Ein Neubeginn mit Chancen

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Nach dem Abstieg steht Wormatia Worms vor einer ungewissen Oberligasaison

Nach dem Abstieg aus der Regionalliga fällt der Start in die kommende Oberligasaison für Wormatia Worms noch ein bisschen holprig aus. Die Rahmenbedingungen und das Trainerteam stehen zwar, allerdings fehlten beim Trainingsauftakt noch ein gutes Dutzend Spieler im Kader der Wormatia. Auf den neuen Trainer Kristjan Glibo und die sportliche Leitung warten noch eine Menge Arbeit bis zum Saisonauftakt.

Die Rahmenbedingungen für die erste Oberligasaison nach elf Jahren Regionalliga stehen. Die Sponsoren TST, ROWE und EWR bleiben weiterhin an Bord, allerdings wurden die Zuwendungen für die Oberliga entsprechend gekürzt. Der Etat für den Lizenzspielerbereich bewegt sich zwischen 300.000 und 400.000 Euro. Das ist weniger als die Hälfte der Summe, die im letzten Jahr in der Regionalliga zur Verfügung stand. Damit liegt man in der Oberliga zwar im vorderen Drittel, aber eine Garantie für den Wiederaufstieg ist das natürlich nicht. Frühzeitig fest stand die wichtigste Personalie: Neuer hauptamtlicher Trainer ist KRISTJAN GLIBO, der zuvor sechs Jahre lang bei der SV Sandhausen U23 tätig war und beim VfR Wormatia seine zweite Trainerstation antritt. Als Spieler des SV Wehen Wiesbaden und SV Sandhausen schaff te Glibo zweimal den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dort kam der Innenverteidiger auf 53 Zweitligaeinsätze, ehe er mit 31 Jahren verletzungsbedingt seine Karriere beenden musste. Ihm steht der bisherige Co-Trainer MAX MEHRING ebenso hauptamtlich zur Seite, auch Torwarttrainer CHRISTIAN ADAM ist weiter dabei. Unterstützung gibt es weiterhin von Teammanager IBRAHIM KURT. Nicht mehr Teil des Teams ist der bisherige zweite Co-Trainer MARIO CUC, der aber als Trainer der U19 wichtiger Ansprechpartner bleibt. Aus dem Betreuerteam ausgeschieden sind Videoanalyst REZA NAEEMI und der langjährige Spielbeobachter WERNER ADLER, deren Aufgaben intern neu verteilt werden. Trainer KRISTJAN GLIBO, der sportliche Leiter NORBERT HESS sowie Sportvorstand MARCEL GEBHARDT müssen schnellstmöglich noch ein gutes Dutzend Spieler finden, denn Ende Juli startet die Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar bereits in die neue Saison. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe standen gerade einmal zehn Spieler bei Wormatia Worms für die Oberliga unter Vertrag. Aus dem Kader der letzten Saison sind bislang fünf Spieler übrig geblieben. Der gebürtige Wormser Innenverteidiger TEVIN IHRIG (24), der in der Regionalliga ein zuverlässiger Stammspieler war, hat seinen Vertrag, trotz des Abstiegs, gleich um zwei Jahre verlängert und dürft e einer der Schlüsselspieler des neuen Teams werden. Mit LUCA GRACIOTTI (26) und KOKI MATSUMOTO (24) haben zwei Spieler um ein Jahr verlängert, die in der letzten Saison hauptsächlich Kurzeinsätze vorzuweisen hatten, aber im Verbandspokalfinale gezeigt haben, dass sie in der Oberliga noch eine wichtige Rolle spielen können. Auch PASCAL SCHMIDT (20), der in der letzten Saison keine einzige Minute in der Regionalliga auf dem Platz stand, und PERRIC AFARI, der zuletzt hauptsächlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam, gehören weiter zum Kader. Mit Stürmer LENNART THUM (18) stößt ein talentiertes U19-Eigengewächs zum Oberligakader. Aus dem Dunstkreis des neuen Trainers Kristjan Glibo kommen für die offensive Außenbahn FILIMON GEREZGIHER (19, SV Sandhausen U19) sowie Mittelstürmer JAN DAHLKE (21), der zuvor beim SV Sandhausen II mit 26 Toren in 31 Spielen maßgeblich zum Aufstieg in die Oberliga beigetragen hat. Von Arminia Ludwigshafen kommt Stammtorhüter KEVIN URBAN (22), vom Ludwigshafener SC Torjäger JAN-PHILIPP SCHÜNKE (18), mit 32 Treffern Torschützenkönig der A-Jugend-Regionalliga Südwest. Damit zum Trainingsauftakt am 24. Juni ein geregelter Betrieb möglich war, tummelten sich neben U19 und U21-Spielern der Wormatia auch jede Menge Testspieler auf dem Trainingsplatz.

Definitiv den Verein verlassen werden: Giuseppe Burgio (Astoria Walldorf); Jan-Lucas Dorow (Rot Weiß Essen), Niko Dobros (VfR Aalen), Sascha Korb (1. FC Schweinfurt 05), Tom Scheffel (VSG Altglienicke), Stephane Tritz (SV Oberachern), Aret Demir (Hanauer SC), Eugen Gopko (TSG Pfeddersheim), Chris Keilmann (FSG Riedrode), Andreas Glockner (Karriereende).
Bei Redaktionsschluss noch ungeklärt war die Zukunft von: Malte Moos, Ünal Altintas, Leon Volz, Lukas Radau, Niklas Reichel, Jure Colak, Dino Bajric, Dimitrios Ferfeli.

Noch viel Arbeit für die Verantwortlichen, dezente Vorfreude bei den Fans
In Sachen Neuverpflichtungen muss und wird sich also in den nächsten Wochen noch etwas tun, schließlich soll sich die neue Wormatia Mannschaft auch ein bisschen einspielen vor dem Saisonauftakt. Ein stabiles Gerüst an Stammspielern aus der letzten Saison ist nicht übrig geblieben, es muss sich erneut ein komplett neues Team finden. Auf junge, hungrige und noch entwicklungsfähige Spieler aus der Region zu setzen, scheint nicht der schlechteste Weg zu sein. Vor diesem Hintergrund aber vom „direkten Wiederaufstieg“ zu sprechen, dürfte etwas vermessen sein, zumal die Wormatia als Absteiger automatisch zu den Gejagten gehört. In der Anhängerschaft hat sich die Niedergeschlagenheit nach dem unnötigen Abstieg etwas gelegt und es ist zwar keine Euphorie, aber, ähnlich wie im Verein, so etwas wie Aufbruchsstimmung zu erkennen. Nicht wenige sehen den Abstieg auch als Chance für einen ordentlichen Neubeginn. Denn immer dann, wenn bei der Wormatia etwas mehr Geld zur Verfügung stand, ist man vom eingeschlagenen Weg abgekommen und hat auf Söldner zurückgegriffen, die dank obskurer Spielerberater jedes Jahr den Verein wechseln. Da die Regionalliga Südwest durch den Drittligaaufstieg von Waldhof Mannheim und die Aufsteiger FC Bayern Alzenau, Bahlinger SC, FC Gießen und Rot-Weiß Koblenz an Attraktivität eingebüßt hat, ist sogar eine gewisse Vorfreude auf eine Oberligasaison mit Spielen gegen alte Rivalen wie Eintracht Trier, TUS Koblenz oder Röchling Völklingen oder dem Stadtderby gegen die TSG Pfeddersheim spürbar. Trotzdem werden die zuletzt schon in der Regionalliga leidensgeprüften Anhänger der Wormatia auch in der neuen Saison vor allem eines brauchen: Geduld.