Das Vergessen

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Als unerwünschter Dauerbegleiter

Kaum etwas Anderes macht uns mehr zu schaffen, als das leidige Vergessen. Überall im Leben ist es plötzlich da und bringt uns in Verlegenheit, beim Nachdenken, bei Prüfungen, beim Reden und Schreiben. Ab einem bestimmten Alter nimmt es gewöhnlich stärker zu. In jüngeren Jahren gibt es eine dem Vergessen ähnliche Art, es ist das Verdrängen, das von Personen gemacht wird, die unangenehme Dinge und Erlebnisse aus der Erinnerung los werden zu wollen. Ich erfahre soeben von einem Lehrer, dass das Verdrängen bei Schülern öfter vorkommt.

Wenn das Erinnern im Alter stärker nachlässt, oder ganz ausfällt, ist es eine Krankheit, genannt DEMENZ. – Während Erinnerungslücken für die Betroffenen peinlich sind, gibt es genug Leute, die unpassende Witze über die Geplagten machen. Doch rate ich Ihnen, liebe Leser/innen, sich von diesen Späßen fernzuhalten. Wenn Sie Pech haben, werden Sie später auch (sehr) vergesslich. – Was wohl jedem schon passiert ist, dass Sie in ein anderes Zimmer gehen, stehen Sie auf einmal da und wissen nicht mehr, was Sie dort wollten.

Es ist an der Zeit, etwas Positives zu bringen. Und zwar kann man hier und da etwas gegen das Vergessen tun. Da gibt es verschiedene Methoden, sich aus der Verlegenheit zu retten. Die muss sich jeder selbst schaffen. Über spezielle Worte und Gedanken kann man so zum Ziel gelangen. Nun ein konkretes Beispiel aus der Welt der Operette. In der FLEDERMAUS heißt es lustig und charmant: „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht zu ändern ist.“ – seien Sie nicht zu leichtgläubig. Denn alle Erinnerungslücken sind mehr oder minder ärgerlich und peinlich. Im schlimmsten Fall können sie uns beim Examen durchfallen lassen.

Noch ein anderes Beispiel aus dem praktischen Leben: Da war ein „höherer“ Arzt, der einen erkrankten Patienten als mittel-dement falsch bezeichnete. Das wurde sehr bald von mehreren anderen Ärzten korrigiert. Diese stellten lediglich eine leichte Vergesslichkeit fest, die im Rahmen des Normalen liegt.

Wir wollen uns jetzt ein bisschen mit unserem „Denkapparat“ (Gehirn) befassen. In diesem finden alle Denkvorgänge statt, auch das lästige Vergessen geschieht hier. Das höchst komplizierte Gehirn besitzt etwa 100 Mrd. Nervenzellen und wiegt rund 1 kg. Hier werden praktisch alle Aktivitäten gesteuert. Schade, dass es so wenig genutzt wird.

Wir kommen nunmehr zum heutigen Ende. Die bekannte „Spaßkiste“ darf nicht fehlen. Sie bildet jetzt den Schluss:

Sagt ein Ehemann zum Anderen:
„Wie machst Du dass nur? Du vergisst keinen Deiner Hochzeittage.“
Der Gefragte antwortet:
„Ganz einfach, an diesem Tag ist Schalke deutscher Meister geworden.“

Ihr Heinz Dierdorf