Mode, Essen und die Nibelungen

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Nibelungen-Festspiele und das Mannheimer Familienunternehmen Engelhorn schließen Kooperation

Eigentlich hat Mannheim mit den Nibelungen nichts am Hut, doch das ist seit dem letzten Jahr anders. In einem Testlauf probierten die Nibelungen-Festspiele und das Modehaus Engelhorn bereits 2016 aus, inwieweit die beiden starken Marken zueinander passen. Wie sich zeigte, sehr gut. Denn in diesem Jahr vereinbarten beide eine Kooperation bis in das Jahr 2019.

In einer Zeit, in der alles teurer wird, ist eine Kooperation mit Unternehmen, Sponsoren oder Medienpartnern unumgänglich, weswegen Sascha Kaiser, Geschäftsführer der Nibelungen-Festspiele, immer auf der Suche nach potentiellen Partnern ist. Fündig wurde er aktuell in der Quadratenstadt, in der auch Festspiel-Intendant Nico Hofmann geboren wurde. Den Stein ins Rollen brachte Richard Engelhorn, geschäftsführender Gesellschafter von Engelhorn und auch Kuratoriumsmitglied der Festspiele.

„Wir unterstützen die Nibelungen-Festspiele, weil sie ein kultureller Leuchtturm sind. Sie haben nicht nur in der Region enorme Zugkraft, sondern begeistern mit ihren modernen Inszenierungen dieser alten Sage Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus“,

erklärte Engelhorn, dessen Unternehmen weit mehr ist als nur ein Modehaus und forderte, dass die beiden Standorte, Worms und Mannheim, besser zusammenkommen müssen. Sichtbar soll die Zusammenarbeit werden, indem die Schaufenster des Hauptgeschäfts sich thematisch den Nibelungen-Festspielen widmen, und die Festspiel-Hostessen werden ab diesem Jahr von dem Modehaus ausgestattet. Ein besonderer Schwerpunkt wird der Kulinarik zukommen, davon konnte man sich schon bei diesem Pressegespräch überzeugen. Denn im Anschluss an das Gespräch lud man in das eigene Restaurant („Le Corange“), um von der kulinarischen Genusskultur im Haus zu überzeugen. Gedacht auch als exklusiver Einblick in die Welt des Stückes „Glut. Siegfried von Arabien“, wurde an diesem schwül heißen Sommertag auch eine Szene aus dem Stück gelesen. Hierfür waren ein paar Schauspieler (u.a. Heio von Stetten und Til Wonka), Opernsängerin Nadja Michael und das Musikensemble angereist. Während die Schauspieler eine Szene lasen, gewährten die Musiker einen akustischen Einblick in die musikalische Welt von „Glut. Siegfried von Arabien“. Aufgabe der komponierenden Brüder Vivan und Ketan Bhatti ist es, Wagners monumentale „Ring“ Komposition in einen orientalisch anmutenden Klangkosmos zu transferieren. Eine besondere Bedeutung kommt vor allem dem armenischen Instrument Duduk zu, das zugleich eines der ältesten Instrumente überhaupt ist. Die Duduk ist auch ein beliebtes Instrument bei Filmmusiken zu Streifen, die im Nahen Osten oder im alten Orient spielen. Schon nach wenigen Takten fühlte man sich in der Lounge in Mannheim, als sei man irgendwo in 1001 Nacht gefangen. Nico Hofmann bezeichnete Calis‘ Ansatz, Musik und Theater so dicht zu verweben, als „Fusion Theater“. Danach lockte schließlich der kulinarische Ruf von Engelhorn-Sternekoch Tristan Brandt, dem die beiden WO! Redakteure jedoch nicht folgten. Berauscht vom Klang des Orients verabschiedeten sie sich in die warme Sommernacht im Rhein-Neckar-Delta.