„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

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Erlebnisse eines Vorstadtschreiberlings Teil 12: Wiederholungen!

Autor: Bert Bims

Da jeder in der Redaktion seinen Senf über das abgelaufene Jahr abgeben darf, kann auch ein Society-Reporter wie ich, der überall rumkommt, unmöglich mit seiner Meinung hinterm Berg halten. Deshalb höre ich Sie auch schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal Herr Bims, wie fanden Sie denn das Jahr 2013?“

„Beschissen wäre geprahlt!“ würde der Wormser gemeinhin wohl sagen. Erst wurden nur wir überwacht, dann auch noch Mutti und als wäre das nicht schon Skandal genug, hat Deutschland dann auch noch eine GroKo herbei gewählt. Ja, seit’s ihr deppert? Von daher richte ich meinen Blick in unser kleines beschauliches Heimatstädtchen, das schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als die SPD erstmals das Ruder übernommen hat, seine Unabhängigkeit erklärt hat. Dort hat sich zwar ganz viel zugetragen, aber doch ist es immer wieder erschreckend, dass auch das Leben in Worms vom Prinzip nur aus ständigen Wiederholungen besteht – nur merken das halt zu wenige. Ich hab deshalb mal meine ganz persönliche Bestenliste der immer kehrenden Wiederholungen erstellt.

„Pressemeldung des Jahres 2013“ (sowie der Jahre 1999 bis 2012 + mutmaßlich 2014):

„Trotz intensiver Kontrollen haben wir nichts Verdächtiges gefunden in der XXX“ (Die drei Kreuze sind wahlweise zu ersetzen durch: Untere Kämmererstraße, Rheinstraße, Friedrichstraße, Altstadt o.a.).“

Hans-Joachim Kosubek

„Wer suchet, der findet!“ Ein Spruch, der leider nicht immer zutrifft. Denn wenn der Kosu sucht, will er halt auch nichts finden, denn das würde auch gleichzeitig „mehr Arbeit“ bedeuten. Und das kann man dem Kosu unmöglich zumuten, schließlich wurde er gerade erst von SPD und CDU zum Bürgermeister und damit zweithöchsten Machthaber im Freistaat Worms hochgeklüngelt. Da wird nix mehr geschafft. Fragen Sie mal seinen Vorgänger, den Büttler Schorsch, der dieses Jahr endlich in Rente gegangen ist. Übrigens: Für mich eine der wenigen wirklich erfreulichen Meldungen im Jahr 2013.

„Leier des Jahres 2013“ (sowie der Jahre 2003 bis 2012 sowie mutmaßlich bis 2019, wenn Kissels Amtszeit endet):

„Die Stadt Worms ist hoch verschuldet und es wird immer schlimmer!“

Michael Kissel

Zugegeben: Wirklich überraschend ist diese Nachricht nicht, obwohl ja die Steuereinnahmen für die Stadt so hoch wie noch nie waren. Aber wenn man halt einen OB hat, der den Geldbeutel seiner Bürger ziemlich locker sitzen hat, wird der Schuldenberg nun mal größer statt kleiner. Im Übrigen wird sich daran in den nächsten fünf Jahren nichts signifikant ändern, so dass wir diese alte Leier wohl noch mindestens fünf Mal vom aktuellen OB um die Ohren gehauen bekommen. Und vermutlich noch fünf Mal wird sich der Herr Neureuther von der FDP fürchterlich darüber aufregen. Wenigstens einer, den das noch juckt. Sollen doch der kleine Justin und die süße Jaqueline unseren Deckel abtragen.

„Bauprojekt der Herzen 2013“ (sowie vermutlich auch 2014, wenn die ersten Bagger anrücken…):

„Das Haus am Dom“

Architekturbüro
Heidenreich & Springer

Nachfolger solch illustrer Preisträger wie dem Nibelungenmuseum oder dem nie gebauten Ramada-Hotel am Dom ist ganz eindeutig der erste Entwurf für das „Haus am Dom“. Wie sich diese feine Architektur elfengleich in diese sensible Umgebung eingewoben hat. Fantastisch! Endlich wird das Wahrzeichen der Stadt so zugebaut, wie sich die Bevölkerung das schon immer gewünscht hat. Die Kirche hat wirklich ein feines Gespür dafür, wie die Leute da draußen so ticken. Und das für gerade einmal 3,5 Millionen. Der zweite Entwurf verschlingt sogar 4,5 Millionen. Zuzüglich der Sanierung des Lioba-Hauses kommt da ein nettes Sümmchen zusammen. Aber wer hat, der hat und muss schnell Geld ausgeben, bevor der neue Papst Franziskus noch weiter die Leute mit seinem Bescheidenheitswahn nervt. Also wird das neue „Haus am Dom“ wohl gebaut und die in diesem Zusammenhang spannendste Frage lautet: Treten dann mehr Leute aus der Kirche aus oder kündigen mehr WZ-Leser ihre Abos?