Sagen Sie mal, Herr Bims?

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Teil 83: Mein persönlicher Jahresrückblick

Das abgelaufene Jahr 2019 war ein Jahr der beschisseneren Sorte. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, wie fällt denn Ihr persönlicher Jahresrückblick aus?“

PERSÖNLICHER HÖHEPUNKT DES JAHRES:
Im Jahr 2019 musste der Verlag im dritten Jahr hintereinander wegen mir keine Rechtsanwaltshonorare, Gerichtskosten oder gar Schmerzensgelder an Lokalpolitiker zahlen. Noch 168 Kolumnen, dann hab ich meinen internen Kosubek-Deckel endlich abbezahlt. Jippie!

PERSÖNLICHE ENTTÄUSCHUNG DES JAHRES:
Michaela Schaffrath
Die Frau, mit der ich weite Teile meiner Jugend verbracht habe, hat mich bei der Premiere der Nibelungen-Festspiele keines Blickes gewürdigt, geschweige denn, dass sie mir eine Widmung auf meine VHS-Videokassetten geschrieben hätte. Wahrscheinlich weil sie so einen Lackaffen bei sich hatte. Wütend und enttäuscht zugleich habe ich umgehend die Premiere verlassen und zuhause aus Frust Ginas größten Filmklassiker „Die Sperma-Klinik“ angesehen, was im Übrigen auf Platz 46 meiner „persönlichen Höhepunkte des Jahres“ gelandet ist.

ZERSTÖRUNG DES JAHRES:
Rezo zerstörte die CDU
Immer nur auf der SPD rumhacken, macht irgendwann auch keinen Spaß mehr. Es gibt ja noch die CDU, die im Jahr 2019 von einem Blauhaarfrosch namens Rezo derbe zerstört wurde. 16,4 Millionen Mal wurde sein Video bei Youtube angesehen, in dem Rezo Dinge sagt, die wir alle irgendwie schon wussten. Aber schön, dass es mal einer zusammengefasst hat. Als Erinnerungsstütze, falls Sie mal versehentlich CDU wählen wollen.

ERKENNTNIS DES JAHRES:
„Ich unterstütze AKK.“ (= Anderen Kanzler Kandidaten)
Nachdem Flinten-Uschi ins EU-Parlament weg gelobt wurde, hätte es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen können. Aber dann sagte Mutti Merkel zu Annegret Kramp-Karrenbauer: „Was, du willst Kanzlerin werden? Mach erstmal Verteidigungsministerium, dann sehn wir weiter….“ Jetzt haben wir den Salat. Und die CDU braucht einen AKK – anderen Kanzler Kandidaten.

REDEWENDUNG DES JAHRES:
„Ich klöckner jetzt!“ (= Ich scheiß auf meine Verantwortung)
Eines muss man der Nestlé-Sympathisantin Julia Klöckner lassen: Konsequent ist die Winzertochter. Der Julia geht nicht nur das Wohl der Tiere am Allerwertesten vorbei, auch die Gesundheit der Menschen scheint ihr ziemlich Latte zu sein (Stichwort: Glyphosat!). Deswegen „klöcknern“ jetzt immer mehr Menschen und scheißen einfach auf ihre Verantwortung.

DEPP DES JAHRES:
H.C. Strache (ehemaliger österreichischer Vizekanzler, FPÖ)
Da labert sich einer im Koksrausch um Kopf und Kragen und beklagt sich anschließend, dass er dabei gefilmt wurde. Das wäre so, als würde sich ein Bankräuber darüber beschweren, dass er von einer Überwachungskamera gefilmt wurde. Das entspricht dem Rechtsverständnis von vielen Rassisten: Straftaten konsequent ahnden – allerdings nur, wenn sie von Ausländern begangen werden.

SCHLAUCH DES JAHRES:
Fake-News in den Sozialen Medien!!!!
Früher musste man diese Schwafler an der Theke einer Kneipe ertragen, heute sitzen sie vorm PC und hacken ihre Verschwörungstheorien in die Tasten. Ich kann typische Fake-News, auf die immer die gleichen Honks in meiner Facebook-Timeline reinfallen, einfach nicht mehr lesen. Bei den bewusst gestreuten Gerüchten wie „Vorsicht, da steht ein schwarzer Mann mit Drogen vor der Schule rum. Passt auf eure Kinder auf!!!!!“ gehen die echten Warnmeldungen vollkommen unter, wie z.B. „Vorsicht Kinder, es ist Wahlkampf, Marcus Held lungert wieder mit roten Brotdosen vor Schulen rum!“

COMEBACK DES JAHRES:
Marcus Held (Bundestagsabgeordneter und Immobilienmakler a.D.)
Nachdem unser Maggus zunächst mehr als ein Jahr abgetaucht war (krank!), hat er sich im Jahr 2019 endlich wieder Eier wachsen lassen und ist in den Bundestag zurückgekehrt. Als wär nix gewesen. Sein Haus in Oppenheim steht bereits zum Verkauf, aber bis ihm der Prozess gemacht wird, muss er halt noch ein bisschen Geld im Bundestag verdienen. Jetzt, nachdem seine Immobiliengeschäfte etwas ins Stocken geraten sind….

ABGANG DES JAHRES:
Michael Kissel (Oberbürgermeister a.D. und El Presidente des ASB)
Entgegen anderslautender Vermutungen hat sich unser Ex-OB nach seiner Abwahl NICHT nackt in Ketten vors Rathaustor gelegt, sondern ist stilvoll abgetreten. Der Lohn: Ende des Jahres wurde Kissel zum Präsidenten aller Samariter in Rheinland-Pfalz bestimmt.

Alles Gute für 2020 wünscht,
Ihr Bert Bims