Wormser Sportbäder: Bäderöffnung weiterhin ungewiss/Pfeddersheimer Paternusbad – Sanierungslösungen

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Eine Pressemitteilung der Freizeitbetriebe Worms:

 
Überwiegende Teil der Belegschaft startet Kurzarbeit –

 Ein Ende der COVID-19 Pandemie ist nach wie vor nicht in Sicht. Die momentan geltenden Regeln zur Einschränkung persönlicher Kontakte, um die Pandemie in Deutschland einzudämmen, erlauben noch keinen regulären Badebetrieb. Sollten die Einschränkungen bei einem günstigen Verlauf der Pandemie gelockert werden und ein eingeschränkter Badebetrieb mit Auflagen wieder möglich sein, werden die Freizeitbetriebe Worms GmbH unmittelbar reagieren und den Betrieb wiederaufnehmen. Hingegen stellt sich im Paternusbad in Worms-Pfeddersheim eine zusätzliche Herausforderung – beim Bestandsgebäude versagt die Tragstruktur und es muss eine schnelle, kostengünstige Lösung gefunden werden.

„Wir haben in den vergangenen Wochen der Schließung des Hallenbades die Zeit genutzt und viele Arbeiten, Inspektionen und Reparaturen vorgezogen, die eigentlich erst für die Revision im Sommer geplant waren“, berichtet Badleiterin Ines Szimm. Ein kleines Trostpflaster für die Besucher, insbesondere der Jahreskarteninhaber, die in diesem Jahr mit keiner weiteren Einschränkung durch Revisionsarbeiten rechnen müssen. Auch das Freibad habe man mit Blick auf die Sommersaison hergerichtet, um die Zwangspause sinnvoll auszufüllen und zukünftige Verzögerungen zu vermeiden.

Da das Ende der Schließung weiterhin nicht abzusehen ist, befindet sich der überwiegende Teil der Belegschaft in Kurzarbeit. Schon seit dem 14. März ruht in den Wormser Sportbädern der gesamte Bade- und Kursbetrieb. „Wir sind leider an dem Punkt angekommen, an dem zur Sicherung der Arbeitsplätze in den Wormser Sportbädern auf Kurzarbeit zurückgegriffen werden muss“, so Nina Scharer, Geschäftsführerin der Freizeitbetriebe Worms GmbH. Es gilt auch die Belastungen der Kommune so gering, wie möglich zu halten. „Für den Fall der Wiedereröffnung des Heinrich-Völker-Bades, sind wir zügig einsatzbereit“, so Scharer. Innerhalb von ein bis zwei Wochen sei es möglich die Badtechnik wieder hochzufahren und unter Berücksichtigung der zu erwartenden Auflagen für einen Betrieb während einer Pandemie zu öffnen.

Alle Jahreskarten, die während der Schließung des Heinrich-Völker-Bades aufgrund der Corona-Pandemie nicht genutzt werden können, werden entsprechend verlängert – damit soll ein Ausgleich für die Zeit der Schließung geschaffen werden. Selbstverständlich wird auch die Gültigkeit der Gutscheine entsprechend ausgeweitet. Da die Dauer der Schließung noch ungewiss ist, nicht auszuschließen, dass die Verlängerung in die anstehende Sanierung des Heinrich-Völker-Bades fallen könnte. In diesem Fall würden die Restguthaben ausgezahlt. Kursteilnehmer, deren Kurs nur teilweise oder gar nicht stattfinden konnte, erhalten ebenfalls eine Rückerstattung der Gebühren.

Pfeddersheimer Paternusbad – Versagen der Tragstruktur des Gebäudes

Das von außen einsehbare Gebäude – in dem sich unter anderem die Kasse, Umkleiden und die Sanitäranlagen des Paternusbades befinden – ist einsturzgefährdet. Unter dem Gebäude ist ein alter Schacht, der vor langer Zeit als unterirdischer Bachlauf diente. Dieser wurde aber schon vor einigen Jahren trockengelegt. Hier liegen derzeit nur noch Entwässerungs- und Rohrleitungen des Schwimmbades. Bei der jährlichen Routinebegehung vor Inbetriebnahme des Freibades durch Angestellte der Freizeitbetriebe Worms wurden Deckenschäden festgestellt, die eine weitere Nutzung sofort untersagten.

„Es hat sich leider herausgestellt, dass das Gebäude akut einsturzgefährdet ist“, sagt Uwe Franz, Beigeordneter der Stadt Worms. Nachdem man in den vergangenen Wochen an verschiedenen Lösungsmöglichkeiten gearbeitet hat, konnte Uwe Franz gemeinsam mit Nina Scharer, Geschäftsführerin der Freizeitbetriebe, gestern bei einer Telefonkonferenz des Pfeddersheimer Ortsbeirats schon erste Lösungsvarianten skizzieren.

„Wir hätten das Gebäude gerne erhalten“, betont Uwe Franz. Doch bei einer Sanierung des Altbestandes ist der Aufwand sehr hoch und auch die Kosten sind nach ersten Kostenschätzungen durch die Bauleiterin, Dipl. Ingenieurin Ursula Awenius-Regente, deutlich höher anzusiedeln, als bei einer Containerbauweise. Bei der Sanierung im Bestand müsste die alte Decke in Abschnitten vollständig entfernt werden und neu hergestellt werden. Um dies durchführen zu können müssten alle Bodennahen Einbauten (Sanitärobjekte- und Installationen, Elektroinstallationen, Trennwände, usw.) ausgebaut werden. Durch den massiven Eingriff in die Elektroinstallation müsste diese vollständig überprüft und nach den aktuellen Bestimmungen erneuert werden. Auch die HLS-Installationen wären fast vollständig zu erneuern. Somit könnten nur die Außenwände und das Dach erhalten bleiben. Um bei Abbruch der Deckenfelder die zu erhaltenden Bauteile nicht zu beschädigen, müsste der Deckenabbruch und die Beseitigung des Bauschutts vollständig von Hand ausgeführt werden.  Auch der Neubau in Massivbauweise sei eine weitere Möglichkeit, die aber – neben den Kosten – auch noch eine längere Planungs- und Bauzeit beanspruche.  Auch wenn der Massivbau langlebiger, als der Abbruch und die Errichtung einer Containerlösung wären, könnte genau dies ein gangbarer Weg sein.

Jens Thill, Ortsvorsteher von Pfeddersheim, der durch die virtuelle Ortsbeiratssitzung führte, machte deutlich, wie wichtig das beliebte Freibad, eine „Freizeit-Oase“, für die Pfeddersheimer Bürger sei. Gemeinsam wolle man den Fortbestand des Bades sichern und werde die Freizeitbetriebe und die Stadt, auch in Zusammenarbeit mit dem Förderverein, nach allen Kräften und Möglichkeiten unterstützen.

Ob und welche der Maßnahmen in welchem Umfang umgesetzt werden können, steht noch nicht fest. Derzeit werden konkrete Angebote eingeholt, ausgewertet und die Kosten kalkuliert. Die verschiedenen Lösungsvarianten werden dann dem Gesellschafterausschuss der Freizeitbetriebe Worms GmbH sowie dem Pfeddersheimer Ortsbeirat in der nächsten Sitzung am 23. Juni 2020 präsentiert.

Die Wormser Sportbäder sind seit dem 14. März wegen der Corona-Krise komplett gesperrt.

FOTO: Die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung der Bäder sind sichtbar – hier das Bad-Team bei der intensiven Reinigung der Edelstahlbecken