Knapp überm Strich

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Wormatia geht auf einem Nichtabstiegsplatz in die Winterpause

Noch ein Spieltag am ersten Dezember-Wochenende, dann geht die Regionalliga Südwest vorzeitig in die Winterpause. Für die Verantwortlichen der Wormatia gilt es nun, eine turbulente Vorrunde, u.a. mit dem vorzeitigen Rücktritt von Trainer Sascha Eller, zu verarbeiten und hoffentlich die richtigen Schlüsse für die Rückrunde zu ziehen, in der das einzige Saisonziel nur noch „Klassenerhalt“ lauten kann. Im Pokal ist man ja bereits, mal wieder, vorzeitig gescheitert.

Unabhängig vom Ausgang der letzten Partie am 05. Dezember beim Bahlinger SC wird Wormatia Worms aller Voraussicht nach knapp „überm Strich“ in die Winterpause rutschen. Auf Platz 13 hatte sich der VFR schon seit längerem eingenistet. Bei fünf möglichen Absteigern wäre das der letzte Nichtabstiegsplatz. Turbulent war die Vorrunde insofern, weil der Erfolgstrainer der letzten Saison nach gerade einmal zehn Spieltagen – für viele überraschend – die Brocken hinwarf. Nach Sascha Ellers Abgang übernahm Co-Trainer Steven Jones, fuhr direkt zwei Siege ein und galt fortan als Wunschkandidat des Vorstandes für den Rest der Saison. Da dieser nicht über eine entsprechende Trainerlizenz verfügt, um einen Regionalligisten trainieren zu dürfen, soll es eine Ausnahmeregelung richten. Jones passe perfekt ins Profil, schließlich sei die interne Anforderung an den Trainer der Wormatia, dass er aus der Region stammen und den Verein kennen solle. „Er sollte außerdem wenig kosten“, konnte man sich als jemand, der weiß, dass in den Finanzplanungen des Vereins kein erneuter „Startrainer“ vorgesehen war, dazu denken. Aber vielleicht wäre der frisch gekürte Trainerwunschkandidat des Vereins, Steven Jones, in der Winterpause noch einmal einer kritischeren Betrachtung unterzogen worden, wenn diesem nicht zuletzt auf neuem Hybrid-Rasen im heimischen Wormatia Stadion zwei eindrucksvolle Siege gelungen wären? Zuvor hatte der VFR vier Partien in Folge in der Liga verloren, dazwischen lag noch das peinliche Pokal-Aus bei Schott Mainz (2:4). Trotzdem sieht nun die Bilanz des Neuen auf der Bank mit vier Siegen und vier Niederlagen in Punktspielen nach seinem Amtsantritt doch etwas freundlicher aus als die seines Vorgängers Sascha Eller, der zuvor in zehn Partien nur zwei Mal gewinnen konnte. Also lag es doch an dem in der Vorsaison noch so erfolgreichen Eller, dass zu Saisonbeginn etwas Sand im Getriebe war? Zumindest wurde das aus Spielerkreisen nach außen kolportiert. Nach dem peinlichen 2:4-Pokal-Aus bei Schott Mainz schlug die Stimmung in der Fanschaft um. „Erst den Trainer raus mobben und dann keine Leistung abliefern“, so der Vorwurf der Fanseite. „Ihr seid doch nur sauer, weil euer Liebling weg ist“, lautete die unbeholfene Antwort der Spieler. In der Folge des Pokalspiels schien ein Keil zwischen Mannschaft und Fans zu sein. Hinzu kam, dass auch das folgende Heimspiel in Ludwigshafen gegen Erzfeind Eintracht Trier, wenn auch sehr unglücklich, mit 1:2 verloren ging. Da man mit dem 2:3 bei Mitkonkurrent Neckarelz auch im vierten Spiel in Folge erfolglos blieb (zuvor bereits 0:1 gegen SV Waldhof in Ludwigshafen sowie 1:2 bei Hoffenheim II.), stand das Team von Jones vor dem ersten „echten“ Heimspiel der Saison gegen Astoria Walldorf auf neuem Hybrid-Rasen gewaltig unter Druck, die Niederlagenserie zu beenden, was mit einem eindrucksvoll herausgespielten 3:0 auch gelang. Nur sechs Tage später packte das Team um Kapitän Treske in Sachen Einsatz noch eine Schippe drauf und rang die Zweite vom 1. FC Kaiserslautern unter Flutlicht vollkommen verdient mit 2:1 nieder. Angetrieben wurden sie von ihren lautstarken Fans, die im zweiten echten Heimspiel der Saison maßgeblichen Anteil daran hatten, dass das Spiel nach dem Ausgleich der Lauterer 20 Minuten vor Schluss nicht gekippt ist. Für Trainer Jones war der Sieg insofern wichtig, weil es ihm in seiner jungen Trainerkarriere zum ersten Mal gelungen ist, eine Krise seiner Mannschaft wieder abzuwenden und nicht auf einen Abstiegsplatz abzurutschen. Jetzt kann man etwas entspannter Weihnachten feiern, bevor es ab 27. Februar 2016 mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken weiter geht, zwei Wochen später kommt dann Kickers Offenbach nach Worms.