Sagen Sie mal Herr Bims?

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Teil 37: Wormser Dschungelcamp

Autor: Bert Bims

Na, haben Sie auch fleißig „Dschungelcamp“ auf RTL gesehen? Seitdem frage ich mich, warum es eigentlich kein regionales Dschungelcamp gibt, schließlich ist im Wormser Wäldchen jede Menge Platz dafür. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal Herr Bims, wen würden Sie denn ins Wormser Dschungelcamp schicken?“

Natürlich ist im Wäldchen ausreichend Fläche vorhanden, irgendwo ein Lager zu errichten, wo man ein paar Tigerpythons, Leguane und Mistkäfer aussetzen kann, um ein bisschen Dschungelfeeling in der Toskana Rheinhessens zu erzeugen. Irgendwo noch einen Plumpsklo mit genügend Scheißhausfliegen hingepflanzt und schon kann es losgehen. Gut okay, die Rechte an dem TV-Projekt bekäme vermutlich nicht RTL, sondern eher der Offene Kanal Worms, der zwei Wochen lang live aus dem Wormser Dschungelcamp berichten würde. Als Moderatoren werden Markus Wolsiffer und Margit Knab gehandelt. Die entscheidende Frage wird im Vorfeld lauten, ob man denn in Worms überhaupt genügend regionale C-Promis hat, die gegen ein bisschen Kohle nebenbei gewiss nicht „nein“ sagen werden? So typische Freibiergesichter, die es sich erst dann gemütlich machen, wenn sie wissen, dass heute alles umsonst ist. Politiker zum Beispiel. Wobei mir da spontan unser Bürgermeister Hajo Kosubek einfällt, der schon längst in Rente sein müsste, aber offensichtlich vor ein paar Jahren beschlossen hat, bis zu seiner Zwangspensionierung (durch einstimmigen Stadtratsbeschluss!) noch jeden verfügbaren Groschen mitzunehmen. Außerdem muss ja jemand für Sicherheit und Ordnung im Wormser Dschungelcamp sorgen. Um gleich im Bereich Politik zu bleiben, darf natürlich auch Stadtratsmitglied Michael Weick nicht fehlen. Der erst kürzlich von der NPD zum Islam konvertierte Vollzeitpolitiker könnte endlich vor einem Millionenpublikum (im OK Worms!) zeigen, dass er zwar nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber doch eigentlich ein ganz lieber Kerl ist. Gelingt ihm das nicht, droht die klassische Karriere: Stadtrat, Dschungelcamp, Endstation: Babystrich. Wobei man in diesem Fall wohl eher von Babyspeckstrich sprechen sollte. Klar muss auch der Wormser Schauspieler schlechthin mitmachen, denn ein TV-Projekt in Worms, das von Dutzenden Kameras begleitet wird, da darf ein Andrè Eisermann natürlich nicht fehlen. Als Ersatz für den diesjährigen Muskelmann im RTL-Dschungelcamp, Thorsten Legat, könnte man doch mal bei dem Wormser Ex-Kultboxer Lothar Longwitz anfragen. Der ist ehrlich, absolut umgänglich und trägt sein Herz auf der Zunge. Und wenn einer Stress macht, dann sorgt der Lothar schon für Ruhe im Camp. Nix Kasalla, da gibt’s auf die Fresse, wenn einer dumm kommt. Als Drama-Queen würde ich Roger Kegel vorschlagen, der 2011 in „Biggest Loser“ auf Kabel 1 zur Camp-Diva avancierte und „Sieger der Herzen“ wurde. Jede Wette, der Roger ist gar keine Mimose, sondern entpuppt sich im Laufe der Sendung als echte Rampensau und wird, wenn er seinem Team damit die notwendigen Sterne sichern kann, zur Not auch innerhalb von 60 Sekunden einen gerade erst frisch abgeschnittenen Büffelkopf verschlingen. Inklusive dem Fell außen rum. Für viele gilt Roger nicht umsonst als Geheimfavorit, weil er bereits vor zwei Jahren unter Aufsicht des „Nibelungenkurier“ Dschungelprüfungen im Dehner Gartencenter durchgeführt hat. Als heißeste weibliche Anwärterin auf den Titel der „Dschungelkönigin“ wird Mechthild Vogel gehandelt. Als Krawallschachtel würde sich die Kultfastnachterin bestens eignen, damit vor allem den Herren Politikern mal gehörig der Marsch geblasen wird. Fürs Auge sollte natürlich auch was ins Dschungelcamp. So könnte man doch die aus Worms stammende gerade frisch gekürte Miss Rheinland- Pfalz, Sarah Boos, verpflichten. Oder Arabella Naas, die noch amtierende Backfischfestbraut, würde ebenfalls für einen Blickfang sorgen – unter all den schönen Männern (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!). Quasi von der Backfischfestbluse in einen sexy Zweiteiler. Na, wenn das dem Offenen Kanal keine Rekordeinschaltquoten beschert, weiß ich auch nicht mehr weiter. Ist ja nicht so, dass wir hier nicht genügend schöne Frauen hätten. Unn net jedi Fraa in Worms am Rhoi hot digge Boi!! Außerdem wird die Fresse links von mir teilnehmen, da Jim Walker jr. (Schauspieler, Sänger, Kolumnist, Entertainer) als mittelloser Künstler dafür bekannt ist, dass er jeden Scheiß mitmacht, wenn ein bisschen Kohle dabei rausspringt. Sicher wird er es sich auch nicht nehmen lassen, seine einzigen beiden erlaubten Mitbringsel, ein WO!-Magazin und die aktuelle Döftels CD, vollkommen ungeniert in jede erdenkliche Kamera zu halten. Ach ja, fast hätte ich den traditionellen Quoten-Neger vergessen, wofür ich Roberto Blanco vorschlagen würde. Sie werden sich jetzt sicher fragen, was denn diese spaßsüchtige Grinsebacke mit Worms zu tun hat? Eigentlich nix, außer dass er schon seit einigen Jahren Dauergast auf der Premiere der Nibelungen Festspiele ist und mir beim letzten Mal am Büffet den letzten Kalbsrücken, den ich gerade in meine mitgebrachte Tupper-Schüssel packen wollte, vor der Nase weggeschnappt hat. Aber Hauptsache blöd grinsen dabei. Dann kann er auch ins Wormser Wäldchen kommen, dort gibt’s bei der ersten Dschungelprüfung lecker Thüringer Waldeselpenis, Mufflonhoden, Uhu-Augen und warmen Urin, frisch abgefüllt von den Erdmännchen nebenan im Wormser Tierpark. Meine Kandidaten stehen also fest, meine Nominierung für die erste Dschungelprüfung ebenfalls (Hajo, Hajo!), die entscheidende Frage lautet nun: Wann geht’s endlich los mit dem ersten Wormser Dschungelcamp?

Euer Bert Bims