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EIN KOPF VOLLER HITS

Kritik zum Konzert von „Viva la Vida – A Coldplay Tribute Live“

Nachdem zur Eröffnung der Marktplatzkonzerte in Westhofen „The Temptations“ das Publikum in das Reich von Motown Records entführte, gehörte der zweite Abend dem euphorischen Sound von Coldplay, interpretiert von der Tribute Band VIVA LA VIDA.

Bevor sich die Bühne in einen magischen Kreativraum voller Farben und Töne verwandelte, gehörte selbige erstmal dem in Mallorca bekannten Party DJ Nana Love und der leibhaftigen Tochter von Gérard Depardieu, Roxanne. Die Künstlerin interpretierte zwei klassische Stücke auf dem Klavier, dem später ChrisMartinKlon Hannes Hergenröder pulsierende Rhythmen entlocken sollte. Zwischen Party Beats und Britpop Hymnen wirkte der Auftritt zwar sympathisch, aber auch leicht verloren. Wenige Momente später änderte sich das schlagartig. Der Illusion verpflichtet, den Sound und das Livegefühl einer der größten Stadionbands der jüngeren Vergangenheit zu replizieren, gaben VIVA LA VIDA von Anfang an Gas. Und so gab es gleich zu Beginn nicht nur „A head full of dreams“, sondern am Ende des Abends auch noch einen Kopf voller Hits. Egal, wie man zur musikalischen Entwicklung von Coldplay steht – ob man nur die frühe Britpop-Phase schätzt, die spätestens mit dem dritten Album endete, oder eher die radiopoptauglichen Töne, mit denen sie später Stadien füllten – die Hitdichte an diesem Abend war enorm. So folgte bereits nach dem Auftakt ein Hit auf den anderen („Yellow“, „In my place“, „Clocks“, „Paradise“ usw.). Auch wenn die Band zunächst Probleme mit der Soundabstimmung hatte, überzeugte diese zunehmend mit einer verblüffenden Nähe zu den glitzernden Soundlandschaften, die Coldplay musikalisch definieren. Spätestens, wenn bei „Adventures of a lifetime“ Alex Beham seiner Gitarre das markant hypnotische Riff im flirrenden Sound entlockte und Sänger Henning Hergenröder das Publikum in bester Chris Martin Manier einband, war die Illusion perfekt. Leiseren Tönen („Green eyes“) widmete sich das Quartett zudem auf einer kleinen Bühne inmitten des Publikums. Stadion Hymnen wie „Fix you“ und das großartige „The Scientist“ ebneten schließlich den Weg zum großen Finale. Ganz im Sinne des letzten Songs „Viva la vida“ beinhaltete dieser Abend die Aufforderung, das Leben einfach zu feiern.

Fazit: Auch wenn es in Westhofen nur für die Tribute Variante der großen Coldplay reichte, unterstrich dieser Abend, dass manchmal die schiere Größe eines Songs reicht, um eine wahres Konzerterlebnis zu schaffen. Zugleich überzeugte auch die Organisation des Wonnegau Musikfestivals / Marktplatzkonzerte im Kontext mit der Atmosphäre dieses noch jungen Festivals.

Text: Dennis Dirigo, Foto: Andreas Stumpf