„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

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Teil 27: Gegendarstellung

Autor: Bert Bims

Bei meiner letzten Kolumne wäre ich aber politisch geworden, meinten einige Leser nach dem von mir heraufbeschworenen Zweikampf „Michael K. vs. Michael W.“. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal Herr Bims, seit wann interessieren Sie als Society-Experte sich denn für Politik?

Schon immer. Aber obwohl die Politik eigentlich nicht mein Hauptmetier ist, habe ich es mir nicht nehmen lassen, an der letzten Stadtratssitzung teilzunehmen, weil ich mir den NPD-Mops mal näher ansehen wollte. Und dann war der gar nicht da. „Der sitzt grad im Bolles!“ hat mir einer gesteckt. Wie will der Bub denn hinter schwedischen Gardinen Politik betreiben? Aber man muss das pragmatisch sehen. Immerhin kann er im Knast wenigstens keine dummen Anträge stellen, mit denen er die Verwaltung auf Trab hält. Höchstens die Gefängnisleitung, wenn er einen Antrag auf Hofgang stellt. Oder dass er abends mal länger das Licht anlassen darf, weil er gerade „Mein Kampf“ liest. Vielleicht beantragt er auch, dass nicht ausgerechnet immer ER beim Duschen im Gefängnis die Seife aufheben muss. Aber keine Bange, ich habe den Nazi auf der Stadtratssitzung gut vertreten und allen dort anwesenden „Nichtariern“ kräftig eingeschenkt. Dem Wasilakis, der als alter Grieche sowieso ein notorischer Schnorrer ist, hab ich mal gepflegt den Stinkefinger gezeigt, quasi in Vertretung für seinen Finanzminister Varoufakis. Dem italienischen Mofarocker Carlo Riva (alias Karl Riefenstahl) hab ich die Zündkerzen nass gemacht und anschließend ordentlich Zucker in den Tank seiner Moto Guzzi gekippt. Weit ist der Spaghettifresser damit bestimmt nicht mehr gekommen. Und als Pierre Tchokoute Tchoula gesprochen hat, hab ich demonstrativ den Saal verlassen und vorm Rathaus mit ein paar Kindern „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ gespielt. Soll mir also keiner nachsagen, ich hätte mich nicht mindestens genauso dumm wie der Weick verhalten. Einzig den Antrag auf Zwangsabrasierung von Klaus Karlins Schnurrbart wegen zu starker Moslem-Ähnlichkeit habe ich mich nicht getraut zu stellen. Sollten Sie also irgendwann den „Aus-Versehen-Beinahe-Oberbürgermeister“ Karlin ohne Schenkelbürste im Gesicht sehen, hatte mit ziemlicher Sicherheit der Typ von der NPD seine Finger im Spiel. So etwas Menschenverachtendes käme mir nie in den Sinn, einem sechsfachen Familienvater einfach so den Schnorres abzurasieren. Am Ende erkennen die Kinder ihren Papi nicht mehr.

Kein Stress mit dem OB
Auch mit dem Oberbürgermeister will ich es mir nicht verscherzen, seitdem der wieder so durchtrainiert aussieht wie Evander Holyfield vor dem Kampf gegen Mike Tyson (inklusive dem noch vorhandenen Ohrläppchen…). Es reicht schon, dass uns Kissels Anwälte nach der letzten Ausgabe mit Abmahnungen nur so bombardiert haben. Unser Chef musste fast täglich neue Einschreiben auf der Post abholen, wir werden nicht umhin kommen, eine Gegendarstellung abzudrucken. Aber immer noch besser, als den Zorn des Stadtoberhauptes in Form eines linken Hakens beim nächsten Pressegespräch zu spüren.

GEGENDARSTELLUNG:
In der März-Ausgabe unseres Magazins stand zu lesen: „Kissel, der laut aktuellen Messungen anhand seiner Laktat-Werte über die Fitness eines 23-jährigen Triathleten und den Punch eines Super-Mittelgewichtlers wie Arthur Abraham verfügt…“

Richtig muss es natürlich heißen: … „über die Fitness eines 18-jährigen Triathleten und den Punch eines Super-Schwergewichtlers wie Wladimir Klitschko…“

Anmerkung der Redaktion: Wir bitten das Versehen zu entschuldigen und wollten den OB keinesfalls in seiner Sportlerehre kränken.

Hinweis: Wir sind gerichtlich zum Abdruck dieser Gegendarstellung verpflichtet worden. Sollten wir noch einmal behaupten, dass Kissel lediglich einen Punch hat wie Arthur Abraham (dieses Mädchen!!), verlieren wir womöglich unsere Zulassung als staatlich genehmigtes Revolverblatt. Zum Beweis für seine Schlagkraft haben die Anwälte des Oberbürgermeisters ein Video beigefügt, auf dem man eindeutig erkennen kann, wie Kissel den Punchingball auf dem Backfischfest gleich mit dem ersten Schlag aus der Verankerung haut. Respekt, Alder!

PS: Chabos wissen, wer der Babbo ist.