Sagen Sie mal, Herr Bims?

, , Leave a comment

Teil 67: Neue Oberbürgermeister braucht das Land

Jetzt bewerben sich sogar sechs Personen um das Amt des Oberbürgermeisters von Worms. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, was halten Sie denn davon, dass auch dieser komische Vogel zu Ihrer Linken OB werden will?“

Vorab: Peter Englert ist der kollegialste aller Kollegen, die ich jemals hatte oder zukünftig noch haben werde. Wenn mal wieder ein Leser bei uns in der Redaktion anruft, um sich zu beschweren, dass dieser Bert Bims absolut unmöglich sei, ist Peter stets der Erste, der mir Applaus spendet. Und ich habe das Gefühl, dass diese Bewunderung ehrlich gemeint ist. Sein größtes Handicap ist sicherlich, dass keine Süßigkeiten im Büro vor ihm sicher sind. Diese Warnung muss ich vorab an seine zukünftigen Kollegen im Wormser Rathaus schicken. Lasst am besten nichts offen rumstehen, euer neuer OB hat seine Finger überall. Ansonsten bringt der Peter beste Voraussetzungen mit. Er ist in keiner Partei und somit noch nicht politisch versaut. Er ist jung genug, um (noch) nicht korrupt und weitestgehend unbestechlich zu sein, außer durch besagte Süßigkeiten. Ich denke aber, in Relation zu den Schmiergeldern, die Politiker üblicherweise einstecken, sind so ein paar Schokoriegel eher zu verschmerzen. Um das aber gleich anzufügen, Peter ist nicht nur korpulent, sondern auch äußerst kompetent. Ich stelle mir schon bildlich das strahlende Gesicht der 100-jährigen Oma vor, wenn ein junger Mann in einem bunten Anzug breit grinsend mit einem Blumenstrauß vor ihrer Tür steht. Oder wie er einem älteren Paar zur Diamantenen Hochzeit als Ständchen einen Chanson aus ihrer Jugendzeit vorsingt. Außerdem noch Steuergelder verprassen, die Premierengäste der Nibelungen-Festspiele am roten Teppich begrüßen oder sich von seinem Chauffeur durch Worms kutschieren lassen. Quasi all das, was unseren aktuellen OB auszeichnet, könnte der Peter auch. Oder wollen Sie lieber 24 Jahre lang unter der Herrschaft Kissels stehen? Bei dem bloßen Gedanken daran, rollen sich bei manchen von alleine die Fußnägel hoch. Sogar innerhalb der SPD. Wenn dann aber wieder Wahlen anstehen, zeigen die Sozialdemokraten stets große Einigkeit. Die SPD Ortsvereine haben sich im letzten Jahr noch fröhlich grinsend zusammen mit Marcus Held für großflächige Plakate am Ortseingang ablichten lassen, als die Staatsanwaltschaft schon ganz fest ihren Daumen auf dessen Akte gedrückt hatte. Heute wollen sie von dem kriminellen Immobilienfachmann aus Oppenheim am liebsten gar nix mehr hören.

Ich dagegen kann den Kandidaten Peter Englert guten Gewissens empfehlen. Die Leichen in seinem Keller beschränken sich auf ominöse Auftritte mit einer ominösen Band mit einem „Ö“ im Namen oder nächtliche Saufgelage in der Funzel. Von harten Drogen ist nichts bekannt, Allerdings soll er schon einmal an einem Joint gezogen, aber, ähnlich wie sein Politikerkollege aus Amerika, Bill Clinton, nicht inhaliert haben. Bedenklich werden könnte allenfalls sein legendärer Auftritt bei den Nibelungen Festspielen vor fünf Jahren, wo er allabendlich im Badezuber onanierte und dafür den Titel „Wichser des Jahres 2013“ im WO! Magazin abstaubte. Der erste große und bedeutende Preis für Englerts schauspielerische Leistungen könnte ihm im OB-Wahlkampf zum Verhängnis werden. Sicherlich werden sich einige Wähler fragen, ob man so einen Wichser zum OB wählen kann? Der weise Philosoph Lukas Podolski würde in seiner entwaffnend-ehrlichen Art hierzu vermutlich sagen: „80 Prozent von euch – und ich auch – haben sich auch schon mal in der Badewanne einen runtergeholt…“ Deswegen sage ich klipp und klar: Wer sich diesbezüglich frei sprechen kann, der werfe den ersten Stein auf unseren neuen Oberbürgermeister…

Als überzeugter Demokrat, Parteien-Misstrauer und Urwormser werde ich am 4. November das tun, was ganz viele junge und junggebliebene, innovative, fortschrittlich denkende Wormserinnen und Wormser machen werden:
Ich mache mein Kreuz bei Peter Englert.

Versprochen!
Ihr Bert Bims

PS: Und jetzt her mit dem Schokoriegel, Herr Oberbürgermeister in spe!