Sagen Sie mal, Herr Bims?

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Teil 84: Der Problemlöser

Das Jahr 2020 ist noch nicht alt, aber die Probleme in Worms türmen sich bereits meterhoch. Das Warmwasserbecken kommt weg, das Nibelungenmuseum bleibt da und außerdem hat Worms zu wenig KiTa-Plätze. Ich höre Sie deshalb schon wieder zu Tausenden fragen: „Sagen Sie mal, Herr Bims, haben Sie denn keine Lösung vorzuschlagen?“

Der erste große Skandal des noch jungen Jahres bahnt sich bereits an. Uns Wormsern wird schon bald das allseits beliebte Warmwasserbecken im Heinrich-Völker-Bad regelrecht aus unseren Herzen gerissen. Warum dieses Becken solch hohe Unterhaltungskosten verursachen soll, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich dort war, musste man das Wasser jedenfalls nicht extra hochheizen, weil ich meistens völlig ungehemmt ins Wasser gepullert habe und keiner hat’s gemerkt. Stattdessen sind dort alle Besucher stets mit einem seligem Gesichtsausdruck durch die Gegend geschwommen: „Hach, so schön warm hier…“ Anstelle des Warmwasserbeckens soll zukünftig ein Lehrschwimmbecken dafür sorgen, dass die verwöhnten, adipösen Gören von heute endlich wieder schwimmen lernen. Das ist ganz wichtig, bevor so ein dickes Kind in einen See batzt und dann ertrinkt.

Hierzu ein wenig Statistik: Jeder zweite Jugendliche kann nicht richtig schwimmen. Dagegen könnte jeder dritte Jugendliche schwimmen gehen, hockt aber lieber zuhause vor einem Bildschirm (z.B. Smartphone, PC, TV oder Playstation). Jeder zehnte Jugendliche kann sogar sehr gut schwimmen, das ist ihm/ihr aber auf Dauer zu anstrengend, weshalb er/sie lieber auf einen Bildschirm glotzt (z.B. Smartphone, PC, TV oder Playstation). Und jetzt kommt’s: Jeder dritte Jugendliche ist nicht in der Lage, die Anforderungen für das Seepferdchen zu erfüllen. Das sind natürlich erschreckende Zahlen. Und dann regen sich die Wormser darüber auf, dass ihnen das Warmwasserbecken weggenommen wird. Leute, wenn ihr in warmer Plörre schwimmen wollt, dann legt euch gefälligst in die Badewanne. So wie ich, der sich am Abend gerne mal ein warmes Sprudelbad in seinem Jacuzzi gönnt.

DIE TOTGEBURT
Dafür leistet man sich in Worms seit fast zwei Jahrzehnten ein Nibelungenmuseum, im Volksmund auch bekannt als „Nie-gelungenmuseum“. Diesem Museum mangelt es vor allem an zwei Dingen:

• Ausstellungsstücken
• Besuchern

Ich finde, man könnte langsam mal zugeben, dass die virtuelle Erkundung der Nibelungensage nicht so wirklich bei den Besuchern gezündet hat. Viel schlimmer ist jedoch, dass man sich damals von Franzmännern hat abzocken lassen, die den Wormsern eine reparaturanfällige Blechkiste an die Stadtmauer gezimmert haben und sich deswegen heute noch die Hände reiben. Oder wahlweise die Scheine zählen. Mal ehrlich, will man etwa in so eine baufällige Totgeburt tatsächlich noch einmal eine Million Euro stecken? Das wäre ja so, als würde man Geld in Nadja Abd el Farrag investieren, in der Hoffnung, dass sie mal ein ganz großer Schauspielstar wird. Vielleicht sollte man im Nibelungenmuseum einfach ein bisschen mit der Zeit gehen und den überwiegend jugendlichen Besuchern Terminals mit Internetzugang anbieten oder wenigstens eine Atari Station, damit sie bei ihrem virtuellen Rundgang ein bisschen Pac Man datteln können. Aber was wünsche ich mir hochtechnische Innovationen, man hat ja noch nicht mal einen Fahrstuhl, der auch wirklich fährt. Deshalb fordere ich klipp und klar: Macht die Blechschüssel an der Stadtmauer endlich zu! Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

DIE LÖSUNG
In einer Stadt, in der man nicht genügend KiTa-Plätze hat, kann man sich einen solchen Luxus nicht leisten. Worms rangiert in Sachen Kinderbetreuung auf dem vorletzten Platz in Rheinland-Pfalz. Nur „Frankenthal, asozial“ lässt seine Kinder noch mehr verwahrlosen. Die Folge: Immer mehr Kinder zwischen 3 und 6 Jahren wachsen auf der Straße auf oder werden als Drogenkuriere (strafunmündig!!) im Albert-Schulte-Park eingesetzt. Es muss dringend etwas passieren, bevor noch mehr Vorschulkinder ins kriminelle Milieu abrutschen.
Mein naheliegender, aber dennoch pragmatischer Vorschlag lautet: Macht aus dem Nibelungenmuseum eine KiTa, gerne mit Nibelungenbezug (z.B. „KiTa Drachenkinder“). Falls das nicht klappt, dann füllt ein paar Liter warme Brühe in die Blechkiste, damit wir wenigstens unser Warmwasserbecken weiter betreiben können. Politik kann so einfach sein, wenn man einfach mal Bert Bims fragt.

Bis zum nächsten Mal,
Ihr Bert Bims