Na, Beef?

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EIN JAHR (ES GEHT VORAN)

Liebe Leser,

ja, den Titel der Dezemberkolumne habe ich von der wunderbaren Band „Fehlfarben“ geklaut und bei dem ein oder anderen jetzt einen Ohrwurm durch das markante Gitarrenriff ausgelöst. Entschuldigung dafür. 2019 ist Geschichte und unser allseits beliebter Chefredakteur gibt uns die große Aufgabe, einen Jahresrückblick zu verfassen. Na toll, als ob ich mich an irgendwas aus dem Stehgreif erinnern würde. Mal ganz ehrlich, wissen Sie sofort, was Sie im Januar 2019 gemacht haben?

Ich habe jetzt einfach mal meinen Kalender hervorgekramt und festgestellt, dass das Jahr doch sehr ereignisreich war. Zum einen bin ich seit 2019 verheiratet und das immer noch glücklich (Kim, falls du das liest, nein ich habe unseren Hochzeitstag nicht vergessen!). Die Party war auch echt richtig chic, da wir allen Gästen befohlen haben, goldene Partyhüte aufzuziehen. Ein sehr großer Spaß. Stadtrat bin ich seit letztem Jahr auch noch. Was für ein Titel, da kommt man sich direkt 30 Jahre älter vor. Nachdem das (aus welchen Gründen auch immer) mit dem Oberbürgermeister 2018 nichts geworden ist, hatte ich das Gefühl, irgendwie ein bisschen anders intervenieren zu müssen. Obwohl ich schon gelegentlich eine Blutdrucktablette bräuchte und mir auch ganz gern mal an den Kopf fasse, macht mir die Aufgabe trotz allem ein bisschen Spaß. Außerdem war ich im Leute ärgern schon immer recht gut. Als jüngstes Beispiel dient hier eine Anfrage, wie viele PCs in der Verwaltung noch nicht mit Windows 10 ausgestattet sind (Ich bin schon gemein…)?

Aber mal im Ernst und das ist jetzt als ein kleiner Appell gedacht. Es wäre einfach schön, wenn sich mehr Menschen für diese Ansammlung von Häusern namens Worms engagieren und sich einfach mal interessieren würden. Bleibt kritisch, geht in eine Partei oder gründet gern eine eigene. Denn seht es mal so: Die Rebellion gewinnt auch immer nur in Star Wars Filmen und ein paar dieser Filme sind auch hier zum Vergessen. Okay, zurück zum Kalender. Beim genauen Hinsehen entstehen in so einem Jahresrückblick immer Zahlen. Wie oft war man eigentlich beim Sport oder hat was Sinnvolles gemacht? Wie oft war man im Urlaub, hatte frei oder wie viele Tage hat man denn insgesamt 2019 gearbeitet.

Achtung, hier meine kleine persönliche Statistik:
• 9 Theaterstücke an 4 Theatern in insgesamt 76 Vorstellungen gespielt.
• 41 Mal auf einer Party aufgelegt und 11 Mal mit den Döftels irgendwo gespielt.
• Ach, und natürlich 12 atemberaubend gute Kolumnen für das WO! Magazin verfasst. Hust* Hust*

Das Problem dabei, es sind nur Zahlen, es wird nicht erzählt, was wirklich da passiert ist. Auf den ersten Blick sieht man nicht, dass ich nach einer Vorstellung im Krankenhaus gelandet bin, weil ich dachte, bei 42°C im Schatten zu tanzen sei eine tolle Idee. Es ist nicht zu erkennen, wie man Menschen bei einer Party ein Lächeln ins Gesicht zaubert, weil sie einen Song schon 100 Jahre nicht mehr gehört haben. In der Statistik sieht auch keiner, dass die Döftels erstmal ein Gespräch hatten, ob sie überhaupt noch Lust haben und zehn Monate später jetzt mehr Bock wie je zuvor haben. Genau das sind Gründe, warum eine Statistik letzten Endes überhaupt nichts aussagt. Von daher bleibe ich auch 2020 dabei: Einfach mal machen!

Viele Grüße und ein gutes neues Jahr!
Jim Walker Jr.