Quo Vadis SPD?

, , Leave a comment

Nach der OB-Wahl ist vor der Kommunalwahl. Am 26. Mai dürfen die Bürger/innen über die zukünftige Zusammensetzung des Wormser Stadtrates entscheiden. Die sich im Oberwasser befindlichen Grünen flirten bereits heftig mit der CDU und auch die FWG Bürgerforum und die FDP könnten sich ein Bündnis mit der Partei des zukünftigen Oberbürgermeisters Adolf Kessel vorstellen. Dagegen könnte die SPD mit einem ähnlich desaströsen Abschneiden bei der Kommunalwahl, wie nun bei der OB-Wahl, in einem halben Jahr in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Wieder einmal zeigten sich die Sozialdemokraten nach einer Wahlschlappe geläutert. Kurz nach der OB-Wahl veröffentlichte die SPD Worms eine Presseerklärung, die tief blicken ließ: „Eine OB-Wahl hat ihre eigenen Gesetze und ist immer eine echte Personenwahl – und in diesem Fall war es leider eine Abwahl. Das muss man nüchtern betrachtet leider so sehen. Michael Kissel hat unheimlich viel für die Stadt geleistet und wir hätten ihm alleine schon deshalb einen anderen, deutlich würdevolleren Ausstieg aus dem Amt gewünscht.“ Tatsächlich hätte man Kissel gewünscht, dass er aus freien Stücken ausgeschieden wäre und nicht, weil der Wähler ihn unsanft aus dem Amt befördert hat. Dass die SPD nach der eigenmächtigen Kandidatur Kissels auch Zweifel hatte, legt die Erklärung der Partei nahe: „Einige in der SPD haben den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach Veränderung schon länger wahrgenommen und deshalb auf das hohe Risiko einer erneuten Kandidatur hingewiesen. Mit dem Ergebnis müssen wir nun leben.“ Parteichef Jens Guth will seine Partei im Hinblick auf die Kommunalwahl im Mai dringend verjüngen und in den nächsten Wochen neue Gesichter präsentieren. Vor allem aber muss die SPD nach der Basta-Politik von Kissel den anderen Parteien im Stadtrat klar machen, dass man mit ihnen wieder konstruktiv zusammenarbeiten kann. Dass sich in den letzten Jahren im Hintergrund ein (mögliches) Bündnis ohne Beteiligung der SPD formiert hat, auch das ist ein Erbe Kissels an seine Partei, die sich nach dessen Abwahl wieder einmal neu erfinden muss.