jugendparlament worms

Eine Pressemitteilung des Jugendparlament Worms:

Am Donnerstag, dem 26.08.2021, besuchten das Wormser Jugendparlament und Oberbürgermeister Adolf Kessel den Vortrag „Queere Emanzipationsbewegungen und ihr Echo in Worms“.Die Veranstaltung fand im Liebfrauensaal im Wormser statt und bildete den Auftakt zu einer rheinlandpfalzweiten Vortragsreihe von QueerNet RLP.

Hinter dem zunächst komplexen Titel steckt die interessante Frage, wie queere Personen in der Vergangenheit mit Diskriminierung umgegangen sind. Die Bezeichnung „queer“ ist hier als Oberbegriff von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*identen und Intersexuellen zu verstehen.

Der Vortrag legte den Schwerpunkt auf die juristische Verfolgung und hob zugleich die gesellschaftliche Ächtung und Ausgrenzung hervor.

Die Emanzipationsgeschichte ist hierbei vor allem durch die Geschichten von Schwulen geprägt, welche auch durch den §175 des Strafgesetzbuches besondere Unterdrückung erfahren haben.  Gleichzeitig ist jedoch festzuhalten, dass es in Deutschland bereits im Kaiserreich eine Schwulenbewegung gab, welche zugleich auch die Erste weltweit war. In Bezug auf Worms sticht das sogenannte „Wormser Urteil“ heraus, das im Jahre 1982 den Vertrag zweier schwuler Männer für nichtig erklärte. Glücklicherweise wurde das Urteil vom Landgericht Mainz wieder aufgehoben, jedoch zeigt dies, wie schwer der Weg queerer Emanzipation war. Daran änderte auch die Aufhebung der Strafbarkeit männlicher Homosexualität nichts. Auch in jüngerer Vergangenheit gab es mit den „DINOS“, „die normalen Schwulen“, eine Schwulenbewegung in Worms.

Neben der Verfolgung von Schwulen, war auch lesbische Liebe nicht anerkannt. Darüber hinaus wurden auch Trans*idente Personen verfolgt. Dies lässt sich aber aufgrund einer schlechteren Quellenlage in der historischen Betrachtung schwieriger nachvollziehen.

Die Mitglieder des  Wormser Jugendparlaments lauschten gespannt dem Vortrag, beteiligten sich an der anschließenden Diskussion und nahmen von dem Abend viele neue Eindrücke mit. Daniel Usner, Vorsitzender des Jugendparlaments, stellte fest: „Für uns ist diese Diskussion beinahe surreal. Queere Personen sind für uns Freunde und Bekannte, wie jeder andere auch.“

Nach diesem Abend fühlte sich das Jugendparlament  im Kampf gegen Diskriminierung bestärkt und möchte die Emanzipation und Sicherheit queerer Personen in Worms vorantreiben, indem es die Sichtbarkeit erhöhen und sich für die Sensibilisierung der Sprache einsetzen will.