DIE FETTE, FETTE X-MAS SAUSE
Kritik zu „Holly Jolly X-Mas-Party mit The Döftels & Friends“

The Döftels
Dezember 2025 | Das Wormser: Bereits zum dritten Mal luden die DÖFTELS in der Vorweihnachtszeit zu ihrer „Holly Jolly X-Mas-Party“ und erneut war die Dachterrasse vom Wormser ausverkauft. Die knapp 450 Besucher erlebten eine wilde, vorweihnachtliche Sause, bei der vor allem MAMBO KURT die Leute begeisterte.
Für die Gastgeber des Abends, THE DÖFTELS, war nicht nur Weihnachten ein Grund zum Feiern, sondern ebenso die jüngst erfolgte Verleihung des Deutschen Rock- und Pop Preises in gleich drei Kategorien für ihren Song „Killerjungs“ (Bestes deutsches Musikvideo/Song des Jahres, deutschsprachig/Bester deutscher Text). Aber so eigenwillig wie Künstler nun mal sind, stand der Song an diesem Abend nicht mal auf der Set-liste, ebenso wenig wie ihr Megahit „Steil“. Wenn die Leute bei den Döftels nicht steilgehen dürfen, ist das so, wie wenn die Rolling Stones „Satisfaction“ streichen würden. Dafür gab es in den beiden Sets der DÖFTELS, die ganz am Anfang und zum krönenden Abschluss spielten, Weihnachtliches wie „Merry Christmas Everyone“ oder „Christmas all over again“ zu hören. Aus der Opus-Schmonzette „Live is life“ wurde mal eben „Weihnachts-zeit, Lalalalala“, aus „Dancing in the Moonlight“ wurde die deutsche Fassung „Mondlicht“.
Als zweite Band des Abends wussten STEVEN COLE AND THE SANDWICH LIFE aus Aschaffenburg mit luftigleichten Indiepopsongs zu gefallen, im Anschluss sorgte der stimmgewal-tige Gospelchor GET TOGETHER aus Bensheim für weihnachtliche Töne auf der Bühne. Nun waren OTTOS APFEL aus Hamburg an der Reihe, die an diesem Abend von einem Kamerateam des ZDF im Zuge einer Dokumentation für die Sendung „37 Grad“ gefilmt wurden. Die Zwei-Mann-Combo besteht aus Joey Maurice und Maurice, ein in Hamburg lebender Wormser. Ein Mensch mit Down-Syndrom und ein Mensch mit ADHS. Im norddeutschen Raum konnten die beiden mit dem Fan-Song „1910“ für den FC St. Pauli regionale Bekanntheit erlangen. Was die beiden zu-sammen machen, nennt man wohl Kunst. Auf jeden Fall sorgten die skurril anmutenden Songs für viel Aufmerksamkeit, während das Publikum die ekstatische Bühnenshow von Rampensau Joey Maurice feierte.

Um 21 Uhr war die Zeit gekommen für den heimlichen Headliner des Abends, MAMBO KURT. Das ist der Orgelspieler, bei dem Zehntausende Me-tal-Heads auf dem Wa-cken-Festival ausflippen, wenn er so unterschiedliche Songs wie „The Final Count-down“, „Jump“, „I just can’t get enough“ oder „I will follow“ auf seiner Yamaha D-85-Electone-Heimorgel (Baujahr 1980) verwurstet. Es gibt wohl kaum ein uncooleres Instrument aus den Achtzigern, aber wenn der „King of Heimorgel“ einen Song wie „Killing in the Name“ von Rage against the Machine aus den Tiefen seiner Orgel schleudert, dann ist das schon mehr als kultverdächtig. Zum Spielen eines altmodischen Instruments gehört auch der biedere Kleidungsstil von Mambo Kurt, der an die 70er Jahre erinnert, ebenso wie eine Stimme, die eigentlich gar nicht zum Singen geeignet ist.
Im echten Leben ist der Mann ja auch Chirurg, aber zieht nebenbei seit nunmehr 27 Jah-ren orgelspielend durchs Land und lässt sich allerorts von den Leuten feiern. Bei dem Wunschsong der Döftels, „Sing Halleluja“ von Dr. Alban, durften weibliche und männliche Fans auf die Bühne, ehe mit „Sunshine Reggae“ ein Song „für alle Kiffer im Publikum“ ein äußerst kurzweiliges Set beendete. Selten zuvor sind 25 Minuten so schnell verflogen. Wäre es nach dem begeisterten Publi-kum gegangen, hätte Mambo Kurt gerne noch deutlich länger spielen können. Und so war es noch einmal den DÖFTELS vorbehalten, die gute Stimmung aufzugreifen und das Publikum mit ei-genen Songs wie „Schnee von gestern“ oder „Deine Mutter“ bei Laune zu halten.
Da die DÖFTELS in der Vergangenheit mit einem 80er-Song wie „Sternenhimmel“ punkten konnten, streuten sie diesmal mit „Blaue Augen“ von Ideal und im zweiten Teil mit „Major Tom“ von Peter Schilling noch ein bisschen NDW-Stuff mit ein. Da war die Stimmung dann auch ohne „Steil“ auf dem Hö-hepunkt. Da pünktlich um 22 Uhr Schluss sein musste, schickte die Band um Frontmann Peter Englert die Besucher mit einer entspannten Version von „Pina Colada“ auf die „After Wörk Party“ mit dem DJ-Team 80s BABY BY DREITAKT im Innen-raum des Wormser Kultur- und Tagungszentrums. Dort wurde anschließend bis weit nach Mitter-nacht noch kräftig weitergefeiert.
Fazit: Die Weihnachtssause der Döftels entwickelt sich immer mehr zu einem Selbst-läufer mit Gute-Laune-Garantie. Nach Gringo Mayer 2024 und nun Mambo Kurt hängt die Messlatte für 2026 ziemlich hoch.
Text: Frank Fischer, Foto: Andreas Stumpf










