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Wissenswertes zur OB-Wahl am 4. November 2018

Für die kommende Amtsperiode 2019 bis 2027 findet am 4. November 2018 in Worms die Wahl der/des Oberbürgermeister(s)/in statt. Gewählt wird das Stadtoberhaupt von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt für eine Amtszeit von acht Jahren. Sechs Kandidaten bewerben sich um das höchste Amt der Stadt. Wird eine Stichwahl erforderlich, folgt diese 14 Tage später am 18. November 2018. Letzte Informationen und Prognosen zur OB-Wahl erfahren Sie an dieser Stelle.


Wie und wo darf man wählen?
Alle Wahlberechtigten haben eine Wahlbenachrichtigung per Post erhalten. Darin angegeben sind Wahlbezirk und Wahlraum. Die Stadt Worms ist in 60 allgemeine Wahlbezirke eingeteilt. Jeder Wahlberechtigte kann nur in dem Wahlraum des Wahlbezirks wählen, in dessen Wählerverzeichnis er eingetragen ist. Alle Wahlräume sind barrierefrei erreichbar. Den richtigen Wahlbezirk und Wahlraum für die Stimmabgabe findet man auf der Wahlbenachrichtigung. Die Wahlbenachrichtigung und der amtliche Personalausweis (bei Unionsbürgern der gültige Identitätsausweis oder Reisepass) sind zur Wahl am 4. November mitzubringen. Alle Kandidaten sind in einem Stimmzettel aufgelistet. Für die Wahl der/des Oberbürgermeister(s)/in hat jede/r Wahlberechtigte eine Stimme. Erhält bei der Wahl keiner mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet eine Stichwahl am 18. November statt.


Welche sechs Kandidaten stehen zur Wahl?

Michael Kissel
(SPD, amtierender Oberbürgermeister der Stadt Worms)

Adolf Kessel
(CDU, Kriminalbeamter i.R., MdL und Ortsvorsteher von Worms-Rheindürkheim)

Richard Grünewald
(Bündnis 90/Die Grünen, Winzer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat)

Ricarda Artelt
(FDP, Referentin)

Georg Gräff
(Die Linke, Angestellter) und

Peter Englert
(parteilos, Schauspieler)


Wird sich der amtierende OB Michael Kissel im ersten Wahlgang am 4. November durchsetzen?
Als seit 15 Jahren amtierender Oberbürgermeister ist Michael Kissel naturgemäß favorisiert, am 4.11. die meisten Stimmen zu erhalten. Dass er sich aber bereits im ersten Wahlgang durchsetzt, bleibt anzuzweifeln, und das nicht nur, weil diesmal ein Kandidat mehr antritt. Wer schon so lange im Amt ist, macht sich im Laufe der Jahre nicht nur Freunde, und Kissel hat mit manchen Entscheidungen zweifelsohne polarisiert. Erschwerend hinzu kommt die aktuelle Schieflage der SPD, die in Umfragen bundesweit noch bei 14-15 Prozent landet und bei der Bayern-Wahl unter 10 Prozent rutschte. Zur Erneuerung einer Partei gehört es eben auch, den Wählern von Zeit zu Zeit „frisches“ Personal anzubieten. Das hat man in Worms genauso wie anderswo verpasst. Was hier bleibt, ist die „Marke Kissel“. Auch wenn sich dieser im Wahlkampf farblich distanziert von seiner Partei, wird die bundesweite Ablehnung der SPD gegenüber ein Stück weit auch auf die Wormser OB-Wahl abfärben. Da durch die Kandidatur von Peter Englert mit vielen Neuwählern zu rechnen ist, dürfte die Wahlbeteiligung höher als beim letzten Mal liegen. Kissel müsste also diesmal noch mehr Wähler als 2011 mobilisieren, um sich im ersten Wahlgang durchzusetzen.
Tendenz: Eher unwahrscheinlich.

