Ein bisschen mehr Lokalkolorit könnte nicht schaden…

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Ein Kommentar zu „26. Worms: Jazz & Joy“

Keine Frage, man muss den Verantwortlichen schon Respekt zollen, ein solches Event wie „Jazz & Joy“ monatelang zu planen und schließlich auch durchzuführen. 37 Bands auf 5 Bühnen an 3 Tagen, das ist eine logistische Höchstleistung. Auch technisch brillierte die Veranstaltung mit perfektem Sound, lediglich die Überlappungen zwischen den einzelnen Bühnen konnten gelegentlich das Vergnügen ein wenig trüben. Der einzig wirkliche Ausreißer war leider das Sonderkonzert von BossHoss. Hierfür wollten die Offiziellen jedoch keine Verantwortung übernehmen und verwiesen auf den bandeigenen Mischer. Letztlich kann man KVG Geschäftsführer Sascha Kaiser Recht geben, wenn er sagt, dass wir in Worms auf so ein Festival stolz sein können. Stolz kann man in Worms aber auch auf die heimische Musikszene sein. Von der war aber leider wieder mal nicht viel zu hören. Lediglich drei Wormser Bands bot sich die Möglichkeit, auf einer der Bühnen zu spielen. An den Bewerbungen kann es nicht gelegen haben, die gab es durchaus, wie das Band Voting für einen Auftritt sonntags um 13 Uhr (!) zeigte. Dafür gab es in diesem Jahr einige überregionale Wiederholungstäter, wie Joris, Pohlmann und Mats Heilig, die schon einmal die Chance nutzten, ihre Musik im rheinhessischen Worms zu verbreiten. Angenehm fiel der internationale Charakter des Line ups auf. Musik verbindet war hierbei nicht einfach nur ein Satz, sondern auch gelebter Inhalt des Festivals. Stimmt nun noch die Verbindung zur Wormser Musiklandschaft, dürften dem Konzert weitere 26 erfolgreiche Jahre bevorstehen. Dass diese Veranstaltung möglich ist, ist aber auch der Verdienst der vielen Sponsoren, die bei steigenden Bandgagen ein solch buntes Programm ermöglichen. Der klamme Geldbeutel der Stadt dürfte sich über diesen Support auf jeden Fall gefreut haben. Ebenso ist es zu begrüßen, dass auf der Renolit Bühne an der Jugendherberge der Musikinteressierte weiterhin kostenlos Konzerte genießen konnte; ein Angebot, das von vielen genutzt wurde. Nicht selten war ein Durchkommen auf diesem Platz nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Das nahm man jedoch gerne in Kauf.