Das überraschend vielseitige Erbe des Gunter Heiland

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Ausstellungseröffnung „Gunter Heiland posthum“

Text: Dennis Dirigo

29. September 2019 | Das Wormser Kulturzentrum:

25 Jahre lang prägte Gunter Heiland als Kulturdezernent das kulturelle Gesicht der Stadt Worms. Er gilt als Mitbegründer von Jazz & Joy und der Nibelungen-Festspiele. Dass sich hinter dem Verwaltungsfachmann auch ein hoch begabter Künstler verbarg, war nur wenigen bekannt. Ende September wurde nun die Ausstellung „Gunter Heiland posthum“ eröffnet, die ein eindrucksvolles Zeugnis des vielseitigen Schaffens dieses Mannes ist.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Oberbürgermeister Adolf Kessel, der in seiner Rede zunächst dessen Leistungen als Kulturdezernent würdigte, um schließlich auf dessen umfangreiches Schaffen einzugehen, das der 2018 verstorbene Gunter Heiland ein Leben lang von der Öffentlichkeit abschirmte. Heilands Frau erklärte später in einer kurzen, aber bewegenden Rede, dass ihr Mann sich nie als Künstler sah, weswegen er seine Bilder und Texte für sich behielt. Neben einer Auswahl an Skizzen, Zeichnungen und Gemälden hinterließ der Wormser auch eine umfangreiche Sammlung an Gedichten und Erzählungen, die Karl- Heinz Deichelmann parallel zur Ausstellung in einem Buch zusammenfasste, „Die Wormser Republik“. Lebhaft trug Deichelmann dem zahlreich erschienenen Publikum ein paar dieser Texte vor, darunter auch den titelgebenden Text „Die Wormser Republik“. Deichelmann gewährte in seinem lebhaften Vortrag einen kleinen Einblick in die Welt, wie sie Gunter Heiland sah. Geschichten wie „Glücklisch in Rhoihesse“ zeugen von einer feinen Beobachtungsgabe, die sich auch in den vielfältigen Bildern spiegelt, die von Dr. Olaf Mückain, dem Wissenschaftlichen Leiter der Wormser Museen, und dem Künstler Klaus Krier kuratiert wurden. Mückain betonte in seiner Rede, dass der frühere Kulturdezernent Kunst nicht nur organisierte, sondern auch lebte. Die Bilder sind oft geprägt von beißendem Humor, aber auch einer tiefen Melancholie und überschreiten gelegentlich die Grenze zum Surrealismus. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom gefühlvollen Klavierspiel seines Enkels Henry.

Fazit: Faszinierende Ausstellung, die einen anderen Gunter Heiland als den öffentlichen Kommunalpolitiker zeigt und zugleich ehrt. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Oktober 2019 besuchbar.

Öffnungszeiten:

Montag–Freitag 10.00-18.00 Uhr, Samstag 09.00-12.00 Uhr

Bei Veranstaltungen im Tagungsbereich des WORMSERS kann die Ausstellung in Ausnahmefällen nicht zugänglich sein.

Der Eintritt ist frei.