EIN VIRUS HÄLT DIE WELT IN ATEM

, , Kommentar schreiben

SarS-CoV-2 und die Auswirkungen

Es begann im Dezember 2019 in der 11-Millionen-Metropole Wuhan. Von dort verbreitete sich das Virus Sars-Cov-2 innerhalb von nur drei Monaten um die ganze Welt. 182 Nationen meldeten zum Zeitpunkt der Drucklegung infizierte Personen. Auch Worms ist seit Mitte März fest im Griff von Covid-19.

Was ist Sars-CoV-2?
Es ist derzeit weltweit der Staatsfeind Nummer 1, das Virus SarsCoV-2. Der unsichtbare Gegner wurde erstmals Anfang Dezember als neuartiges Coronavirus identifiziert. Insgesamt gibt es sieben Coronaviren. Vier davon lösen normale Erkältungen aus und sind keine Seltenheit. Sie breiten sich langsam aus, weil eine größere Anzahl Menschen immun ist. Die anderen drei Coronaviren beim Menschen, das Mers-, das Sars- und das neue Coronavirus Sars-CoV-2 treten pandemisch auf und führen häufiger zu schweren Atemwegsinfektionen. Dadurch, dass der Mensch die Viren nicht kennt, gibt es keine Immunität. Das neuartige Sars-CoV-2 löst die Erkrankung Covid-19 aus. Übertragen wurde es mutmaßlich von einer Fledermaus auf einen „Zwischenwirt“, bevor es auf einen Menschen übergriff.

Eine neue Krankheit stellt sich vor: Covid-19
Fachleute gehen davon aus, dass die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung im Mittel 5 bis 6 Tage beträgt. In einzelnen Fällen kann die Frist laut Robert-Koch-Institut auch 14 Tage betragen, weswegen in der Regel eine dementsprechende Quarantänezeit vorordnet wird. Nach aktuellem Wissenstand ist das Virus auch in der Inkubationszeit ansteckend. Unklar ist, wann genau und wie lange infizierte Personen ansteckend sind. Laut WHO (World Health Organization) sind folgende Symptome typisch: Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden, Gliederschmerzen, Erschöpfung. Laut Robert Koch-Institut (RKI) leiden einige Personen auch an Durchfall, Übelkeit und einer verstopften Nase. Oft wird der Verlust des Geruchs- und Geschmacksinns benannt, was aber vom RKI nicht bestätigt ist. Wie schwer die Symptome tatsächlich ausfallen, unterscheidet sich individuell. Bei einem Großteil der Infizierten scheint die Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus sehr mild zu verlaufen. So berichtet das RKI, dass die Infektion in China in vier von fünf Krankheitsfällen schwach verläuft. Allerdings kann Covid-19 bei manchen Patienten auch einen schweren Verlauf nehmen, der zu Atemproblemen und zu Lungenentzündungen führt. Im schwersten Fall kommt es zu akutem Lungenversagen (ARDS). Zumeist treten bisher schwerere Verläufe bei älteren Personen oder Personen mit bestehender Vorerkrankung auf. Bei den Todesfällen in Deutschland liegt derzeit das Durchschnittsalter bei 81 Jahren.

Wie wird es übertragen?
Sicher ist, dass das Virus durch Tröpfcheninfektion (beispielsweise durch Husten) oder Körperkontakt übertragen wird. Nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums kann SARS-CoV-2 bis zu drei Stunden in der Luft, bis zu vier Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu 2 – 3 Tagen auf Edelstahl und Plastik ansteckend bleiben. Das RKI erklärt, dass so auch eine Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen möglich ist, beispielsweise, wenn ein mit Coronaviren Infizierter in die Hände hustet, in der U-Bahn die Türe öffnet und ein anderer danach den Türgriff anfasst. Für eine Übertragung über Geldnoten gibt es hingegen noch keine Belege. Ebenfalls schließt das RKI aus, dass eine Infektion über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie z.B. importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, geschehen könnte.

