Kühler Glühwein, heiße Gespräche

, , Leave a comment

Ein Rückblick auf die „12. Wormser Weinmesse“

10. und 11. November 2018 | Das Wormser Tagungszentrum:

Dass Worms eine Weinstadt ist, ist wahrlich kein Geheimnis. In diesem Sinne verwunderte es nicht, dass die Veranstalter der Messe bereits wenige Tage zuvor für den Samstag stolz auf ein „ausverkauft“ verweisen konnten. Der Sonntag konnte zwar diesen Erfolg nicht wiederholen, zeugte aber ebenso von der Liebe der Wormser zum edlen Rebensaft.

Einmal mehr stellten sich 41 Winzer der Genussprobe, um den zahlreichen Weinkennern ihre wohlschmeckenden Tropfen vor allem aus den Jahrgängen 2016 und 2017 zu präsentieren. Neu hinzugekommen waren das Weingut Burgunderhof Merkel aus Gundersheim, das Weingut Jean Buscher (Bechtheim) und das bekannte Sekthaus Raumland aus Flörsheim-Dalsheim, das zwischen den mehr als 400 angebotenen Weinen mit prickelnden Erzeugnissen für geschmackliche Abwechslung sorgte. Mit Spannung wurden von den Weinliebhabern natürlich erste Erzeugnisse des diesjährigen Jahrhundertsommers erwartet. Und tatsächlich boten einzelne Weingüter einen Ausblick auf die kommende Saison. So stellte das Weingut Residenz Bechtel einen trockenen Sauvignon Blanc vor, der mit seinem vollmundig fruchtigen Aroma viele Gaumen für sich gewinnen konnte. Das galt auch für die Weinproben, die in diesem Jahr zum zweiten Mal kostenfrei angeboten wurden. Publikumsliebling war hierbei die Veranstaltung „Wein und süße Köstlichkeiten – probiert und verführt“, die bereits am ersten Tag mit mehr als 70 Besuchern knapp die Raumkapazität sprengte. Angeboten wurde sie vom Klosterhof Lösch, gemeinsam mit der beliebten Chocolaterie Holzderber. Drei ausgesuchte Weine korrespondierten in der Probe mit ausgewählten Leckereien. Am ungewöhnlichsten dürfte die Kombination eines nicht erwärmten weißen Glühweins mit Marzipan Nougat/Zartbitter Schokolade gewesen sein. Nicht minder spannend war Winzer Marcus Kellers Ausflug in die Welt internationaler Rebsorten. Den gebannt lauschenden Zuhörern erklärte er zum Beispiel die Mühen bei der Herstellung eines Zinfandel Rotweins; einer schwer zu kalkulierenden Rebsorte, da diese einen kurzen Reifeprozess hat und zudem die Beeren ungleichmäßig groß ausfallen. Das führt dann schon mal dazu, dass der Wein aktuell 25 Euro kostet.

Fazit: Neben den zahlreichen Weinverköstigungen war selbstverständlich auch die bevorstehende OB-Stichwahl ein omnipräsentes Thema an diesem Wochenende, was zugleich unterstrich, dass die Weinmesse längst auch ein gesellschaftlicher Treff ist, bei dem gut und gerne in Ergänzung zu sinnlichen Genüssen lebhaft diskutiert wird.