„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

, , Kommentar schreiben

Erlebnisse eines Vorstadtschreiberlings Teil 13: Wahlkampf

Autor: Bert Bims

Jetzt kommt wieder eine Zeit, zu der Kommunalpolitiker ihre Wähler wie Stubenfliegen umschwirren und um ihre Stimme buhlen. Dann ist man um keine Notlüge verlegen, da ist kein Lächeln zu viel und keine Phrase zu platt. Endlich, es ist wieder Wahlkampf!!

Im Wahlkampf 2014 liegt sogar ganz viel Liebe in der Luft. Nicht nur, dass die Grünen und die FWG Bürgerforum mit Frauen an der Spitze in die Schlacht ziehen. Uwe Radmacher, der neue starke zweite Mann bei der FDP, hat doch tatsächlich seine Lebensgefährtin Maike auf Listenplatz 7 geschmuggelt. Dieser Schlingel! Wollen die beiden Turteltauben etwa echte Gefühle in eine politische Welt bringen, die von Machos wie unserem OB regiert wird? Wobei Kissel ja längst nicht der einzige mit einer Überdosis Testosteron ist. Fragen Sie mal die Wormser Jungliberalen, die können Ihnen ein Lied vom Jürgen singen, der sich ebenfalls nicht auf der Nase rumtanzen lässt. Wobei: Ehrlich gesagt sind mir solche kernigen Typen in der Politik auch lieber, man kann ja nicht ständig auf seine Bürger und sein politisches Fußvolk hören. Wo käme man denn da hin? Es reicht ja schließlich, wenn man im Wahlkampf ein bisschen Interesse vorgaukelt. Anschließend hat man auch wieder vier Jahre Ruhe. Da lohnt sich ein bisschen grinsen hier und da durchaus. Derweil flennt Timo Horst, der neue Messias, quasi der „Jens Guth 2.0“ der Wormser SPD, bei Facebook rum, weil er mal ein bissel Kritik einstecken musste. Stellen Sie sich mal vor, der Hochheimer Shootingstar verliert im Mai auch noch die Macht in seinem Ort, dann landet er womöglich noch als „Wendlerin“ im Dschungelcamp.

Zitat des Monats Januar 2014:
„Gerne zitiere ich den OB: „Ich habe für jeden Ortsbeirat einen eigenen Mülleimer.“

Mathias Englert, FWG Bürgerforum
 
 
 

Für den schönsten Satz dieser virtuellen Auseinandersetzung um die Fußballtore im Pfrimmpark hat übrigens Mathias Englert gesorgt. Danach war mein Tag gerettet bei dem Gedanken an unseren Sonnenkönig, wie er breit grinsend an seinem Schreibtisch sitzt und die Anliegen von Ortsbeiräten „bearbeitet“: „Eine neue Parkbank in Abenheim? Seit wann haben die dort einen Park?“ ABGELEHNT! Ab damit in Mülleimer 1 (A wie Abenheim). Oder Timos Antrag: „Neue Fußballtore für den Pfrimmpark?“ Das ist mitunter schneller zerknüllt, als so ein OB das gelesen hat. Ab damit in Mülleimer 7 (H wie Hochheim) – verdammt daneben, im Mülleimer Herrnsheim gelandet…

Erkenntnis des Monats Januar 2014:
„Michael Kissel ist der Oberbürgermeister aller Wormser!!“

Keine Bange, wir müssen nicht Vitali Klitschko einfliegen, der sich mit Dikta…äh Führungspersonen bestens auskennt, um unsere Rechte durchboxen zu lassen. Denn unser OB hat mit seiner Versöhnungsgeste, einfach so mitten im Kommunalwahlkampf, gegenüber einer von Betrugsvorwürfen und Denunziationen gebeutelten Bürgerinitiative bewiesen: Michael Kissel ist der Oberbürgermeister ALLER Wormser, auch der Nörgler und Kritiker. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie uns das alle hier in der Redaktion beruhigt hat…