Wie wird getestet und wie zuverlässig sind die Tests?
Das Bundesgesundheitsministerium erklärt, dass zur Abklärung einer Infektion Ärztin oder Arzt eine Probe aus den oberen und/oder tiefen Atemwegen durch einen Abstrich entnehmen. Die Proben werden anschließend an ein Diagnostiklabor geschickt, welches mit einem speziellen Verfahren prüft, ob das neuartige Coronavirus in der Probe enthalten ist. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird der Arzt entsprechend informiert. Ab April wird auch ein Schnelltest zur Verfügung stehen, der von der Firma Bosch entwickelt wurde. Das Ergebnis soll laut eigenen Angaben in zweieinhalb Stunden vorliegen. Das RKI und das Gesundheitsministerium weisen darauf hin, dass Tests nur bei Anzeichen einer Infektion durchgeführt werden sollen, um Labore nicht unnötig zu belasten. Weiterhin betont man, dass ein negativer Test nur eine Momentaufnahme ist und nichts darüber aussagt, ob man dennoch infiziert wird. Um die Ärzte und Kliniken im Landkreis Alzey-Worms und der Stadt Worms zu entlasten, gibt es seit dem 22. März in Osthofen eine Corona-Teststelle auf dem Festplatz neben der Wonnegauhalle, die ausschließlich für Bürger des Landkreises gedacht ist. Voraussetzung ist, dass der Hausarzt eine Notwendigkeit des Tests sieht und dementsprechend eine Überweisung schreibt. Getestet wird im Zehn-Minuten-Takt. Derzeit geht man davon aus, dass rund 35 Bürger pro Tag getestet werden können. Bei entsprechender Routine möchte man die Taktung erhöhen und womöglich eine weitere Teststelle eröffnen. Die Teststelle ist von Montag bis Samstag geöffnet. Wer keinen Termin hat, wird allerdings abgewiesen.

Wie kam es zur Pandemie?
Bereits am 1. Dezember 2019 wurde in Wuhan ein Patient registriert, der an einer unbekannten Lungenkrankheit litt. Die Infektion soll auf einem Tiermarkt in der Stadt Wuhan stattgefunden haben. Nachdem über viele Wochen chinesische Ärzte im Internet über den Ausbruch einer neuen Krankheit sprachen, gaben die Behörden am 31. Dezember 2019 offiziell bekannt, dass man 27 Fälle in diesem Zusammenhang registriert hätte. Einen Tag später wurde der Tiermarkt geschlossen. Zunächst vermutete man, dass es sich möglicherweise um das bekannte Sars-Virus handelt. Am 7. Januar 2020 gab die WHO jedoch bekannt, dass es sich um ein neuartiges Virus handele. Zwei Tage später starb der erste Patient an dem Virus. Es war ein 61-jähriger Mann, der mit dem Virus auf dem Tiermarkt in Berührung kam. Nachdem klar war, dass sich das Virus ausbreitet, beschlossen ab Mitte Januar die ersten Länder Kontrollen an den Flughäfen. In der Millionenstadt Wuhan breitete sich das Virus weiter aus, woraufhin die Behörden anordneten, die Stadt abzuriegeln. Kurz darauf weitete man die drastischen Maßnahmen auf die Provinz Hubei aus. Am 20. Januar waren 684 Menschen in der Provinz infiziert und 18 verstorben. Eine Woche später am 27. Januar waren bereits 2.400 Menschen infiziert und 80 verstorben. Am 28. Januar wurde in Deutschland der erste Infektionsfall gemeldet. Am 11. Februar benannte die WHO die neue Krankheit Covid-19. Wegen des Verdachts, dass der Erreger möglicherweise über das Schuppentier Pangolin übertragen wurde, verbietet China den Handel mit Wildtieren. Am 15. Februar waren in China 66.000 infiziert und 1.500 gestorben. Innerhalb weniger Stunden wurden am 27. Februar zehn neue Fälle in Deutschland bekannt. Auch in anderen Ländern breitete sich das Virus weiter aus: Japan begann, alle Schulen zu schließen, und in Deutschland verzeichnete man die ersten Hamsterkäufe. Am 2. März informierte das RKI über 150 infizierte Personen in Deutschland. Weltweit sprang die Zahl auf über 80.000. Einen Tag später wurden die ersten Veranstaltungen abgesagt (u.a. die Leipziger Buchmesse). Am 9. März vermeldete man die ersten beiden Todesfälle. Mehrere Bundesländer beschlossen einen Tag später, auf Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern zu untersagen. In Italien, dem Land, das innerhalb Europas am stärksten betroffen ist, wurde durch die dortige Regierung zur Schutzzone erklärt. Zunehmend begannen weitere Länder, ihre Grenzen zu schließen. Auch Deutschland schloss am 15. März seine Grenzen. Nach verschiedenen Schritten, in denen das öffentliche Leben in Deutschland zunehmend zum Erliegen kam, verkündeten Bund und Länder am 22. März eine weitreichende Kontaktsperre. Auf öffentlichen Plätzen dürfen maximal zwei Personen Kontakt haben. Die meisten Geschäfte, bis auf wenige Ausnahmen wie Gastronomie (Abhol- und Lieferservice) und Supermärkte, mussten schließen. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses (27.03.) waren laut Information der John Hopkins University in Deutschland 43.938 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. 267 starben und 5.673 waren wieder genesen. Weltweit lag die Zahl bei 532.253 Menschen und 24.027 Tode. Genesen sind zwischenzeitlich 122.627 Menschen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Situation in Worms und Landkreis Alzey-Worms?
Am 11. März wurde der erste Fall eines Infizierten in Worms bekannt. Dabei handelte es sich um einen 16-jährigen Schüler des Gauß-Gymnasium-Worms, der sich in Südtirol während eines Skiurlaubs infiziert hatte. Bereits während des Aufenthaltes zeigte er erste Krankheitssymptome, wie bei einer Pressekonferenz berichtet wurde, dennoch besuchte er vorerst weiterhin den Unterricht. Als sich der Zustand verschlechterte, wurde er schließlich ins Klinikum eingeliefert und dort positiv auf das Virus getestet. Als Sicherheitsmaßnahme beschloss der Krisenstab der Stadt Worms, am Folgetag (12.03.) das gesamte Bildungszentrum zu schließen. Noch am selben Tag wurden auch alle weiteren Schulen geschlossen. Samstags (19.03.) informierte die Stadt darüber, dass eine Klassenkameradin des Jungen ebenfalls positiv getestet wurde. Bundesweit sind die Schulen derzeit bis zum 19. April geschlossen. Zum Zeitpunkt 24. März 2020 sind in Worms 47 Personen positiv auf das Virus getestet. Im Landkreis Alzey-Worms 45 weitere Personen. Laut dem Klinikum wurden Zum Zeitpunkt 27. März in Worms 55 Personen positiv auf das Virus getestet. Im Landkreis Alzey-Worms 70 weitere Personen.

