Mehr Begeisterung für Bildung
WO! im Gespräch mit Stephan Müller (1. Vorsitzender MINTeinander Worms e.V.)
Die wichtigste Ressource, die eine Gesellschaft besitzt, ist Bildung. Sie ist das Fundament, auf dem die Zukunft aufbaut. Und um die steht es aktuell allerdings nicht gut. Umso wichtiger ist es, dass es Initiativen und engagierte Bürger gibt, die der Bildung einen prominenten Auftritt erlauben. „Machen statt nur Zusehen“ – dieses Motto beschreibt den Kern des noch jungen Vereins MINTeinander Worms e. V., der im Mai 2025 ins Leben gerufen wurde. Auch wenn der Verein eine eigenständige Neugründung für Worms ist, bringen die Beteiligten bereits viel Erfahrung im Bildungsengagement mit. So hat der 1. Vorsitzende des Vereins, Stephan Müller, als Stiftungsvorsitzender und mittlerweile Vorsitzender des Stiftungskuratoriums über Jahre hinweg Projekte der Stiftung Gauß-Gymnasium Worms begleitet und wirkte maßgeblich bei der Initiierung von Bildungspartnerschaften mit Röhm und Renolit mit. Gemeinsam möchten die Mitglieder die MINT-Bildung im gesamten Stadtgebiet von Worms stärken. MINT steht für M wie Mathematik, I für Informatik, N für Naturwissenschaften und T für Technik. In einem ersten Schritt ist es den engagierten Bürgern zunächst gelungen, eine Landesförderung als MINT-Region für Worms zu gewinnen. Mit dem Rückenwind dieses Bescheids wurde die Gründung von MINTeinander Worms e. V. am 10. Mai 2025 ermöglicht. Der Verein dient seitdem als Plattform, um in der Bildungslandschaft zu unterstützen und Ideen für Kinder und Jugendliche generationenübergreifend in die Tat umzusetzen. WO! sprach mit dem Wormser Stephan Müller über Ziele und Projekte in den kommenden Monaten.
WO! Was ist ein MINTeinander Verein?
Der Name sagt es eigentlich schon: Echte Veränderung gelingt nur gemeinsam. Wir bringen Schüler, Schulen und Unternehmen enger zusammen und binden die Stadtgesellschaft aktiv ein. Aus diesem Gedanken des Miteinanders ist der Name „MINTeinander Worms“ entstanden.
WO! Was treibt Ihr Engagement an?
Meine größte Motivation ist die Verantwortung gegenüber der nächsten Generation. Ich möchte meiner 26-jährigen Tochter sagen können: Ich habe mich dieser Aufgabe gestellt. Statistiken wie die PISA-Studie zeigen uns, dass Bildung in den letzten Jahrzehnten gesellschaftlich oft nicht den Stellenwert hatte, den sie eigentlich benötigt. Hier sehe ich uns als Zivilgesellschaft gefordert, die Politik an dieser Stelle konstruktiv zu unterstützen.
WO! Was sind die Ziele?
Zuerst geht es uns darum, die bestehenden außerschulischen MINT-Angebote in Worms sicht-bar zu machen. Ein wichtiges Vorhaben ist der Aufbau eines MINT-Clubs als Bindeglied für Kinder und Jugendliche. Wir begleiten das Thema entlang der gesamten Bildungskette und entwickeln bereits vielzählige Initiativen, um das Interesse für Technik und Naturwissenschaften zu wecken. Dabei beziehen wir gezielt Wormser Institutionen ein. Die Geschichte unserer Stadt, zum Beispiel in Verbindung mit den Museen, lässt sich hier gut integrieren. Wir verstehen uns vor allem als Impulsgeber für die Bildung in Worms. Ein aktueller Schritt ist der Aufbau unserer Webseite, die als zentrale Stelle alle Angebote bündelt, diese übersichtlich gestaltet und In-formationen zu unseren Aktivitäten bereitstellt.
WO! Am 20.08. gibt es eine Kick O?-Veranstaltung in der Hochschule. Was ist darunter zu verstehen?
An diesem Tag stellen wir den Verein der Öffent-lichkeit vor. Los geht es um 17 Uhr in der Hochschule Worms, die ein starker Partner in unserem Netzwerk ist. Wir stellen dort unsere Vision, unsere Motivation und den Netzwerkgedanken zur Verbindung aller wichtigen MINT Akteure in Worms vor. Wir möchten aber auch erfahren, was wir als Verein konkret für die Kinder und Jugendlichen, Bildungsträger und die Unternehmen tun können. Für uns ist dieser Termin ein wichtiger Meilenstein, nachdem wir im ersten Jahr das notwendige Fundament für die Vereinsarbeit gelegt haben.
WO! Am 23. Oktober plant ihr zudem das MINT-Festival. Was passiert da?
Das Festival findet im „Das Wormser“ statt und beginnt um 8:30 Uhr. Am Vormittag gibt es praktische Angebote für verschiedene Schulklassen. Wir schaffen dort Gelegenheiten, bei denen Kinder und Jugendliche ganz unkompliziert an Experimentierstationen Dinge ausprobieren können. Ein schönes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit den Entsorgungsbetrieben Worms (ebwo), die ein großes Fahrzeug bereitstellen. So können die Kinder, aber auch deren Eltern und Großeltern, Technik direkt entdecken und anfassen. Da uns das lebenslange Lernen wichtig ist, öffnen wir das Festival ab 13:30 Uhr auch für Familien und Senioren. Es wird Programmpunkte für jedes Alter geben. Die gesamte Veranstaltung ist übrigens kostenlos.
WO! Wir danken für das Gespräch.
Das Gespräch führte: Dennis Dirigo, Foto: Privat










