Sinnlose Sinnsuche?

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Schwieriges Thema für Sie, noch schwieriger für mich. Egal, wir haben´s angepackt, wir müssen oder wollen es „tapfer“ zu Ende bringen. Soweit die Vorbemerkung, jetzt gleich ins Thema gestiegen! – Und schon haben wir ein optimales Beispiel für sinnlose Sinnsuche zur Hand. Was also ist überhaupt so ein Sinn? Mein altes Knaurs Lexikon hilft: „Sinn ist Wert oder Bedeutung, die einer Sache oder einem Erlebnis von den Menschen beigelegt wird. Was für die einen sinnvoll ist, kann für die anderen sinnlos sein“. Soweit also unser stummer Helfer.

Wir wollen tiefer in die komplizierte Materie eindringen. Da fällt am stärksten das Wort „beigelegt“ auf, woraus klar hervorgeht, dass „Sinn“ eben eine rein menschliche Zuschreibung ist und somit hier kein objektiver Wert vorliegt. Trotz solch gewichtiger Argumente gibt es leider immer noch genug Personen, die nicht vom überholten Aberglaube lassen wollen. Außerdem werden derlei Irrlehren von etlichen Religionen und esoterischen Gemeinschaften unterstützt, zumal sie deren Geschäftspraktiken förderlich sind: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“.
Das war, bzw. ist die negative Seite zum SINN und das ist der „Unsinn“. Spätestens hier werden die Optimisten widersprechen wollen. Man will doch immer und überall sowas Greifbares und Sicheres fürs Gemüt und die „Seele“ haben! Dass die Welt jedoch ganz oder hauptsächlich ein Produkt des Zufalls ist, das darf nicht sein. – Nicht nur mir erscheint diese Welt und unser Leben an allen Ecken und Enden reichlich sinnlos. Ein deutliches Beispiel dafür ist das Menschenleben: Wir werden geboren, praktisch um zu sterben. Dass es einen „kleinen“ Zwischenraum gibt, genannt „das Leben“, ändert nichts Grundsätzliches daran. Hinzu kommt, dass ein jeder weiß, dass er früher oder später sterben muss. Wenn wir trotzdem einen Sinn im Leben sehen wollen, dann könnte er allenfalls ein ganz relativer und nur kurzer sein…
Was auch noch jeglichen Sinn relativiert, ist die Tatsache, dass unsere internen Sinne uns leider gründlich täuschen – auf Schritt und Tritt: Es scheint nur so, dass wir erkennen und verstehen. Physiker und Philosophen beweisen es ganz deutlich. Unsere Augen und Ohren, sowie der Verstand lassen die Welt anders erscheinen, als sie wirklich ist. Man könnte fast sagen: sinnlose Sinne(!)
Mit der Sinnlosigkeit befasst sich die philosophische Richtung des Nihilismus. Dieser befindet sich in einem gewissen Wandel. Eine ältere Definition (2011) dazu lautet: „Der N.- grundsätzliche Leugnung gültiger Erkenntnisse und allgemein verbindlicher Werte, Grundbegriff der Philosophie Nietzsches“. Jetzt eine Neuere (2017) sagt aus: „dass Werke, Erkenntnisse und Ordnungen nicht objektiv beschrieben werden können“. Soweit das quasi Amtliche über diesen Nihilismus. Von mir aus soll es keinesfalls Reklame für ihn sein.
Bemerkenswert ist festzuhalten, dass es viele Sinnsucher gibt, wo andere überhaupt keinen Sinn sehen. Jegliche Sinnsuche ähnelt der Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“, die man nie finden wird. So ein Sinn „von oben“ oder im Verborgenen lässt Abhängigkeit oder Unterwürfigkeit vermuten. Außerdem wirkt diese Einstellung höchst undemokratisch und altmodisch in unserer Zeit. Hier ist (wieder) an Immanuel Kants Rat zu erinnern: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – Ich füge dem hinzu: „Genießen wir doch hübsch unsere Freiheit und bestimmen selbst, was für uns Sinn hat und was nicht. – Wir brauchen keinen Leithammel oder Führer mehr. Weder einen in brauner, noch in schwarzer Uniform!“ Wenn Sie, liebe Leser (m/w), einen Sinn brauchen, dann bestimmen Sie selbst, welcher es sein soll. – Machen Sie aus allem das Beste für sich. Werden Sie endlich zum Lebenskünstler und finden auf allen Wegen das rechte Maß. Doch fangen Sie noch heute damit an!

Es wünscht Ihnen allen viel Glück und Zufriedenheit!
Heinz Dierdorf.

Hier noch die übliche Zugabe in Form meiner Spaßkiste:

Der Sohn spricht: „Vadder, was issen VAKUUM?“
Der Vater überlegt lange und angestrengt.
Schließlich antwortet er:
„Weißte, im Kopf habe ich´s, ich bring´s nur nicht raus.“