Grippe vs. Covid-19
Immer wieder ist zu hören, dass das Grippe-Virus jedes Jahr deutlich mehr Menschen tötet, als das bei Sars-CoV-2 der Fall sei. Grundsätzlich gibt es bei beiden Erkrankungen ziemlich viele Übereinstimmungen. Dazu gehören Symptome als auch die Risikogruppen (Menschen mit Vorerkrankungen, insbesondere Ältere). Die Gefahr von Covid-19 liegt vor allem darin, dass es neu aufgetaucht ist und bis dahin unbekannte Oberflächenmerkmale aufweist. In der Bevölkerung fehlt durch die Neuartigkeit die Grundimmunität gegen dieses Virus. Mit dem Virus Sars-CoV-2 war bis zu seinem Ausbruch niemand infiziert, sodass keine Person auf der Welt einen Immunschutz dagegen hat. Zudem ist die Inkubationszeit deutlich länger als bei der Grippe, wodurch mehr Menschen infiziert werden können. Ein direkter Vergleich von Fallzahlen ist schwierig, da man im Falle von Covid-19 bereits recht schnell dem Virus mit drastischen Maßnahmen begegnete, sodass die Ausbreitung in den meisten Ländern bisher gut gedrosselt werden konnte. In Ländern wie Italien, wo man erst recht spät die Situation erfasste, verbreitete sich das Virus deutlich stärker, was sich auch in den zahlreichen Todesfällen ausdrückt (24.03.2020: 6.820 Tote).