Wer wird Kissels eventueller Gegner in einer eventuellen Stichwahl am 18. November?
Im Normalfall dürfte Kissels Gegenkandidat in einer Stichwahl Adolf Kessel heißen, da die christdemokratischen Stammwähler zur Erzwingung einer Stichwahl ausreichen sollten. Abgesehen von einer Amtsperiode ihres einzigen Oberbürgermeisters Wilhelm Neuss (1977-1987), erhielten die CDU-Kandidaten zumeist die zweitmeisten Stimmen in Worms. Ebenso wie bei Kissel stellt sich auch bei Kessel die Frage, inwieweit sich die bundesweite Ablehnung gegenüber den Volksparteien auf die Wormser OB-Wahl und den CDU-Kandidaten auswirkt.
Tendenz: Wahrscheinlich.

Als Fraktionschef der drittstärksten Partei im Wormser Stadtrat ist Richard Grünewald naturgemäß der größte Rivale von Adolf Kessel im Rennen um Platz 2. Beflügelt von der bundesweiten Hochphase seiner Partei, ist sich Grünewald sicher, mit Kissel in der Stichwahl zu landen. Dagegen spricht, dass die Grünen in der Vergangenheit schon des Öfteren bundesweit boomten, was sich aber kaum nennenswert auf Wahlen in Worms auswirkte. Sind diesmal genug Wormser/innen bereit für einen grünen Oberbürgermeister?
Tendenz: Möglich.

Ricarda Artelt und Georg Gräff sind Politikneulinge und kennen als Zugezogene die Wormser Seele noch nicht richtig. Auch wenn sich Artelt im Wahlkampf als äußerst wirtschaftskompetent präsentierte und als einzige Frau im Rennen heraussticht, wird die liberale Wählerklientel in Worms nicht ausreichen, um in die Stichwahl zu gelangen. Bei Georg Gräff erscheint dies noch unwahrscheinlicher.
Tendenz: Unwahrscheinlich.

Der jüngste OB-Kandidat Peter Englert hat in den Sozialen Netzwerken einen regelrechten Hype um seine Kandidatur entfacht und bei Facebook binnen vier Wochen mehr als 2.500 Follower um sich geschart. Viele junge Leute, aber auch Künstler, Parteienfrustrierte und Kissel-Gegner. Um in die Stichwahl zu kommen, müsste Englert ca. 9.000 Wähler mobilisieren, die am 4.11. auch tatsächlich ihr Kreuz bei ihm machen. Nicht einfach für einen parteilosen Politikneuling mit kleinem Werbebudget. Aber zum „OB der Herzen“ wird es auf jeden Fall reichen.
Tendenz: Nichts ist unmöglich.


INFO:

Die Oberbürgermeister der Stadt Worms nach dem Zweiten Weltkrieg:

1945: Ludwig von Heyl zu Herrnsheim (DVP) – kommissarisch
1945 – 1946: Ernst Kilb (SPD)
1946 – 1949: Christian Eckert (parteilos)
1949 – 1967: Heinrich Völker (SPD)
1967 – 1977: Günter Kuhfuß (SPD)
1977 – 1987: Wilhelm Neuss (CDU)
1987 – 2003: Gernot Fischer (SPD)
SEIT 2003: Michael Kissel (SPD)


Hinweis: Wenn Michael Kissel noch einmal gewählt wird, wäre er am Ende seiner dritten Amtszeit 24 Jahre im Amt und somit der Oberbürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg mit der längsten Amtszeit. Bisher hält Heinrich Völker mit 18 Jahren diese Bestmarke. An Heinrich Köhler (DVP) wird aber auch Kissel nicht herankommen, denn der war von 1898 bis 1924 insgesamt 26 Jahre Stadtoberhaupt in Worms.


Ergebnis der letzten  OB-Wahl 2011:

Erster Wahldurchgang am 27. März 2011:
Wahlberechtigte: 61.793 Personen
Wähler: 33.944 = 54,93% Wahlbeteiligung

• MICHAEL KISSEL …………………………………………………………………46,02%
• DR. KLAUS KARLIN …………………………………………………………….. 27,67%
• RUDOLF STRUPP ………………………………………………………………. 15,53%
• MICHAEL MAHLA ………………………………………………………………….7,93%
• SEBASTIAN KNOPF ……………………………………………………………….2,84%

Stichwahl am 10. April 2011:
Wahlberechtigte: 61.793 Personen
Wähler: 25.085 Wähler = 40,37% Wahlbeteiligung

• KISSEL ………………………………………………………………………………52,95%
• DR. KLAUS KARLIN …………………………………………………………….. 47,05%