Keine Gleichberechtigung ohne Gewaltfreiheit und keine Gewaltfreiheit ohne Gleichberechtigung

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Pressemitteilung des Frauennotrufs zum 8. März, dem Internationalen Frauentag

Jedes Jahr treten Frauen weltweit am 8. März für ihre Rechte und für ein Leben frei von Gewalt ein. Sie erhalten dabei mittlerweile Rückenwind von der Istanbul-Konvention. Das Übereinkommen des Europarats benennt Gewalt gegen Frauen und Mädchen als eine Hauptursache für die mangelnde Gleichberechtigung und fordert umfassende Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und vor Diskriminierung.

Regina Mayer, Mitarbeiterin im Frauennotruf Worms: „Gewaltfreiheit geht nicht ohne Gleichberechtigung, beides aber auch nicht ohne ausreichend Geld für Hilfsangebote.“ Seit mehr als 30 Jahren setzen sich ambulante Fachberatungsstellen in Deutschland gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein und bieten schnelle Hilfe und Beratung bei aktuellen oder zurückliegenden Gewalterfahrungen. Grundlage der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt und deren Ausprägungen.

Ebenso lange arbeiten die Beratungsstellen jedoch mit viel zu geringen Ressourcen und am Rande ihrer Kapazitäten. Katja Grieger, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff): „Es mangelt an Anerkennung der Arbeit. Sehr viele Beratungsstellen haben nur zwei oder noch weniger Personalstellen. Vielerorts gibt es gar keine Beratungsstelle. Frauen und Mädchen müssen oft auch in akuten Situationen Wartezeiten oder lange Wege in Kauf nehmen, um Hilfe zu bekommen.“ Regina Mayer weiter: „Obwohl die öffentliche Wahrnehmung sexualisierter Gewalt wächst und daher mehr Frauen die Beratungsangebote in Anspruch nehmen, bleibt die Finanzierungsgrundlage der Beratungsstelle ungesichert. Die Finanzierung wird im Rahmen freiwilliger – nicht kostendeckender – Leistungen von Land und Kommunen erbracht und die Deckungslücke wächst von Jahr zu Jahr.

Der bff setzt sich als Dachverband für eine sichere Finanzierung der Beratungsstellen ein. Diese kommt zuallererst Betroffenen von Gewalt, aber auch Angehörigen und Fachkräften zugute. Dazu gehören mehr Planungssicherheit, eine staatliche Finanzierung von Angeboten und ausreichend Geld für Beratung, Prävention und Schulungen.

Der bff hat einen konkreten Vorschlag für die personelle Ausstattung von Beratungsstellen erarbeitet: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/finanzierung-von-hilfe.html