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Die Nibelungen im Film – Aufführung „Guts and Guns“ und „Die Nibelungen - Teil 1 und 2“

10. August 2017 | Das Wormser Theater

Die Nibelungen im Film – das ist bis heute ein schwieriges Thema. Obwohl die Sage als deutsche Volkslegende gilt, spiegelt sich das im Kino nicht wider. Lediglich dem deutschen Star-Regisseur Fritz Lang gelang es, die epische Geschichte mindestens ebenso episch auf die Leinwand zu bringen. Dessen beiden Teile standen im Mittelpunkt der dreitägigen Nibelungen-Filmreihe.

Bevor jedoch der aufwendige Stummfilm in einer restaurierten Fassung gezeigt wurde, durfte der Nachwuchs zeigen, wie man die Nibelungen in die Jetztzeit übertragen kann. Der Kurzfilm „Guts and Guns“ entstand als Sonderprojekt an der Filmakademie Ludwigsburg. In der Interpretation der jungen Filmemacher ist Hagen als Berater eines Rüstungskonzerns, der Burgund-Holding, tätig. Die liefert sich einen brutalen Machtkampf mit Siegfried und Kriemhild. Der gerademal 15 Minuten lange Film feierte an dem Abend seine Weltpremiere, weswegen Regisseur Adrian Goiginger, Produzent Felix Fahle und Hagen-Darsteller Michael Joachim-Heiss anwesend waren, um dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Das hatte auch Redebedarf, da „Guts and Guns“ nicht nur die Geschichte modernisierte, sondern vom Inszenierungsstil her maßgeblich vom gegenwärtigen Actionkino beeinflusst ist. Die Gewaltspitzen fielen sehr grafisch aus und der Ton in seiner krachenden Basslastigkeit hätte auch einem „Transformers“ Spektakel zu Ehren gereicht. Dieser Umstand erregte auch die Kritik einer Zuschauerin, die den Ton als zu laut empfand. Etwas was der Salzburger Goinginger so nicht stehen lassen wollte und erläuterte, dass der Ton zuletzt perfekt gewesen sei und dies nur an der Technik vor Ort, sprich am Wormser Theater, liegen könnte. Genauso wenig eloquent fiel seine Antwort aus, als eine Zuschauerin nach dem „Warum“ der expliziten Gewaltdarstellung fragte. „Naja, „Die Nibelungen“ ist halt eine gewalttätige Geschichte“, fiel ihm dazu ein und ergänzte, dass er „halt Gewalt im Film möge“. Eine auch für Moderator Rüdiger Suchsland zu lapidare Antwort, der entgegnete, dass man als Regisseur schon wissen sollte, warum man auf Gewalt als Stilmittel zurückgreife.

Fazit: Die Nibelungen modern, geht das? Ja, das geht. Allerdings sollte man sich als Filmemacher über verschiedene Dinge schon zuvor im Klaren sein. Highlight war allerdings der zweiteilige Fritz Lang Film, der live von dem Pianisten Uwe Berg auf eindringliche Weise begleitet wurde.