Hinter den Erwartungen zurück

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Wormatia Worms schließt Vorrunde auf Platz 13 ab

Von dem Anspruch, ein Team zu werden, das mittelfristig in der Regionalliga Südwest etwas weiter oben mitspielt, ist Wormatia Worms derzeit noch ein gutes Stück entfernt. Nach Abschluss der Vorrunde lautet die Zielsetzung für den Rest der Saison wieder nur Klassenerhalt. Auch der Pokalsieg, mit einem möglichen Finale gegen den FCK, ist noch möglich.

Mit 20 erzielten Punkten aus 17 Spielen (6 Siege, 2 Unentschieden, 9 Niederlagen) belegt Wormatia Worms nach Abschluss der Vorrunde Platz 13 – bei bis zu fünf potentiellen Absteigern ist das der erste Nichtabstiegsplatz. Im letzten Jahr stand der VfR nach Vorrundenschluss mit 17 Punkten aus 18 Spielen auf Platz 14. Auch das war seinerzeit der erste Nichtabstiegsplatz, da in der Regionalliga Südwest noch 19 Mannschaften am Start waren. Hat sich also etwas verbessert gegenüber dem Vorjahr? Positiv ist sicherlich zu bewerten, dass die Heimstärke des VfR wieder zurückgekehrt ist. Hatte man in der letzten Saison noch eine miserable Heimbilanz aufzuweisen, aber in der Fremde ganz passabel gespielt, hat sich das in dieser Saison genau umgekehrt. In diesem Jahr steht der VfR mit 17 Punkten aus neun Heimspielen in der Heimtabelle auf dem fünften Platz. In der Auswärtstabelle liegt man dagegen auf dem vorletzten Platz, denn auswärts gab es nach dem Sieg in Elversberg am 2. Spieltag in der Folge sieben Niederlagen hintereinander. Aber der Reihe nach. Zunächst war der zu drei Viertel neuformierte Kader der Wormatia optimal in die Saison gestartet. Nach zwei 2:1-Siegen gegen den FC Homburg und in Elversberg kehrte zwischenzeitlich so etwas wie Euphorie an die Alzeyer Straße ein. Hatte Trainer Jones etwa überraschend schnell ein Team gefunden, das gut zusammenpasst? Leider sollten die zwei Siege am Stück die längste Siegesserie der Vorrunde bleiben, denn die mangelnde Konstanz des neuen Teams zeigte sich in den folgenden Spielen. Nach zwei Niederlagen in der Liga folgte eine deft ige 1:6-Schlappe gegen Werder Bremen im DFB-Pokal. Danach wechselten sich einige Zeit Heimsieg und Auswärtsniederlage miteinander ab, die Wormatia bewegte sich derweil im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Zu einem Bruch kam es im Oktober, als das Verletzungspech gnadenlos zuschlug. Zunächst erwischte es Kapitän Cedric Mimbala (Kreuzband). Ohne ihren Abwehrchef holte die Wormatia in den folgenden sieben Spielen nur noch vier Punkte. Im Laufe der nächsten Spiele fiel wegen Sperren und Verletzungen zeitweise die komplette Defensivzentrale der Wormatia aus. Trotz passabler Leistungen schlug sich das auch auf die Ergebnisse nieder. Nach drei Niederlagen hintereinander folgte Ende Oktober ein wahrlich denkwürdiges Heimspiel gegen FK Pirmasens. Gegen kraftlose Pirmasener, die drei Tage zuvor noch im Pokal gegen Kaiserslautern gespielt hatten, ging der VfR mit einer 1:0 Führung in die Kabine. Anstatt den Sack zuzumachen, machte man in der zweiten Halbzeit einen schwachen Gegner wieder stark. Der FKP witterte seine Chance. Nach dem späten Ausgleichstreffer durch den Ex-Wormaten Marco Steil überschlugen sich die Ereignisse. Ein Zuschauer kletterte über den Zaun der Vortribüne, rannte Richtung Spielfeld und verpasste FKP-Trainer Peter Tretter einen Schlag. Daraufhin unterbrach der Schiedsrichter die Partie für zwölf Minuten. Danach pfiff er die Partie wieder an, es blieb aber beim 1:1. Nach dem Spiel sprach keiner mehr über die grottenschlechte zweite Halbzeit der Wormatia, sondern nur noch über den Vorfall in der Schlussphase des Spiels. Aber es kam noch schlimmer. Das Sportgericht zog der Wormatia den einen Punkt wieder ab und brummte dem Verein eine saftige Geldstrafe auf. Nachdem auch die Auswärtspartie bei Kickers Offenbach traditionell mit einer Niederlage endete, glückte nach fünf sieglosen Spielen am Stück erst zum Vorrundenfinale gegen VfB Stuttgart II wieder ein ganz wichtiger Dreier (2:1). Somit hätte die Wormatia zum Vorrundenende eigentlich 20 Punkte auf dem Konto, durch den Punktabzug sind es leider nur noch 19.

Die Situation in der Regionalliga Südwest
Während Spitzenreiter Waldhof Mannheim an der Tabellenspitze einsam seine Kreise zieht, ist der Rest der Liga eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Bis Platz 8 folgen mit gebührendem Abstand die Verfolger des SVW, ab Platz 9 beginnt der Abstiegskampf. Ab hier tummeln sich die beiden bisher starken Aufsteiger TSG Balingen und FK Pirmasens. Die ambitionierte SV Elversberg kommt einfach nicht unten raus. Mit FSV Frankfurt und eben Wormatia Worms stehen zwei alte Bekannte im Abstiegskampf knapp überm Strich. Auf den ersten beiden potentiellen Abstiegsplätzen rangieren die Zweitvertretungen vom VfB Stuttgart und vom FSV Mainz 05, die beide nicht so stark wie in den Vorjahren sind. Auf den sicheren Abstiegsplätzen stehen derzeit SC Hessen-Dreieich, Astoria Walldorf und Eintracht Stadtallendorf, die allesamt aufgrund ihrer bisher geringen Punkteausbeute als akut abstiegsgefährdet zu bezeichnen sind. Die Wormatia muss derweil im Abstiegskampf zwei schwere Bürden mit sich herumschleppen: Den Punktabzug aus dem Pirmasens-Spiel sowie die aktuell zweitschlechteste Tordifferenz aller Teams.

In der Rückrunde eine Schippe drauflegen
Drei Rückrundenspiele werden noch vor der Winterpause ausgetragen. Der Auftakt in die Rückrunde ist schon mal gründlich missglückt. Beim FC Homburg setzte es eine 0:4-Niederlage, die sicherlich 2-3 Tore zu hoch ausgefallen ist. Gleichzeitig offenbarten die Wormser in diesem Spiel auf Augenhöhe einmal mehr ihre eklatante Auswärtsschwäche. Wenn man in der Fremde die wenigen sich bietenden Chancen nicht nutzt, fällt es schwer, etwas Zählbares mitzunehmen. In den beiden noch ausstehenden Spielen gegen SV Elversberg (30.11 – das Spiel fand nach Redaktionsschluss statt) und bei Astoria Walldorf (08.12.) muss das Team von Steven Jones dringend punkten, wenn man einigermaßen entspannt Weihnachten feiern will.