Von fraglicher Freiheit

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Das vorweg: Vor einem Jahr habe ich bereits über das Kapitel „Freiheit“ geschrieben. Haben Sie, lieber Leser (m/w), keine Sorge, ich werde möglichst keine Wiederholungen bringen. Dafür bietet das Thema genügend Anregungen und Stoff, zum Vortragen und Nachdenken.

Die Freiheit ist ein hohes Gut und stellt „das“ Ideal dar. Dennoch scheint es ein ziemlich seltenes Objekt zu sein, obwohl sich Gesellschaft und Staat gern damit schmücken, was da jedoch überwiegend Propaganda ist. Eine seltsame Sache ist, dass machtstrebende Typen zu allen Zeiten sich übermäßige Freiheiten verschafft haben, indem sie große Menschenmassen ihrer Freiheit beraubt haben. Ich denke hier an Napoleon mit einem Heer von 600.000 Mann und Hitler, der über eine Streitmacht von mehreren Millionen herrschte. Doch konnten beide sich selbst nicht von ihrer Geltungssucht befreien! An dieser Stelle ergibt sich ein interessanter Nebengedanke, der lautet: „Der größte Sieg ist der, über sich selbst.“ In jedem Fall besser aber ist, wenn man ohne viel Untertanen und viel (unnützes) Zeug auskommt, also sich selbst weitgehend befreit.

Durch Obiges gelangen wir sogleich zu einem widersinnigen Umstand, dass derjenige, der viel besitzt, letztlich zum Verwalter oder gar zum Sklaven seiner Sachen wird. Das aber ist schwer zu vermitteln in einer materiell orientierten Gesellschaft. „Haste was, biste was“, ist hier die vorherrschende Meinung. Doch sehr viel klüger spricht Erich Fromm in seinem Buch „Haben oder sein“. Und Sie selbst wissen, wer viel besitzt, ist „besessen“ (!) von seinem Geld und Gut und wird nie genug davon kriegen.

Wir sind beim Kapitel „Süchte“ angelangt, was ein besonders umfangreiches ist. Offenbar unterscheidet sich der Mensch vom Tier auch oder gerade durch eine Riesenzahl von Süchten. Damit es nicht bei einer bloßen Behauptung bleibt, folgen jetzt einige deutliche Beispiele: Rauchsucht, Trunksucht, Fresssucht, Magersucht, Vergnügungssucht, Putzsucht, Drogensucht, Tablettensucht, Streitsucht, Mordlust, Fanatismus, Terrorismus, Prunksucht, Kleptomanie, Sadismus, Masochismus, Pyromanie, Geldgier, Machtgier und noch mindestens hundert weitere. Die meisten davon sind nicht, oder nur ausnahmsweise heilbar!

Eine andere Sache, die auch unsere Freiheit einengt, ist der Staat mit seinen unendlich vielen Steuern, die zwar indirekt, aber dennoch tiefe Wirkung haben. Denn, wenn wir 19% an Mehrwertsteuern für alles und jedes zu zahlen haben, so fehlt es uns dadurch an anderer Stelle. Wir können somit weniger reisen und etliche Annehmlichkeiten nicht schaffen. Dass der Staat Geld braucht, sei unbestritten, aber es ändert nichts an meiner Feststellung und zudem verschleudert er Millionen unnütz an allen Ecken und Enden.

Ein riesiges Feld von „Freiheitsberaubung“ besteht in unseren Pflichten, Zwängen, Vorschriften und Verboten, das kaum für Laien erkennbar ist, aber dennoch unmerklich unsere Lebensqualität mindert. Überhaupt nimmt die Bewegungsfreiheit in einer Massengesellschaft ständig ab. Die bekannte Formel lautet dazu: „Masse statt Klasse“. Leider muss ich hier auf konkrete Beispiele aus Gründen der Kürze verzichten. Jedoch empfehle ich jedermann und jeder Frau, selbst einmal gründlich darüber nachzudenken. Sie werden alsdann staunen!

Zwar können wir nur wenig an der obigen ZWANGSLAGE ändern. Jedoch wäre Verdrängen die falsche Reaktion. Trotzdem könnte jeder für sich im Kleinen etwas dagegen tun, z.B. alle Massenveranstaltungen meiden, die ohnehin große Risiken in sich tragen. Besonders, wo jetzt überall blutrünstige Terroristen lauern.

Ich verabschiede mich nunmehr mit einem spaßigen Zitat, dass man nicht so ernst und so wörtlich nehmen möge. Es lautet:

„Wir leben im freiesten Land der Welt,
doch wer´s nicht glaubt, wird eingesperrt.“

Viel Glück und alles Gute für´s neue Jahr!
Ihr Heinz Dierdorf