Leben lernen… Das fehlende Schulfach

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„Quatsch“, werden viele denken, denn man lebt sofort, wenn man geboren wird. Und praktisch alle Körperfunktionen arbeiten automatisch und ohne jegliches Zutun. Was man für alle Tage braucht, lernt das Kind ohne weiteres und Schritt für Schritt.

Soweit, so richtig. Doch reicht es damit für alle Zeit? – Ja und nein! Zwar kommen viele Leute damit aus, um zu überleben, keineswegs aber bringt es (schon) zu einem guten oder gar erfüllten Leben. Hier nun fehlt so vieles, das zu Qualitäten bringt, die nicht einfach so da sind. Auch Eltern haben hier kaum etwas zu bieten, denn woher sollten sie es wissen, wenn sie es nicht von ihren Eltern und auch nicht in der Schule gelernt haben?

Jetzt aber schnell zu dem, was dem einfachen Bürger – unbekannter- oder bekannterweise – eben fehlt! Und es fehlt an ziemlich vielem und an sehr Nützlichem. Nämlich, dass man mehr bräuchte, als gewöhnliche Schul- und Lebensweisheit. Da wäre zu nennen der Nutzen und auch das Vergnügen an Weiterbildung, was zu mehr Einkommen und Lebensqualität führt und führen kann. Auch auf der nichtmateriellen Seite ist unwahrscheinlich viel zu gewinnen. Zum Beispiel, wie man geistig selbständig(er) wird. Dass man die eigenen Interessen besser erkennt und durchsetzen kann. Dass man die Interessen anderer und des Staates kennen lernt bzw. durchschauen lernt.

Ein anderes großes Kapitel ist, wie man seine freie Zeit gestaltet. Z.B., dass man weitgehend unabhängig wird von eigennützigen und profitmaximierten Einrichtungen, Organisationen und Menschen. Auch, dass man die nötige oder unnötige Unterhaltung in seiner Freizeit, seines Feierabends und seines Urlaubs viel mehr selbst übernimmt. Da speziell ist schädlich und total falsch, wenn man seine (kurze) Lebenszeit durch „Zeitvertreib“ verbringt. Dazu sagte der Spaßvogel, Werner Mitsch, einmal: „Manche leben nur so, um es hinter sich zu bringen.“

Wieder ein anderes Kapitel ist, dass allzu viele sich nicht von schlechten und falschen Traditionen und Vorurteilen lösen und entfernen können oder wollen. Auch zu meinen, man habe keine Vorurteile, ist selbst ein Vorurteil. Zum „Leben-Lernen“ gehört, ob Sie wollen oder nicht, eine ordentliche Portion Weisheit und die wiederum mit oder ohne Philosophie. Leider darf ich für Letztere (hier) keine Reklame machen, da sie in unserer materiellen und kapitalistischen Welt weitgehend bis total tabu ist. Dennoch an dieser Stelle wenige nützliche Anmerkungen: Nebenbei, aber interessant, dass Philosophen aller Zeiten und Länder unerhört einfache, praktische und nützliche Lebensweisheiten in die Welt setzten. Außerdem dürfte ziemlich bekannt sein, dass (kleine) Kinder oft schon kleine Philosophen sind, indem sie häufig „warum?“ oder „wieso?“ fragen. Leider aber wird dies ihnen von genervten Eltern bald ausgetrieben…

Ich hoffe nunmehr, Ihnen, liebe Leser/innen, ein paar nützliche Denkanstöße geliefert zu haben. Diese könnten noch nützlicher werden, wenn Sie auf eigene Faust weiter darüber nachdächten. Das Internet, Bücher und auch die Volkshochschule würden Ihnen gern dabei helfen. Und an dieser Stelle bedanke ich mich bei einigen (wenigen) von Ihnen, die meine Denkanstöße als solche erkannt und auch anerkannt haben.

Jetzt aber wieder zu einem lustigen Schluss:

Ein einfacher Mensch trifft Jahre später seinen damaligen Lehrer, der ihn nicht wiedererkennt
und spricht: „Herr Lehrer, kennen Sie mir nicht mehr? Ich habe doch bei Sie Deutsch gehabt?“

Mit freundlichen Grüßen:
Ihr Heinz Dierdorf