Von der Vernunft der Tiere und der Unvernunft der Menschen

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Das ist ein Riesenthema und mehr für ein ganzes Buch geeignet. Ich will aber versuchen, auf 40 Zeilen ein paar interessante Dinge davon vorzustellen. – Manchem wird der Titel unsinnig oder reißerisch erscheinen. Beides aber ist nicht so, wie Sie gleich sehen werden.

Dass Tiere in der Regel umweltschonend und schier klug umgehen, dürfte vielen in der jüngsten Zeit bekannt geworden sein. Beispielsweise stellt sich die Vermehrungsrate auf die jeweilige Futtermenge ein. Bei einigen Singvögeln wird ein Junges von einem anderen oder dem Altvogel beizeiten aus dem Nest geworfen, wodurch das Erstere größere Chancen zum Überleben erhält. Umgekehrt würden sonst zwei Vögel als Kümmerlinge groß werden oder beide müssten evtl. verhungern.
Kürzehalber kann ich hier nur wenig Konkretes behandeln. Dabei denke ich zuerst an ganz kleine Tiere, z.B. an die Ameisen, die mir beispielhaft und beispiellos erscheinen. Ihr soziales Verhalten und ihre Organisation verdienen größte Bewunderung. Sie erzeugen keinen Abfall/Müll. Alles wird recycelt. Die großen Ameisenhaufen besitzen sogar Klimatisierung. Ihre Spezialisierung ist nützlich und vorbildlich. In perfekter Zusammenarbeit erbeuten sie große Käfer und Raupen. Ferner haben sie offenbar die Fähigkeit, sich untereinander zu verständigen. Auch können sie schwierige Probleme lösen. Einzelne Individuen opfern sich im Notfall für das Überleben des Staates. Streit im Inneren und Kriege gegen andere Völker gibt es selten oder nie.
Wir kommen nun zur Unvernunft des Menschen. Hier ist gleich die fehlende Schwarmintelligenz festzuhalten. Diese Intelligenz ist aber neuerdings z.B. bei Vogel- und Fischpopulationen bekannt geworden. Zwar hat es mit menschlicher Vernunft wenig oder nichts zu tun. Wesentlich jedoch ist der Effekt, der die Art und das Einzeltier wirkungsvoll schützt. Umgekehrt erleben wir immer öfter bei den Menschen eine erschreckende „Schwarmdummheit“, die sich besonders in großen Vernichtungskriegen zeigt.
Franz Alt, der bekannte TV-Journalist, nennt den Menschen einen „Homo Dummkopf“. Wie Recht er hat, zeigt eine Liste menschlicher Dummheiten bzw. von weltweitem Versagen und Fehlleistungen.

  • Starke Überbevölkerung auf fast allen Kontinenten.
  • Armut, Not, Hunger und Durst sowie Krankheit und Seuchen, wovon Milliarden betroffen sind.
  • Die menschengemachte Klimakatastrophe.
  • Praktisch andauernde schlimme Kriege, die in der Gegenwart noch vom üblichen Terrorismus „ergänzt“ werden.
  • Finanz- und Wirtschaftskrisen, die immer öfter auftreten und schlimmere Dimensionen erreichen.
  • Erhebliche Zunahme von Verbrechen, Depressionen und Suiziden.
  • Unsere „Müllproduktion“ von etlichen Millionen Tonnen pro Jahr, wobei der Elektronikanteil in Entwicklungsländern exportiert wird und dort Land und Leute vergiftet.

Diese Liste ließe sich noch wesentlich erweitern. Es sollte hier aber in erster Linie die Unvernunft der Menschheit summarisch aufgezeigt werden. Statt weiterer Punkte und Einzelheiten, jetzt eine Volksweisheit aus den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts: „Keine Maus würde eine Mausefalle bauen, doch die Menschen schaffen sich Atombomben und Atomkraftwerke“.

Wir kommen zum Schluss, wo uns Mark Twain ein „ernst-heiteres“ Zitat beschert:

„Gott erschuf den Menschen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.“

Es grüßt Sie sehr freundlich: Ihr Heinz Dierdorf