Ein Weintreff namens Weinmesse

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Ein kritischer Blick auf die „14. Wormser Weinmesse“

09. und 10. November 2019 | Das Wormser Tagungszentrum:

Als man vor 14 Jahren die Wormser Weinmesse ins Leben rief, ging es in erster Linie darum, das Thema Wein deutlich prominenter zu platzieren, als das bisher der Fall war. Die Mission ist geglückt. Zwischenzeitlich ist der Wein, abseits des Wonnegauer Weinkellers, längst im Stadtbild allgegenwärtig. Und so verwunderte es nicht, dass abermals rund 1.700 Menschen das Weinevent besuchten.

Für die Veranstalter, die städtische Kultur- und Veranstaltungsgesellschaft (KVG), ein untrügliches Zeichen für eine gelungene Veranstaltung. Spricht man jedoch mit den Winzern, zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen, auch wenn es für die überwiegend Wormser Winzer eine Frage der Ehre ist, die Stadt bei dieser Messe zu repräsentieren. Kritik wurde indes laut, dass es den Veranstaltern nicht gelänge, ein Publikum außerhalb von Worms anzusprechen oder – ganz im Sinne einer Messe – Händler dazu zu bewegen, die Vielfalt an regionalen Weinen kennenzulernen. Nur vereinzelt traf man an dem deutlich übersichtlicher besuchten Sonntag Gastronomen auf der Suche nach dem besonderen Tropfen, die ihren Speisen einen zusätzlichen Kick verschaffen. Von unserem Magazin darauf angesprochen, erklärte Marcus Born (KVG), dass man zumindest Plakatwerbung auf der hessischen Seite betreibe, was von den beiden in Hessen lebenden Mitarbeitern der KVG, Projektmanager Markus Reis und Pressesprecherin Katja Jans, wohlwollend bestätigt wurde. Vielleicht sind Plakate allein nicht Anreiz genug, um die Heimat des Rieslings, Worms, zu besuchen. Dennoch zeigten sich die Winzer mit dem Publikum zufrieden. Im Gegensatz zu den Vorjahren, wo sich zuweilen eine Backfischfestatmosphäre auf den beiden Etagen breit machte, lobte man durchgehend die Kennerschaft des Publikums, auch wenn sich die Aussicht auf etwaigen Neukundengewinn letztlich in Grenzen hielt.

Fazit: Dass die Stadt Worms regionalen Winzern ein Podium bietet, sich an zwei Tagen zu präsentieren, ist prinzipiell begrüßenswert. Für die kommenden Jahre sollte jedoch die Frage lauten, wie man aus einem etablierten „Weintreff“ eine richtige Messe machen kann.