucherinnen und Raucher können mit dem Einwerfen ihrer Kippe in den Sammelbehälter eine Frage beantworten. Das soll auf humorvolle Weise dazu animieren, seine ausgerauchte Zigarette ordentlich zu entsorgen. Zudem ist seit einigen Wochen der grasgrüne Solar Abfallbehälter „Mr. Fill“, der 240 Liter Müll verträgt, prominent auf dem Obermarkt platziert. Wie Bürgermeisterin Stephanie Lohr im Gespräch mit unserem Magazin erklärt, sei dieser vorerst nur in einer Testphase und soll optisch auf das Müllproblem in der Innenstadt aufmerksam machen. Lohr hofft, dass die Bürger/innen zunehmend für das Problem sensibilisiert werden. Sollte allerdings die Stadt weiter unter der Last des Mülls leiden, könnte das eine Erhöhung der Müllgebühren für jeden Bürger bedeuten, da die ebwo womöglich dann öfters anrücken müsste, fügt Lohr an. Und das kostet eben Geld. Am Problembewusstsein hat sich bisher allerdings noch nicht viel geändert. Wer aktuell durch die Fußgängerzone schlendert, stößt unlängst wieder auf das gewohnte Bild. Schade!

 

Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf