„Nur Vollidioten lassen ihren Müll liegen“
Anti-Littering-Kampagne will auf Vermüllung aufmerksam machen

Eigentlich ist es ganz einfach. Wer Müll produziert, kümmert sich im Anschluss um die Entsorgung. Doch dieses einfache Prinzip funktioniert immer weniger. Insbesondere Deutschlands Innenstädte leiden zunehmend unter dieser Achtlosigkeit, auch Worms. Nun soll ein Appell für Besserung sorgen.
Seit mehreren Wochen stehen verteilt in der Fußgängerzone und entlang der Ringanlage kaum zu übersehende Holzdreiecke mit farbigen Spruchbannern. Diese sind wiederum Teil einer sogenannten „Anti-Littering-Kampagne“. Initiiert wurde diese Kampagne gegen die Ver-müllung laut Presseinformation der Stadt Worms von der ebwo, #wormsliebe und der Stadt Worms, wobei #wormsliebe wiederum auch die Stadt Worms ist. Um für Aufmerksamkeit zu sorgen, wurden die Banner bewusst mit provokanten Sprüchen beschriftet. „Sorry, aber illegale Müllentsorgung ist asozial, dumm und strafbar – und es nervt“, heißt es in der Herta-Mansbacher-Anlage. An anderer Stelle steht: „Sorry, aber nur Vollidioten lassen ihren Müll hier liegen.“ Wie die Initiatoren erklären, habe man bewusst eine lockere und moderne Sprache gewählt, um insbesondere auch jüngere Menschen anzusprechen. Dabei verweist die Presseinformation darauf, dass alle Beteiligten in den vergangenen Jahren schon unterschiedliche Maßnahmen ergriffen haben – wie Aufklärung, erhöhte Kontrollen und freundliche Hinweise – die keine Besserung brachten. Im Gegenteil, wer mit offenen Augen durch Worms läuft, kann bereits ohne vergleichende Statistik feststellen, dass es um die Entsorgungsmoral mancher Bürger nicht gut bestellt ist. In diesem Kontext wirkt die Kampagne mit dem Ziel, den Entsorgungsmuffel zu bekehren, seltsam ohnmächtig. Zumal sich in der Realität an vielen Stellen im unmittelbaren Umfeld dieser Holzkolosse zeigt, dass Ignoranz und Dummheit auch mit saloppen Sprüchen nur schwer zu begegnen ist. Problematisch ist die Ignoranz nicht nur in Bezug auf die Ästhetik, sondern natürlich bedeutet die aufwendige Entsorgung Kosten, die letztlich von der Gesellschaft getragen wird. Ratten wiederum erfreuen sich über die achtlosen Hinterlassenschaften. Wie die Stadt Ende Juni informierte, beobachte man insbesondere in der Innenstadt vermehrt das Aufkommen von Rattenplagen. Auch in diesem Kontext verweist sie auf den sorglosen Umgang mit Abfall, der den Nagern als freudiges Menü dient. Vielleicht sollte zukünftig bei jedem Döner oder Burger ein „Anti-Littering-Flyer“ beigelegt werden?
Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf





Andreas Stumpf



