Straßensanierungen sorgen für Unmut bei Bürgern

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Bauausschuss vertagt Beschlüsse zu drei Straßenerneuerungen

Jahrelang haben Wohnungs- und Hausbesitzer es mehr oder weniger murrend hingenommen, wenn die Stadt beschloss, Straßen zu erneuern und die Kosten im Anschluss zum Großteil (65 Prozent) auf die Anlieger umlegte. Nun regt sich Widerstand in gleich drei Straßen, die dringend einer Sanierung bedürfen, wenn auch mit unterschiedlichen Begründungen. Das führte zu Diskussionen im Bauausschuss am 10. September. Bereits im Sommer sorgten die Ausbaupläne in der Bleichstraße für viel Aufregung. Im Innenstadtausschuss wurden erstmals die Pläne von Annett Böttner, Leitung Planen und Bauen, öffentlich vorgestellt. Moniert wurde der Wegfall von Parkplätzen. Außerdem debattierte man über die voraussichtlichen Kosten (WO! 08/20). Da die Beträge von der jeweiligen Marktlage abhängen, nannte Böttner eine Summe zwischen 200 und 400 Euro pro Quadratmeter. Viel Geld, das man nicht mal so eben aus dem Portemonnaie schüttelt. In der Sitzung im September wurde zusätzlich über zwei weitere Straßen diskutiert, die auf der Agenda der Abteilung Planen und Bauen stehen, nämlich die Neubachstraße in Horchheim und die Landgrafenstraße in Pfiffligheim, die ab 2022 ausgebaut werden soll. Wer die Straßen kennt, weiß um deren desolaten Zustand. Bei der Neubachstraße schien dabei zunächst alles klar zu sein. Seit 2017 weist das EWR daraufhin, dass es bezüglich der Wasserleitungen aufgrund von Durchwurzelungen der Bäume erhebliche Schäden gäbe. Annett Böttner erklärte in diesem Zusammenhang, dass es alleine in den Wochen vor der Sitzung fünf Wasserrohrbrüche gab, die dazu führten, dass die Gehwege teilweise nicht mehr nutzbar sind. Ursprünglich stimmte der Ortsbeirat noch im Juni einstimmig den Vorschlägen der Stadtverwaltung zu, doch dann kam die Kehrtwende. CDU und SPD sahen die Arbeiten in diesem Umfang nicht mehr als notwendig und zweifelten die Expertise der Planer an. Zudem regte sich Bürgerprotest. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Kessel forderten sie selbigen auf, das weitere Verfahren zu stoppen und begründeten dies damit, dass man bereits mehrere Maßnahmen, darunter eine Einbahnstraßenregelung, vorgeschlagen hätte, um die Verkehrsbelastung in dieser Straße zu reduzieren. Weiterhin verwiesen sie darauf, dass in den vergangenen Jahren bereits mehrere Arbeiten durch die ebwo und das EWR durchgeführt wurden, sodass sie die aktuelle Notwendigkeit nicht erkennen können. Auch regten sie an, dass die Gelenkbusse in dieser Straße nicht mehr eingesetzt werden und die Verbreiterung des Gehwegs unnötig sei. Um die Zukunft der Neubachstraße weiter zu klären, verwies der Bauausschuss die Sache – im Anschluss an die lebhafte Diskussion – in den Stadtrat am 28. Oktober 2020.

Keine Entscheidung gab es auch im Umgang mit der Landgrafenstraße. Zwei Modelle wurden von der Verwaltung erarbeitet und dem Bauausschuss vorgelegt. Variante eins sieht vor, dass auf der Straße ein Fahrradschutzstreifen eingezogen wird. Das hat zur Folge, dass sich die Anzahl der Stellplätze halbieren würde. Die zweite Variante bevorzugt PKW Stellflächen zum Nachteil des Radverkehrs. Das weitere Vorgehen soll nun im Ortsbeirat Pfiffligheim besprochen werden. Die Beschlussfassung zur Bleichstraße wurde wiederum bis zur Durchführung einer Bürgerversammlung vertagt.