Welche Strategie verfolgt Deutschland?
Die beiden derzeit geläufigen Begriffe im Zusammenhang mit der Strategie zur Bekämpfung des Virus heißen „Social Distancing“ und „Flatten The Curve“. Die WHO und in Deutschland das RKI halten es für nicht mehr abwendbar, dass das Coronavirus sich weiterhin weltweit, also auch in Deutschland, verbreitet. Lothar Wieler, Präsident des RKI und zugleich durch die derzeit täglichen Pressekonferenzen das Gesicht des Instituts, erklärt immer wieder, dass das Ziel sei, den Anstieg von Neuinfektionen möglichst gering zu halten, also die Kurve flach zu halten (flatten the curve), um nicht die Kliniken zu überfordern. Das möchte man unter anderem durch „Social Distancing“ erreichen, Abstand halten zu Menschen, um den direkten Kontakt zu vermeiden. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung auch eine Kontaktsperre bis zum 8. April 2020 erlassen. Nach aktuellen Studien müssen rund 5 bis 10 Prozent der Infizierten intensivmedizinisch behandelt werden. Da sich das Virus exponentiell ausbreitet, geht man davon aus, dass sich das Virus ohne weitere Maßnahmen, wie die derzeitige Kontaktbegrenzungen auf zwei Personen in der Öffentlichkeit, deutlich schneller verbreitet und damit die Zahl an Intensivpatienten entsprechend steigt. Bei einer Verdopplungszeit von vier Tagen könnte die Zahl der Infizierten nach einem Monat bereits auf etwa 250.000 klettern, usw. Laut Statistischem Bundesamt gibt es in 1.942 Krankenhäusern 28.000 Intensivbetten. Das Klinikum Worms verfügt über 34 Intensivbetten, die aber auch für weitere Notfallpatienten benötigt werden. Zusätzlich gibt es 30 Beatmungsgeräte. Um vorbereitet zu sein, hat das Klinikum eine Anfrage für weitere Beatmungsgeräte gestellt. Die Folge bei einer ungebremsten Ausbreitung wäre eine Überforderung des Gesundheitssystems. Lothar Wieler erklärt hierzu, dass man versucht, die Zeit zu strecken, um selbige zu gewinnen, in der Hoffnung, dass schnellstmöglich ein Impfstoff gefunden wird. Langfristiges Ziel ist ebenfalls die „Durchinfizierung“, sprich, dass bis zu 70 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, sodass eine Grundimmunität vorhanden ist. Als Zeitstrahl gab er bei einer Pressekonferenz an, dass dies bis zu zwei Jahre dauern könnte. Kritiker erheben den Vorwurf, dass das Virus der darauffolgenden Pleitenwelle möglicherweise gefährlicher ist als das Sars-CoV-2. Tatsächlich wirft die Strategie hinsichtlich der Gesamtdauer, bis das Virus keine Gefahr mehr darstellt, Fragen auf.

