Ein Rosengarten für Kriemhild

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150.000 Euro Fördersumme für Kunstprojekt an der Rheinpromenade

Es war der lange gehegte Traum des Wormser Künstlers Eichfelder, am Fuße des Hagendenkmal einen Rosengarten zu schaffen, um die zentrale Figur des Nibelungenliedes, Kriemhild, für Wormser und Touristen erlebbar zu machen. Nun ist er diesem Traum ein gewaltiges Stück näher gekommen. Im Februar gewann das Projekt im Rahmen eines Wettbewerbs („Tourismus mit Profil“) des Rheinland-Pfälzischen-Wirtschaftsministeriums eine Fördersumme in Höhe von 150.000 Euro.

Eichfelder arbeitete schon seit längerer Zeit an dem Konzept des Rosengartens, das schließlich durch die Beteiligung der Kultur- und Veranstaltungs GmbH (KVG) und der städtischen Tourist Information erweitert wurde. Die Gesamtkonzeptionierung wurde durch Bernd Leitner, der für das Wormser Tourismusmarketing verantwortlich ist, betreut. Herzstück der neuen Nibelungen-Attraktion ist der titelgebende Rosengarten. Eichfelder beruft sich dabei nicht auf das „Nibelungenlied“, sondern auf das weniger bekannte „Rosengartenlied“, das im 13. Jahrhundert entstand. Im Mittelpunkt des Versepos steht Kriemhild. Zu Worms am Rhein legt Kriemhild einen, von einer goldenen Borde umzogenen Rosengarten an. In seinem Zentrum steht eine große Linde, auf deren Ästen kunstvoll geschmiedete Vögel sitzen. Der Garten wird wiederum von den 12 Wormser Helden behütet, dies sind u.a. Gunther, Gernot, Hagen und Siegfried. Der Rosengarten besteht aus zwei Komponenten, zum einen aus einem Labyrinth aus Rosen und zum anderen aus einer Gruppe von drei Linden. Ergänzend hierzu entwickelte Sascha Kaiser, Geschäftsführer der KVG, eine Multimedia-Installation zum Nibelungenschatz am Rheinufer in unmittelbarerer Nähe zum Hagendenkmal, der Stelle, an der Hagen der Legende nach den sagenhaften Nibelungenschatz im Rhein versenkt haben soll. Die Idee Sascha Kaisers ist es, Worms am Rhein optisch mit etwas zu verbinden, dass auch ortsfremde Touristen direkt als wirkmächtiges Bild mit der Nibelungensage verbinden können. Wie genau diese Installation letztendlich aussehen wird, dass wird in nächster Zeit durch eine Gruppe kreativer Köpfe entwickelt.

Das Titel gebende „begehbare Denkmal“ in Form eines Labyrinths soll wiederum an der Rheinpromenade zwischen Hagendenkmal und der Zufahrt zum Ruderclub Blau-Weiß entstehen. Ursprünglich sollte bereits bei der Errichtung des Hagendenkmals besagter Rosengarten angelegt werden, was aber niemals geschah. An der Stelle liegt derzeit noch die Fläche des ehemaligen Schifffahrtsdenkmals brach. Der einstmals dort installierte Schiffsmast musste vor Jahren entfernt werden. „Mit der Umsetzung des Projekts Rosengarten würde auch der Ruderclub tangiert, doch Eichfelder hat auch dazu bereits einen Vorschlag für den Verein erarbeitet, den wir nun gemeinsam besprechen wollen“, erläutert OB Kissel das weitere Vorgehen. Im Spätsommer/Herbst dieses Jahres soll damit begonnen werden, den Asphalt zu entfernen. Sollte die anschließende Bodenprüfung positiv verlaufen, ist die Pflanzung der Rosen für das Frühjahr, der Asphalt (wobei da noch geprüft werden muss, was genau darunter liegt, wie giftig es ist/wie teuer) für 2020 vorgesehen. Zum Reichstagjubiläum 2021 soll das Werk schließlich der Öffentlichkeit präsentiert werden.

„Das Konzept setzt auf die Nibelungen als Alleinstellungsmerkmal von Worms und schärft damit das touristische Profil der Stadt auch über die Zeit der Festspiele hinaus. Mit Kriemhilds Rosengarten wird ein touristisch vermarktbares Produkt geschaffen, das ganzjährig barrierefrei erlebbar ist“,
heißt es in der Gewinner-Begründung des MWVLW.