Zwei neue Einrichtungen für ein menschenwürdiges Leben

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Es heißt, eine Gesellschaft ist immer nur so stark wie ihre schwächsten Mitglieder. Wenn man diese Stärke daran festmacht, wie derzeit soziale Träger neue Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Senioren mit Betreuungsbedarf eröffnen, dann sieht es für unsere Zukunft ganz gut aus. Während die Lebenshilfe Worms bereits seit August ihre neue Tagesförderstätte in Osthofen mit Leben füllen konnte, dauert es bei der Seniorenresidenz, die derzeit in Mörstadt entsteht und vom Caritasverband Worms e.V. unterhalten wird, noch ein paar Wochen.

Der Verein lud dennoch Interessierte und Presse zu einer „Baustellenparty“ ein, um vor Ort die Fortschritte seit dem Baubeginn Ende 2018 zu verdeutlichen. Am Ortseingang von Mörstadt angesiedelt, entschied man sich dafür, nicht neu zu bauen, sondern eine bestehende Immobilie an die Anforderungen einer Senioreneinrichtung anzupassen. Die meisten Mörstädter dürfte das Gebäude bisher in einem anderen Zusammenhang kennen, nämlich als „Wonnegauer Landgasthof“. 35 Jahre lang wurde dieser von dem Ehepaar Keil geleitet, ehe sie den Betrieb aus Altersgründen aufgeben mussten. Das Ehepaar ließ es sich dann auch nicht nehmen, bei dieser „Party“ vorbeizuschauen und zu erwähnen, dass es auch nach der Eröffnung ab und an vorbeischauen würde, um gemeinsam mit den anderen Bewohnern zum Beispiel zu singen. Geplant sind in dem Haus drei Bereiche: Zum einen eine im Erdgeschoss untergebrachte Wohngemeinschaft für bis zu zwölf pflegebedürftige Senioren. Der Schwerpunkt soll hier auf Menschen mit einer dementiellen Erkrankung liegen. Außerdem wird es im ersten Stock eine Tagespflege (Voraussetzung Pflegestufe 2) für 14 Senioren geben, die an allen sieben Tagen geöffent sein wird. In dieser befinden sich ein Ruheraum, ein Therapieraum, der Aufenthaltsraum mit Küche sowie ein Pflegebad. Ebenfalls im ersten Stock und auch im Dachgeschoss wird es kleine Wohnungen mit eigener Kochnische geben. Dort können sich Senioren einmieten, die beispielsweise wegen fehlender Barrierefreiheit zuhause nicht mehr wohnen können. Vier Wohnungen sind zudem über eine offene Verbindung miteinander gekoppelt. Die Senioren leben dann weitgehend selbstständig, können aber jederzeit auf die Hilfe der Pflegekräfte zurückgreifen. Im Moment wird noch unter Hochdruck gearbeitet. Eigentlich wollte man schon im September eröffnen. Verschiedene Hürden wie der Aufzug, der erst später geliefert werden kann, verzögern das Projekt. Aktuell hofft man darauf, Ende Januar eröffnen zu können. In Osthofen ist der Alltag bereits eingezogen. Dort finden zwölf behinderte Menschen seit August einen Platz. Die Förderstätte soll den Menschen dort nicht nur eine Tagesstruktur geben, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das Haus ist so konzipiert, dass im Obergeschoss Platz für eine spätere Erweiterung ist. Geplant wurden übrigens beide Einrichtungen von dem Osthofener Architekten Jörg Deibert. Aktuell ist man zuversichtlich, Ende Januar eröffnen zu können, bis dahin gilt es noch einiges zu tun.