Gibt es Alternativen?
Die weltweit ergriffenen Maßnahmen sind in der jüngeren Geschichte der Menschheit beispiellos und greifen ungeachtet der wirtschaftlichen Konsequenzen tief in die individuellen Freiheitsrechte ein. Ein Großteil der Bevölkerung scheint die Maßnahmen zu unterstützen, ebenso wie eine Vielzahl von Medizinern. Manche vertreten sogar die Meinung, dass die Regierung zu lange gewartet hätte. Nicht wenige rufen in den Sozialen Netzwerken lautstark nach einer absoluten Ausgangssperre. Aber es gibt auch prominente Kritiker, die Zweifel an der Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahmen hegen. Einer der prominentesten unter ihnen ist der renommierte Mediziner Wolfgang Wodarg. Unterstützung erhält er von dem angesehenen Infektiologen Dr. Sucharit Bhakdi, der 22 Jahre das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz leitete. Beide halten das Vorgehen für überzogen. Während Wodarg in den Maßnahmen „Panikmache“ sieht, fürchtet Bhakdi um die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen und bezeichnet den derzeitigen Kurs als selbstmörderisch. Beide vertreten die These, dass Coronaviren schon länger ein fester Bestandteil des Lebens seien und durch unkritische Betrachtungen aufgebauscht würden. Beide kritisieren, dass die Fallzahlen, besonders die Todesrate, nicht die Wahrheit spiegeln würden, da man bei der Todesursache nicht differenziere. Sobald jemand positiv auf das Coronavirus getestet wurde, gilt das Virus auch als Todesursache. Das RKI erklärte hierzu, dass man gerade damit beginne, dies genauer zu überprüfen. Bezüglich der Aussage, dass Coronaviren schon länger Teil des Zyklus der Natur seien, räumte Wodarg zwischenzeitlich ein, dass er anerkenne, dass Sars-CoV-2 ein neuartiges Virus sei, erklärt aber weiterhin, dass die Gefahr nicht größer als bei der Grippe sei. Beide ignorieren in diesem Zusammenhang schlicht die Tatsache, dass es keinen Impfstoff gibt und wir letztlich gar nicht wissen, wie der Verlauf der Epidemie wäre, wenn man keine oder nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen hätte. In seinem Video stellt Bhakdi die Behauptung auf, dass bei 99 Prozent der Infizierten der Krankheitsverlauf leicht sei. Das sieht das Robert-Koch-Institut anders und erklärt auf seiner Homepage, dass die Zahl schwerer Verläufe bei rund 20 Prozent liege. Zwischenzeitlich räumt das Institut allerdings ein, dass man wahrscheinlich viele leichtere Fälle bzw. die Dunkelziffer nicht erfasst hat und somit die Gefährlichkeit nach unten korrigiere (5 bis 10 Prozent). Ähnliches gilt für die Sterblichkeitsrate. In diesem Zusammenhang verweist der Infektiologe auf die Zahlen in Italien und China und erklärt, dass die enorm hohe Sterberate mit der dortigen hohen Luftverschmutzung und dem hohen Altersdurchschnitt zusammenhänge. Tatsächlich hatten laut Informationen nur drei Verstorbene in Italien keine Vorerkrankungen. Der derzeit bekannteste Virologe Deutschlands, Christian Drosten, räumte auf Nachfrage diverser Zeitungen ein, dass durch Umwelteinflüsse vorbelastete Lungen womöglich anfälliger für das Virus seien. Ebenfalls sehr interessant ist der Umstand, dass bei den erfassten Verstorbenen die Todesursache nicht abschließend geklärt ist, also die Frage, ob die Menschen nur an Covid-19 starben oder der Grund eine andere Krankheit war. Im Netz kursieren noch viele Thesen zum Coronavirus. Das Problem ist, dass viele Fragen zu dem Virus für die Wissenschaftler noch unbeantwortet sind. Sich auf die Thesen von Bhakdi und Wodarg zu stützen, würde bedeuten, russisches Roulette zu spielen. Letztlich ist es auch eine ethische Frage zu entscheiden, das Virus seine Bahnen ziehen zu lassen, um herauszufinden, wie viel Menschen tatsächlich sterben würden. Der Ansatz von Wodarg und Bhakdi suggeriert, das Virus sei Teil der Evolution, so wie es der Tod ist. Das Risiko, dass das Virus gefährlicher ist als von den Skeptikern angenommen, ist jedoch groß. Eine weitere Strategie ist die „kontrollierte Infizierung“. Hierbei werden jüngere und aktivere Personen nicht in Quarantäne geschickt, stattdessen strebt sie danach, die Hochrisikogruppen zu isolieren. Wer eine bestimmte Altersgrenze überschritten hat oder an bestimmten Vorerkrankungen leidet, darf Wohnung, Haus, Pflege- oder Altenheim nicht mehr ungeschützt verlassen.“ Einzelne Länder wie Japan, Süd Korea, Holland und Russland wenden derzeit diese Strategie an. Auch die USA und Großbritannien setzten anfangs auf diese Chance. Nachdem das Virus dennoch außer Kontrolle geriet, wechselte man die Strategie. Wirtschaftlich ist diese Form der Virus Bekämpfung sicherlich weniger schmerzhaft, allerdings wirft sie ethische Fragen auf, denn man nimmt letztlich in Kauf, dass auch Menschen außerhalb der Risikogruppen an den Folgen von Covid-19 sterben.

WICHTIGE RUFNUMMERN:

Coronavirus-Hotline des Gesundheitsministeriums des Landes Rheinland-Pfalz:
0800 575-81 00
Mo. – Do. 09:00 – 16:00 Uhr
Freitag 09:00 – 12:00 Uhr
Wochenende 10:00 – 15:00 Uhr

Medizinische Fachfragen zum Corona-Virus:
Gesundheitsamt des Landkreises Alzey-Worms/Stadt Worms (06731) 408-7039

Außerhalb der Sprechzeiten Hausarzt:
Bereitschaftsdienst für die ambulante ärztliche Versorgung 116 117 (ohne Vorwahl)