„Sagen Sie mal, Herr Bims…“

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Erlebnisse eines Vorstadtschreiberlings Teil 14: Frühlingsgefühle

Autor: Bert Bims

Die Zeit der dicken Socken ist vorbei, ab jetzt kann der Frühling kommen. Wobei es dieses Jahr extrem mild war, weswegen ich Sie auch schon fragen höre: „Sagen Sie mal, Herr Bims, wie finden Sie es denn, dass wir gar keinen Winter hatten?“

Als klassischer Warmblüter kommt es mir natürlich gelegen, dass wir dieses Jahr keinen Winter hatten und quasi direkt in den Frühling geswitcht sind. Nicht umsonst wohnen wir schließlich in der Toscana Deutschlands, da kann es ein echter Wormser kaum abwarten, wieder Sonnenlicht zu tanken. Aber nicht nur die Vorfreude auf den Sommer mit seinen ganz vielen Festivitäten steigt (kommt wieder Gina Wild zu den Festspielen?), auch die Themen purzeln geradezu aufs Blatt eines Journalisten. Im Winter dagegen sitze ich ein ums andere Mal  am Schreibtisch und der Homer Simpson in mir schreit laut auf: „Laaaaaaangweilig….“

Das einzige Thema, das seit Monaten polarisiert, ist das Haus am Dom. Ob das kommt oder nicht, entscheidet womöglich bald schon ein Bürgerentscheid. Damit haben die Wormser, ähnlich wie die Schweizer, ja schon Erfahrung, denn bei den letzten beiden Bürgerentscheiden haben wir ein Hotel gegenüber vom Dom verhindert. Um jedoch das Projekt „Nibelungenmuseum“ begraben zu lassen, haben die Stimmen nicht ganz gereicht. Was ein Hotel angeht, wäre unser OB heute froh, wenn endlich eine Hotelkette hierher käme, um die unfassbar vielen Besucher, die tagtäglich ihre Tagungen im Wormser abhalten, aufnehmen zu können. Dann hätte er auch nicht die Ente in die Welt setzen müssen, dass Hilton nach Worms kommt, wovon man danach rein gar nichts mehr gehört hat. Da fragt man sich schon, ob der OB uns veräppelt oder ob die Sache gescheitert ist, weil der redselige Herr Kissel zu früh Vollzug gemeldet hat? Naja, dafür ist das Nibelungenmuseum zur großen Touristenattraktion geworden und würde noch viel viel mehr Geld einspielen, wenn es nicht permanent wegen Überfüllung geschlossen wäre. Wer hätte das damals gedacht, dass uns die Leute von nah und fern wegen diesem Blechkasten an der Stadtmauer derart die Bude einrennen werden? Und diese kulturelle Errungenschaft, die an einem einsamen kalten Tag im Januar durchaus auch mal mehr als zwei Besucher am Tag begrüßen darf, hätten diese unkultivierten Wormser beinahe verhindert. Genauso wie sie das Haus am Dom verhindern wollen. Wobei ich mich frage, wer, außer den Domgemeinden, will denn dieses Haus tatsächlich? Gut okay, die Architekten haben sich in der WZ zu Wort gemeldet und gesagt, dass sie es grundsätzlich gut finden, dass dort gebaut werden soll. Wen wundert’s, davon leben sie ja schließlich auch. Das wäre ungefähr so, wie wenn die Domgemeinde die örtlichen Zeitungen fragen würde, was sie davon halten, wenn die Kirche eine groß angelegte Imagekampagne mit großformatigen Anzeigen starten würde. „Prima Idee!“ höre ich unseren Chef vollkommen uneigennützig aus dem Hintergrund rufen und dabei schon im Geiste die Geldscheine zählend.

Ach ja, die Winterpause der Wormatia ist auch vorbei. Wie die Wormatia gespielt hat, merkt man übrigens an der Stimmung montags bei uns im Büro. Hat der VFR gewonnen, stehen ein paar belegte Brötchen auf dem Tisch, bei einer Niederlage wackeln dagegen die Wände im Minutentakt, da kann unser Chef ganz eklig werden. Und die Wormatia hat vor der Winterpause acht Mal verloren und nur ein Mal gewonnen. Aber die Brötchen damals (lang ist es her) warn lecker. Von daher wünsche ich der Wormatia alleine schon des Büroklimas und des Frühstücks wegen, dass die Mannschaft den drohenden Abstieg irgendwie noch verhindert. Um sicher zu gehen, hab ich extra noch ein paar zusätzliche Würmer im Stadionrasen ausgesetzt, mit der strikten Anweisung, nur so auf den Rasen zu kacken, dass ausschließlich Tore des Gegners verhindert werden. Mal sehn ob das klappt. Übrigens: Welches von meinen Würmern den größten Haufen scheißt, das muss ich Ihnen ja wohl nicht extra sagen.