Trickreich wirste schneller reich!

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Das ist keine Anleitung für Gangster und Ganoven. Vielmehr soll mehr aufmerksam gemacht werden auf deren wachsendes Unwesen zum Schaden der Anständigen und der kleinen Leute. Zu größerer Klarheit zunächst eine Definition von „Trick“: Kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Kunstgriff“ oder „Kniff“. Außerdem ist hier auf die Ambivalenz (Doppelwertigkeit) hinzuweisen. So gilt für manche Problemlösungen ein Trick als schnelle und gute Tat. Hingegen soll hier nur von deutlich negativen und meist kriminellen Tricks die Rede sein.

Der vielleicht häufigste Trick – und heute besonders – ist der: „Wie komme ich an’s Geld anderer?“ Schon mein „Kronzeuge“, Wilhelm Busch, sagte einmal: „Der Mensch, dieser lederne Sack, voller Pfiffe und Kniffe.“ Da die Technik inzwischen auf einem gewissen Höhepunkt angelangt ist, ist es kein Wunder, dass etliche Übeltäter sich das zunutze machen. Immer wieder tauchen neue „Maschen“ auf und die Polizei ist fast immer eine Nasenlänge hinterher. An dieser Stelle sehe ich meine Aufgabe darin, hinzuweisen, dass der Trick keineswegs die Ausnahme ist. Genau umgekehrt sieht die Welt aus: Kaum ein Mensch, kein Staat, keine Kirche, kein Betrieb und keine Einrichtung kommt ohne diverse Tricks aus. Dabei hat gewöhnlich der Schwächere das Nachsehen oder den Schaden.
Nun wird es richtig interessant und ganz aktuell! Da ist die weltweite Diesel-Abgas-Affäre von Volkswagen und auch etlichen Konkurrenten. Dieser Riesenskandal hat qualitativ und quantitativ Dimensionen erreicht, wie es sie noch nicht gab. Hier entsteht ein Milliardenschaden für die Firma VOLKSWAGEN u.a.m. Es wurde schon genug darüber berichtet, kommentiert und debattiert. Deshalb erspare ich Ihnen und mir, noch mehr Text zu lesen, bzw. solchen zu produzieren. Auch habe ich an anderer Stelle schon wiederholt auf den „Schwindel total“ hingewiesen.
Ein anderer Trick, den bestimmt schon jeder von Ihnen erlebt hat, besteht darin, dass eine große Zahl von Firmen und Handwerkern gern Leistungen und Produkte berechnen, die nicht erfolgt oder überhöht sind. Als Beispiel von früher sei erwähnt, dass der Uhrmacher fast regelmäßig eine Reinigung der Armbanduhr und der Radiomechaniker Rundfunkröhren berechnete, die nicht erfolgte bzw. nicht erneuert wurden. Das große Kapitel der „Sollbruchstellen“ hatte ich bereits in der „WO!-Ausgabe Juli 2013“ zum Thema gemacht. Um jegliche Wiederholungen zu vermeiden, sei hier nur kurz daran erinnert. Doch hatte ich nicht erwähnt, dass es auch unbeabsichtigte „Bruchstellen“ an Geräten gibt. So z.B. konnte ich soeben bei der Reparatur des eigenen Bügeleisens feststellen, dass ganz zu unterst der Überhitzungsschutz (ca. 1-2 Euro) defekt war und kaum auszuwechseln ist. Das besonders Ärgerliche für mich/uns ist dabei, dass wegen des Minimalschadens dennoch (unnötige) Kosten für ein neues Dampfbügeleisen, von vermutlich 30 bis 40 Euro entstehen werden. Hinter aller Trickserei steckt ein grenzen- und hemmungsloses Gewinnstreben, nach dem Motto: „Wer alles hat, der will noch mehr“. Hinzu kommt in Deutschland, dass der „Rechnungsleger“ immer im deutlichen Vorteil ist. Und sowieso galt und gilt: „Der Stärkere gewinnt immer!“ Auch könnte man sagen: „Weil das Unrecht schon immer da war, hat es das Gewohnheitsrecht auf seiner Seite!“
Dass das Unrecht praktisch schon immer „hier in unserem Lande“ fester Bestandteil war, kann man außerdem noch an alten und festen Begriffen und Sprichwörtern erkennen. Beispiele: „Vetternwirtschaft“, „Schmieren“, „Korruption“, sowie die bekannte Formel: „Wer den Papst zum Onkel hat, wird bald Kardinal“.
Als Beispiel für staatliche Tricks, jetzt nur das: Forderungen des Staates gegen seine Bürger verjähren erst nach zehn Jahren. Hingegen Forderungen des Bürgers gegen den Staat schon nach einem Jahr. Und INDIREKTE „Kirchensteuern“ muss z.B. ich, als Nichtmitglied (!) Jahr für Jahr rund 1.000 Euro zahlen. Damit habe ich in sechzig Lebensjahren den Kirchen ein Vermögen von 60.000 Euro geschenkt, wobei Zinsen noch nicht eingerechnet sind. Nunmehr muss ich für heute enden. Jedoch darf der gewohnte Gag nicht fehlen. Hier ist er:

„Der Richter mit seinem Spruch: „Angeklagter, ich muss Sie aus Mangel an Beweisen freisprechen.“
Darauf der Angeklagte: „Herr Richter, bedeutet das, dass ich die Beute behalten darf?“

Ich wünsche euch allen „gute Besserung“ an allen Ecken und in jeder Beziehung!

Ihr Heinz Dierdorf