Wer fi???n will, muss freundlich sein

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ODER Warum Helene Fischer an der Lügenpresse schuld ist

Liebe Leser, tatsächlich darf ich meine zweite Kolumne „Na. Beef?!“ schreiben. Außer einem Übergriff, bei dem man mir heißes Wachs auf den Rücken schütten wollte, habe ich keine negativen Reaktionen erhalten. Danke dafür!

Insgesamt war dieser Monat relativ seltsam, wo man hingeschaut hat, prangerte überall das Wort „Köln“. Köln im Radio, in der Zeitung, im Fernsehen und haufenweise im Internet. Ich bin mir fast sicher, dass auch die Kollegen Fischer und Dirigo Sie in dieser Ausgabe mit den Ereignissen von Köln konfrontieren werden. Insgesamt ist über dieses Thema so viel Sinniges und noch viel mehr Unsinniges geschrieben worden, dass man sich fast nicht traut, auch nur noch ein einziges Wort darüber zu verlieren. Trotzdem kann ich hier leider nicht meine Klappe halten. Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob es ein dickbäuchiger Stammtischdeutscher ist, der einer Oktoberfestbedienung von hinten aufs Dirndl klatscht oder ob es sich um einen engstirnigen arabischen Salafisten handelt, für den eine Frau so viel wert ist wie drei Kamele. Diese Menschen sind nichts weiter als dumme primitive Arschlöcher, die in ihrem Leben bisher zu blöd oder zu dämlich waren, eine Frau mit einem netten „Hallo“ anzusprechen. Euch braucht NIEMAND! Auch in Deutschland (wie auch sonst überall) gilt der altbewährte Spruch: „Wer fi***n will, muss freundlich sein.“ Eine interessante und voll durchdachte Position in diesem Zusammenhang ist auch die Aussage: „Die Polizei ist an allem schuld und hat versagt.“ Ein beliebter Satz von Politikern momentan. Die Polizei ist ein Verein, der durch ständige Einsätze bei Demos, Fußballspielen, das Schützen von Flüchtlingsheimen (weil brauner Müll diese sonst anzündet) und massivem Stellenabbau durch die eben genannten Politiker (HAHAHA!) total überfordert ist.

Noch viel schlimmer als das alles sind internetbenutzende Hausfrauen, die über seriöse Seiten wie „deutsche-wirtschafts-nachrichten“ jeden noch so blöden und hirnrissigen Scheiß teilen und noch schlimmer: auch noch glauben. Hier ist egal, ob die Regierung Merkel ihr Volk mit vergiftetem Trinkwasser vergiften will oder ob Rheuma eine psychologische Kriegswaffe der USA ist. ALLES wird weiter verbreitet! Man hat manchmal sogar den Eindruck, dass Satireseiten wie der Postillion oder die Wormser Zeitung lange nicht an ein solches Niveau heran stoßen. Anfang Januar lief auf ARD das Neujahrsfest der Volksmusik mit Florian Silbereisen und eben dem Sinnbild der atemlosen Hausfrauen/Stammtischfraktion, Helene Fischer. In einer Künstlichkeit, die selbst Cher weit übertrifft, eingehüllt in ein knappes goldenes Kleid und mit viel Hall auf der Stimme „The Power of Love“ von Frankie goes to Hollywood singend, wird es einem klar: Kunst zum Denken ist tot. Lange lebe gleichgeschalteter Helene-Fischer-Kot! Und jede Zeitschrift, die Kritik an ihr und ihrem Erfolg äußert, gehört automatisch zur Lügenpresse und alle, die noch ihre Platten aus den 70ern hören sind Gutmenschen, die den Blick vor der Realität verschließen. Dann stirbt gleichzeitig noch David Bowie und du hast den Salat.

Der Tod von Bowie hat mich diesen Monat besonders getroffen (Mittlerweile sind auch noch Alan Rickman und Glenn Frey tot). Eigentlich müsste ich für David Bowie viel zu jung sein, bekomme ich immer wieder zu hören. Stimmt eigentlich auch. Richtig in Kontakt kam ich mit ihm vor ungefähr sechs Jahren, als ich noch zarte 19 war. Ich kannte zwar bis dato bekannte Hits wie „Heroes“ oder „Let‘s dance“, hatte mich aber nie wirklich mit der Materie beschäftigt, bis eine gute Freundin mir die britische Serie „Life on Mars“, die – neben dem Titel – größtenteils aus Songs von Bowie bestand. Ab da beschäftigte ich mich sehr intensiv mit diesem Mann, besorgte mir die Alben, schaute mir Dokus an, las immer wieder Artikel über ihn und versuchte ihn irgendwie zu verstehen. Man kann sagen, ich war fasziniert, aber auch gleichzeitig inspiriert worden durch diesen Menschen. Ich bin dankbar, dass ich das Vergnügen hatte, viel von ihm hören zu dürfen und hatte sogar einmal das Vergnügen, seine Platte „The Next Day“ im WO! rezensieren zu dürfen. Jetzt ist Bowie weg und alles was bleibt, ist Helene Fischer. Ein Scheiß Monat! Hoffentlich wird der nächste besser…

Bis dahin
Jim Walker jr.