Noch etwas Sand im Getriebe

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Licht und Schatten bei der neuformierten Mannschaft von Wormatia

Drei Siege und drei Niederlagen lautet die bisherige Bilanz von Wormatia Worms in der Regionalliga Südwest. Einstellung und Moral der Truppe scheinen zu stimmen, gleichwohl ist noch viel Sand im Getriebe, was die noch fehlende Abstimmung und mangelnde Konstanz des neuen Teams von Trainer Steven Jones angeht.

Wenn jemand vor der Saison gesagt hätte, dass die Wormatia nach sechs Spieltagen mit neun Punkten auf Platz 7 steht, wäre jeder Fan sofort einverstanden gewesen. In Anbetracht eines knackigen Auftaktprogramms mit drei Spielen gegen Mannschaften, die das obere Tabellendrittel als Ziel im Visier haben, zwei Auswärtsspielen gegen starke U23-Teams von Bundesligisten und einem Heimspiel gegen Astoria Walldorf, sind neun Punkte durchaus ansehnlich. Die nimmt dem VFR auch keiner mehr weg. Gerade die ersten beiden Siege der Saison, zuhause gegen den FC Homburg und bei der SV Elversberg, waren mit viel Glück, Lattentreffern des Gegners, aber auch dank einer großartigen Moral der neu zusammengewürfelten Mannschaft von Trainer Jones zustande gekommen.
Beide saarländische Teams warteten zwar mit einer reiferen Spielanlage und den besseren Torchancen auf, aber der 2:1-Sieger hieß beide Male Wormatia Worms. Wie hoch speziell der Sieg gegen Homburg zu bewerten ist, zeigt die Entwicklung des FCH, der anschließend fünf Spiele in Folge gewann und nach sechs Spieltagen Platz eins belegt. Wer nach dem Traumstart mit zwei Siegen dezent nach oben in der Tabelle geschielt hat, erlebte im folgenden Heimspiel eine ernüchternde 1:3-Niederlage gegen Astoria Walldorf. Die in den vorherigen Spielen so starke Defensive der Wormatia war hierbei in der Anfangsphase schwer ins Schwimmen geraten und man lag nach neun Minuten bereits 0:2 im Hintertreffen. Zwar kämpfte sich der VFR durch einen Treffer von Dorow in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit noch einmal heran, aber nach dem Konter zum 1:3 (65.) war die Partie gelaufen. Die folgende Auswärtspartie bei der U23 von Mainz 05 fand lange Zeit auf Augenhöhe statt, bis die Mainzer Offensive kurz vor der Pause zwei individuelle Schnitzer in der Wormser Abwehr gnadenlos ausnutzte. Mit der 2:0-Führung im Rücken ließen die 05er in der zweiten Hälfte nichts mehr anbrennen. Es folgte ein deprimierendes 1:6 gegen Werder Bremen im DFB-Pokal, bei dem allenfalls Torhüter Keilmann und Burgio Normalform erreichten. Aber von dieser Schlappe ließ sich der VFR nicht beeindrucken und zeigte vier Tage später gegen den SSV Ulm eine wichtige Trotzreaktion. Nach drei Niederlagen in Folge (inkl. dem Pokalspiel gegen Bremen) landete man gegen die ambitionierten Ulmer, die zuvor den amtierenden Pokalsieger Eintracht Frankfurt aus dem Pokal geworfen hatten, einen wichtigen 1:0 Sieg durch Dimitrios Ferfelis in der 89. Minute, sonst hätte man sich erst mal wieder Richtung Tabellenkeller orientieren müssen. Denn bereits im folgenden Auswärtsspiel bei der U23 der TSG Hoffenheim setzte es eine deutliche 0:5-Schlappe, die allerdings schlimmer klingt, als es wirklich war. Bei einem Chancenverhältnis von 8:8 und drei Mal Aluminium, das die Wormser trafen, hätte tatsächlich auch ein Unentschieden dem Spielverlauf entsprochen.

Bisher auffällig ist: Wenn der VFR in Führung ging, wurde das Spiel gewonnen. Wenn der Gegner das erste Tor schoss, hat man verloren. In den nächsten fünf Spielen trifft man auf vier Teams, gegen die der VFR eine Favoritenrolle einnimmt. Bekanntlich sind es aber die vermeintlich leichteren Spiele, in denen man sich in der Vergangenheit schwer tat. am 31.08. kommt Aufsteiger SC Hessen-Dreieich nach Worms, eine Woche später geht es zum FSV Frankfurt (08.09.), bevor am 15.09. das Heimspiel gegen die U23 des SC Freiburg ansteht. Danach muss der VFR zum Meisterschaftsfavoriten 1. FC Saarbrücken reisen (22.09.), ehe Eintracht Stadtallendorf in die EWR-Arena kommt (29.09.). Mit neun Punkten aus diesen fünf Spielen könnte sich Wormatia Worms im oberen Mittelfeld der Tabelle festsetzen.